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Vorwerk, Botvac oder Roomba - welcher Robbi saugt am besten?

Saugroboter reinigen besser denn je, auch klüger sind sie geworden. In unserem Praxis-Test zeigte sich aber, dass die teuren Helfer immer noch von Kinderkrankheiten geplagt werden. 

  Die Top-Modelle: Netao Botvac Connected, IRobot der Roomba 980 und der Vorwerk Kobold VR200.

Die Top-Modelle: Netao Botvac Connected, IRobot der Roomba 980 und der Vorwerk Kobold VR200.

Ein Saugroboter beschert dem stolzen Besitzer einen life-changing Moment. Man teilt das Leben in einen schmutzig, staubigen Teil ohne Roboter und einen gepflegt, gereinigten Part mit Roboter ein. Inzwischen ist die zweite Generation der schlauen Sauger auf dem Markt. Grund genug, dass wir drei aktuelle Top-Modelle einmal genau unter die Lupe genommen haben.

Im Vergleich starten der deutsche Platzhirsch Vorwerk Kobold VR200 (Preis etwa 700 Euro ohne Wifi-Anbindung), der neue Bolide des Marktführers iRobot, der Roomba 980 (Preis 1100 Euro mit Wifi-Anbindung) und der Netao Botvac Connected (Preis 750 Euro mit Wifi-Anbindung).

Ein teures Vergnügen 

Schlau heißt auch teuer, das muss man leider sagen. Ein manueller Top-Staubsauger von Siemens oder Miele kostet etwa 250 Euro und dürfte aller Voraussicht nach weit länger halten als eine smarte Haushaltshilfe. Natürlich gibt es auch günstigere Saugroboter - etwa von Samsung oder LG - aber auch wenn die nicht im Vergleich starten, sei verraten: Sie können auch nicht so viel.

Saugen können sie alle

Alle drei Geräte im Test bieten eine überzeugende Saugleistung und kommen auch mit komplexen Grundrissen zurecht. Für eine gepflegte Zwei-Zimmer-Wohnung reicht vermutlich auch das günstigere Gerät einer älteren Generation. Im Haus des Testers wurden die Haushaltshilfen dagegen stark gefordert. Die Herausforderung bestand aus einem komplizierten Grundriss mit einer Vielzahl von Räumen, mehreren schwarzen, langflorigen Shaggy-Teppichen und allgegenwärtigen Hundehaaren, verstärkt noch vom Erdreich, den das liebe Tier über die Terrassentür direkt in die Wohnung tragen kann. Hinzu kommt noch eine Einrichtung, die man eher mit künstlerisch-chaotisch als mit nüchtern und aufgeräumt beschreiben kann. Die Kombination von Tier und Teppich zwingt zur Anschaffung eines teuren Top-Roboters, einfachere Geräte wären dieser Herausforderung nicht gewachsen.

Narrensichere Geräte gibt es noch nicht

Allerdings: Auch der teuerste Roboter stößt mitunter an seine Grenzen. Eigentlich darf nichts auf dem Fußboden herumliegen. An Ladekabel, Bündel von Stromkabeln, Kindersocken oder Schnürsenkel verschluckt sich der Robbi unweigerlich. Die getesteten Geräte waren aber sensibel genug, die Mission abzubrechen, bevor Senkel oder Saugbürsten Schaden nahmen. Außerdem wird es in jeder Wohnung Fallen geben, in die der Roboter zwar hinein, aber nicht mehr hinausfindet. Die muss man entweder mit den dafür vorgesehenen Hilfsmitteln für den Roboter sperren oder entschärfen - etwa in dem man ein Kabelkonvolut in einem Gehäuse bändigt. Wer auf solche Anpassungen keine Lust hat, wird mit keinem Roboter glücklich,

Schach-Matt dem Roboter

Leider gibt es immer Sondersituationen, die einen Roboter vollkommen überfordern können. Im Test-Haus waren es schwarze Teppiche, aber auch große Spiegelflächen können die Navigation schachmatt setzen. Der Rat: Nur dort kaufen, wo man den Roboter nach ausgiebigen Test zurückgeben oder zumindest umtauschen kann. Ein absolut narrensicheres Modell gibt es nicht.

Die Tests im Einzelnen:

  Der Vorwerk geht sehr sensibel zu Werke.
Vorwerk Kobold VR200
Saugroboter von Vorwerk - Die umsichtige Reinigungskraft

Testsieger bei Stiftung Warentest, gebaut von einem deutschen Markenhersteller und gar nicht mal so teuer: Der Kobold VR200 geht mit hohen Erwartungen an den Start. 

Gernot Kramper


  Auch schwierige Situationen setzen den Roomba 980 nicht schachmatt.
iRobot Roomba 980 im Test
Roomba 980 - der Panzer unter den Reinigungsrobotern

Kräftig, effizient und gnadenlos rückt der Roomba 980 dem Staub zu Leibe. Das Top-Modell des Marktführers dringt leider auch in neue Preis-Galaxien vor.

Gernot Kramper
  Der Bovac Conected steht dem teureren Roomba 980 nicht nach - oder zumindest kaum.
Neato Botvac Connected im Test
Beim Roboter-Sauger Botvac Connected lockt nicht nur der Preis

Der Saugroboter Connected ist das neue Flaggschiff der eher unbekannten Firma Neato. Günstiger muss nicht schlechter sein, der Connected saugt ganz vorn mit.

Gernot Kramper



Alle Roboter saugten sehr gut, das Performance-Problem der ersten Geräte ist gelöst. Es gibt leichte Unterschiede: Der Neato arbeitet sehr gründlich an den Rändern, der Vorwerk kommt gut in die Ecken, und der Roomba hat den kräftigsten Turbo. In der Praxis ist das Stranden des Geräts weit wichtiger als optimierte Saugrouten. Einen Roboter, der regelmäßig stecken bleibt, kann man eigentlich nicht gebrauchen.

Reine Luft

Die eingebauten Feinstaubfilter sorgen zusammen mit der Luftumwälzung der Roboter für einen deutlich staubfreieren Haushalt. Wer von Botvax oder Roomba die volle Saugpower nutzen will, muss sich allerdings auf eine Stunde Höllenlärm durch den Turbo-Modus gefasst machen.

Dröge Apps

Enttäuschend sind die Apps. Da ist man auf dem halben Weg stehen geblieben. Richtig Spaß macht so etwas erst, wenn man Karte und Saugwege auf dem Bildschirm einsehen und dort auch bearbeiten kann. So etwas gibt es nicht, nur der neue Dyson, der in Asien bereits auf dem Markt ist, soll es können. Geräte, bei denen man von unterwegs die HD-Kamera seines Roboters aufrufen kann, gibt es ohnehin nur von chinesischen Herstellern. Die Roomba-App bietet mehr Einsicht in "spannende" Reinigungsdaten, dennoch: Bei den Test-Kandidaten kommt der Spieltrieb derzeit etwas kurz.

Eine schmuddelige Sache

Wenig berauschend ist die Staubendleerung beim Roomba und dem Botvac gelöst. Beim Vorwerk kann man an einer Öffnung einen großen manuellen Sauger andocken, der saugt den kleinen Bruder leer, ohne dass man sich dreckig machen muss. Beim Neato und beim Roomba muss man die kleinen Behälter manuell ausklopfen. Hat sich ein Papier darin verfangen, muss es irgendwie hervorgepult werden. Notgedrungen nebelt man sich dabei mit einer Feinstaubwolke ein. Nur mit Staub in der Wohnung ist das Prozedere einmal in der Woche notwendig, mit wuscheligen Hundehaaren hat man jeden zweiten Tag das Vergnügen. Allergiker müssen aufpassen: Die mit den Geräten verkauften Filter haben nicht dieselben Filterklassen, im Zubehörmarkt gibt es besseren Ersatz. Ab Werk überzeugt der Neato mit einem Ultraperformance Filter, der Partikel bis zu einer Größe von 0,3 Micron aus der Luft holt. Bei einem manuellen Sauger kommt vor dem Reinluftfilter noch der Beutel und der Motorschutzfilter, bei den Robotersaugern landet der ganze Dreck im Reinluftfilter, entsprechend schnell setzen sich die teuren Filter zu.

Fläche ist nicht gleich Fläche

Die Akkuleistung hat zugenommen. Für wie viel Quadratmeter sie ausreicht, kann man pauschal nicht sagen. In einer Wohnung mit wenig Teppichflächen sollten alle Geräte etwa 100 Quadratmeter saugen können. Aber: Auf unserem alten, staubigen Büroteppichboden schaltet der Roomba den kräftigen Turbo an und muss bei nur 60 Quadratmetern Fläche den Reinigungsvorgang unterbrechen, um zwischendurch Strom zu tanken.

Stärken und Schwächen 

Das persönliche Fazit ist leicht gezogen: Da sowohl der Vorwerk wie auch der Roomba 980 unüberwindliche Probleme mit schwarzen Bodenbelägen haben, kommen sie für mich nicht infrage. Bleibt der Botvac Connected, der mich auf der ganzen Linie überzeugte. Zwar ist er mit 750 Euro im Vergleich nicht der teuerste, dennoch muss ich sagen: 750 Euro testen meine persönliche Schmerzgrenze schon aus. Die Turbo-Lautstärke ist ein Problem, aber ohne Extragang müsste ich vor den Hundehaaren im Shaggy-Teppich kapitulieren.

Ist man nicht mit dunklen Böden gesegnet, haben die beiden anderen Geräte auch ihre Vorzüge. Der Vorwerk punktet mit sehr guter Saugleistung bei erträglichem Geräuschniveau. Unbedingt ausprobieren sollte man jedoch, ob der Vorwerk ohne Rückwärtsgang-Drama mit der Wohnung fertig wird. Der Roomba hat einen wirklich gepfefferten Preis: 1100 Euro sind ein Wort, auch wenn er perfekt arbeitet - abgesehen vor seiner Angst vor schwarzen Böden.

Tipp: Das Roboter-Forum - ideal für alle, die wirklich alles und noch mehr über Saugroboter wissen wollen.

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