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Der Kiosk wird zur Druckerei

In Hamburg stehen in einigen Presseshops Terminals, mit denen man Zeitungen aus aller Welt ausdrucken kann. Die Titel-Auswahl ist gewaltig, und manchmal ist die neue Ausgabe früher zu bekommen als in ihrem Heimatland.

Nachrichten aus Übersee gibt es jeden Tag druckfrisch am Hamburger Hauptbahnhof: Zwischen Hunderten von schillernd bunten Zeitschriften spuckt ein grauer Computer in der Filiale von "k presse + buch" je nach Bedarf Zeitungen aus. Kunden aus aller Welt können am berührungsempfindlichen Bildschirm unter mehr als 850 Zeitungen aus 70 Ländern wählen - und sie sich sofort ausdrucken lassen. Die Titelseite im DIN A3-Format wird bunt ausgedruckt, der Rest erscheint in schwarz-weiß.

Maximal 14 Minuten dauert es, bis bei dem "Print-On-Demand- Service" die Daten heruntergeladen und die Seiten bedruckt werden, erzählt Mitarbeiter Waldemar Ignatz. Das Material sei besonders saugfähig, und man bekomme keine schwarzen Hände mehr. "Je nach Seitenanzahl kostet ein Exemplar vier bis sechs Euro", berichtet Adrienne Schmidthals, Sprecherin des Betreibers Valora Retail. Das Unternehmen bietet den Service auch am Flughafen der Hansestadt an, von Mai an ist er zudem am Hauptbahnhof in München geplant. Seit dem Start des Angebots im Dezember wurden nach ihren Angaben in Hamburg mehr als tausend Exemplare verkauft.

"Menschen wollen etwas Physisches"

"Die Menschen wollen etwas Physisches haben, in dem sie blättern und schmökern können", sagt Ignatz. Die Ausdrucke enthalten nicht nur Artikel, sondern auch Anzeigen, Kreuzworträtsel oder Witze. "Inhalte und Sprache in den Druckausgaben sind oft lebendiger als im Internet", sagt der 46-Jährige. Normalerweise müssten die Leser in Hamburg zwei Tage warten, bis eine Printausgabe aus dem Ausland in den Zeitungsregalen steht. "Wenn es sie überhaupt gibt. Und dann kostet sie bis zu zwölf Euro, wegen der langen Transportwege."

Viele seiner Kunden am Hauptbahnhof kommen aus Skandinavien und arbeiten in Hamburg, wie der Historiker erzählt. Am Wochenende fahren sie nach Hause und kaufen für die Reise etwa die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter" oder das dänische "Ekstra Bladet". Auch Künstler, die für Engagements in die Hansestadt kommen, kaufen bei Ignatz ein. "Einige Monate lang kam ein Zauberkünstler aus Norwegen und kaufte die "Dagbladet"." An der Kasse führte der Mann kleine Tricks vor, "er ließ 10-Euro-Scheine verschwinden", berichtet Ignatz. Auch aus den umliegenden Wettbüros kommen regelmäßig Kunden, die für ihre Geschäfte etwa ein Pferdewetten-Blatt kaufen.

Früher als im Heimatland

Am Flughafen verkauften sich dagegen eher Titel wie die "New York Post", erklärt der 46-Jährige. Die kann der Computer wegen der Zeitverschiebung schon ausdrucken, wenn das Blatt in den USA noch gar nicht ausgetragen wird. Bei Redaktionsschluss senden die Verlage ihre Datenpakete nicht nur an die Druckereien, sondern auch an einen Server des Partnerunternehmens newspaper direct, von dem die Computer in Hamburg gespeist werden.

Im zweistöckigen Buch- und Zeitungsladen am Hauptbahnhof kaufen jedoch nicht nur Touristen. So bestellt etwa ein Mitarbeiter aus Portugal zweimal pro Woche seine Lieblings-Sportzeitung. "Die schreiben vor allem über meinen Lieblingsclub FC Porto, das muss ich wissen", sagt er - und drückt auf den Bildschirm des "Print-On- Demand-Service", um die aktuelle Ausgabe auszuwählen.

Katia Rathsfeld/DPA/DPA

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