Selbst vor ihrem Mobiltelefon können Brummi-Fahrer ihre Alkoholfahne bald nicht mehr verbergen, jedenfalls in Japan. Dortige Transportunternehmer nutzen künftig einen im Handy integrierten Sensor, um den Atem des Fahrers auf Promille zu prüfen. Schwindeln ist sinnlos.

Deutschland machts noch klassisch: Künftig gibt es in Japan den Alkoholtest per Handy© Kai-Uwe Knoth/DDP
In Japan können Transportunternehmen künftig über Mobiltelefone aus der Ferne überprüfen, ob ihre Fahrer Alkohol getrunken haben. Bei dem vom Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo entwickelten System misst ein Sensor der Firma Tanita, der in eines von DoCoMos Handys mit dem UMTS-Format FOMA eingebaut ist, den Atem des Fahrers auf Alkoholgehalt, wie ein Sprecher mitteilte. Das Ergebnis wird über das FOMA-Netzwerk zum Computer der jeweiligen Firmenzentrale übermittelt.
Um sicherzustellen, dass der Fahrer nicht schwindelt, werden über Video-Funktion des Handys auch Bilder des Fahrers beim Test in Echtzeit an seine Vorgesetzten übermittelt. Zielgruppen sind Betreiber von Bus-, Taxi- oder Lastwagenunternehmen.
Neben dem mobilen Alkoholtest versprechen Handy-Hersteller künftig weitere mehr oder minder nützliche Features. So will der auf die Texterkennung spezialisierte Software-Hersteller Abbyy Mobiltelefonen mit eingebauter Kamera das Scannen beibringen. Das Unternehmen stellte dazu kürzlich eine Software für Entwickler vor, das Abbyy Mobile OCR SDK, mit dem diese den Mobilgeräten die Erkennung von Visitenkarten oder Texten beibringen können.
Die neue Technik kann laut Abbyy unabhängig vom Betriebssystem in jede mobile Plattform wie Windows Mobile, Symbian oder Linux integriert werden. Durch die jüngsten Fortschritte bei mobiler Hardware und Digitalkameratechnologie sei die Zeit reif für mobile Erkennungstechnologien, erklärte Abby. Die Erkennung und Erfassung von Kontaktinformationen auf Visitenkarten sei sicher eine Hauptfunktion.