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Service-Satelliten sollen Weltraumschrott reparieren

Im Orbit kreist eine große Zahl von defekten Satelliten. Auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA wurde ein Projekt vorgestellt, durch das der Weltraumschrott beseitigt oder repariert werden soll.

  Das Einfangen und Reparieren von defekten Satelliten im All soll ab 2017 möglich sein

Das Einfangen und Reparieren von defekten Satelliten im All soll ab 2017 möglich sein

Satelliten mit Defekt oder ohne Energie kreisen oft viele Jahre nutzlos um die Erde. Sie können anderen Trabanten durch Kollision sogar gefährlich werden. Das deutsche Projekt DEOS will das Problem lösen. In fünf Jahren sollen die ersten Service-Satelliten im Einsatz sein, die andere Satelliten warten, reparieren oder auftanken können. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt;Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die EADS-Tochter Astrium unterzeichneten dazu am Donnerstag auf der Messe ILA bei Berlin einen Vertrag.

Das europäische Raumfahrttechnik-Unternehmen Astrium erhielt den Auftrag für die Designphase des Projekts. Sie ist der letzte Schritt, bevor mit dem Bau der Satelliten begonnen werden kann. Der Vertrag über ein Jahr hat nach Angaben der Partner ein Volumen von 15 Millionen Euro. Damit sei das Projekt "finanziell gut ausgestattet", sagte Astrium-Manager Eckard Settelmeyer.

Das Kürzel DEOS steht für Deutsche Orbitale Servicing Mission. "Es gibt eine große Zahl von defekten Satelliten im Orbit", sagte DLR-Vorstandsmitglied Gerd Gruppe. Es gehe in erster Linie darum, deren Lebensdauer durch Reparaturen und Wartung zu verlängern. "Das System dient auch dazu, Weltraumschrott zu beseitigen", ergänzte er. Für die Aktionen im All sind komplexe Roboteraktionen nötig. Die defekten Satelliten werden eingefangen, dann repariert oder mit neuer Energie versorgt. Ausgediente Satelliten auf einer niedrigen Umlaufbahn sollen dazu gebracht werden, kontrolliert in der Atmosphäre zu verglühen.

Entscheidung über Trägerrakete Ariane

Für die weitere Arbeit der europäischen Weltraumorganisation ESA werden wichtige Entscheidungen bei einer EU-Ministerratssitzung im November erwartet. Dabei solle geklärt werden, wie es mit der europäischen Trägerrakete Ariane weitergehe, sagte der Vorstandschef von Astrium Satellites, Evert Dudok, auf der ILA. Entweder werde die Ariane 5 für knapp 900 Millionen Euro weiterentwickelt oder eine neue Ariane 6 konstruiert.

Die Bundesregierung sowie die deutsche und die französische Industrie seien für die Weiterentwicklung der Ariane 5 im Projekt Midlife Evolution (A5ME), sagte Dudok. Die Ariane 5 kann rund zwölf Tonnen Nutzlast ins All tragen. Weil Satelliten oft weniger als die Hälfte wiegen, wird auch über eine Ariane 6 mit drei bis sechs Tonnen Nutzlast nachgedacht.

kave/DPA/DPA

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