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Verkaufen Saugroboter-Hersteller bald unsere Wohnungspläne?

Saugroboter sammeln nicht nur jede Menge Dreck, sondern auch Daten. Der Hersteller iRobot möchte diese bald verkaufen - am liebsten an Unternehmen wie Apple, Google oder Amazon. Die würden davon enorm profitieren.

Diese Langzeitaufnahme zeigt die Pfade, die der Roboter in einem Raum abfährt. Normalerweise ohne Fäkalien zu verteilen.

Diese Langzeitaufnahme zeigt die Pfade, die der Roboter in einem Raum abfährt.

iRobot hat sich mittlerweile erneut zu dem Sachverhalt geäußert. Eine Stellungnahme des Konzerns finden Sie unter dem ursprünglichen Artikel.

Staubsaugen gehört ohne Zweifel zu den unbeliebtesten Haushaltstätigkeiten. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass der Markt der seit Jahren wächst. Einer der größten Hersteller ist das US-Unternehmen iRobot. Dessen Roomba-Roboter sammeln nicht nur Tierhaare und Staubflusen, sondern auch Daten über ihren Besitzer.

Während ältere Baureihen im Chaos-Prinzip durch die Wohnung rumpelten, mal in der einen Ecke saugten und dann in der anderen, kartographieren aktuelle Modelle (Roomba 980) die komplette Wohnung. Dadurch werden nicht nur unnötige Kollisionen und Hindernisse vermieden, sondern auch die Routen optimiert.

Verkauft iRobot bald die Kartendaten?

iRobot-Chef Colin Angle möchte diese Daten zukünftig verkaufen - am liebsten an Firmen wie Apple, Google oder Amazon. Die drei Unternehmen haben sich zu den Berichten nicht geäußert. Doch für die großen Technologiekonzerne sind die Raumpläne enorm wertvoll: Zwar halten immer mehr smarte Produkte wie fernsteuerbare Thermostate, vernetzte Lampen, Sprachlautsprecher oder Sicherheitskameras Einzug in die Wohnungen der Nutzer. Doch fast alle Produkte kennen ihren genauen Standort in den eigenen vier Wänden und ihre Umgebung dort nicht. Das ließe sich mit den Karten ein Stück weit ändern. Soundsysteme, Klimaanlagen und Beleuchtungen könnten von den Raumplänen deutlich profitieren, betont Angle.

Die Daten sollen nicht ohne Zustimmung der iRobot-Besitzer verkauft werden, stellte Angle klar. Doch dass die Kunden etwas dagegen haben könnten, bezweifelt der Saugroboter-Chef: "Die meisten würden ihre Zustimmung geben, um auf die Smart-Home-Funktionen zugreifen zu können", erklärte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Umkämpfter Markt

iRobot hat seit der Gründung im Jahr 1990 mehr als 15 Millionen Saugroboter weltweit verkauft. Mittlerweile mischen zahlreiche Unternehmen in dem Markt mit - darunter Samsung, Neato oder Vorwerk. Im vergangenen Jahr brachte selbst Staubsauger-Pionier Dyson ein eigenes Robotermodell in den Handel, den Dyson 360 Eye.

Reuters hat ein Zitat des iRobot-Chefs Colin Angle unbeabsichtigt fehlinterpretiert. Anbei eine Stellungnahme von Colin Angle, CEO iRobot vom 01. August 2017: "iRobot verkauft keine Daten, da unsere Kunden und ihre Interessen für uns immer an erster Stelle stehen. Wir werden niemals das Vertrauen unserer Kunden enttäuschen, indem wir Kundendaten – einschließlich Daten, die von unseren internetfähigen Produkten gesammelt werden – verkaufen oder missbrauchen. Derzeit befähigen die gesammelten Daten den Roomba, das Zuhause effektiv zu reinigen. Zusätzlich liefern sie Kunden Informationen über die Reinigungsleistung. iRobot glaubt, dass diese Informationen zukünftig noch stärkeren Nutzen für unsere Kunden bieten könnten, weil sie es dem Smart Home und den zugehörigen Geräten ermöglichen, besser zu arbeiten – ausschließlich bei ausdrücklicher Einwilligung der Kunden."

Bis zu 1000 Euro: Saugroboter im Test: Welcher Robbi saugt am besten?
Vorwerk Kobold VR200

Vorwerk Kobold VR200: Die umsichtige Reinigungskraft 

Der vom Hersteller als "Rolls Royce" unter den Saugrobotern betitelte Vorwerk Kobold VR200 konnte bei der Stiftung Warentest schon einmal einen Testsieg einfahren. Er saugt sehr gut, auch Tierhaare sind für ihn kein Problem. Bei der Navigation geht er mit großer Vorsicht vor. Dabei bleibt er sogar relativ leise. Wobei man immer noch nicht ungestört neben ihm in der Zeitung blättern kann. Die Tür darf man aber auflassen.

Natürlich hat der Kobold auch Schwächen. Dunkle Flächen und Kanten werden von ihm gerne mal übersehen, er weiß einfach nichts mit ihnen anzufangen. So bricht er manchmal ab oder bleibt einfach hängen. Hat er sich verheddert, ist der Rückwärtsgang öfter mal zu schnell und es werden Gegenstände an- oder gar umgefahren. Auch langfuselige Teppiche mag der Kobold eher nicht so gerne. Ein echtes Problem war das alles zwar selten, verbesserungswürdig ist es aber allemal.

Für die gebotene Leistung ist der Vorwerk Kobold VR200 mit einem Preis ab 750 Euro recht günstig. Den ausführlichen Test finden Sie hier.

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