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13. August 2009, 09:29 Uhr

Microsoft und Nokia schließen Notallianz

Mit einer breit angelegten Kooperation wollen die Branchen-Schwergewichte den Vormarsch ihrer Konkurrenten im Handygeschäftskundenmarkt bremsen. Es ist nicht weniger als ein Befreiungsschlag. Von Thomas Wendel

Blackberry, iPhone, Apple, Rim, Nokia, Microsoft

Künftig wird es auf Smartphones von Nokia, wie hier dem N97, Office-Programme von Microsoft geben© Alberto Estevez/DPA

Im im Kampf um Marktanteile im Handygeschäft, will der weltgrößte Softwarekonzern sein populäres Bürosoftwarepaket Office, das die Programme Word, Excel und Powerpoint enthält, für alle hochwertigen Nokia-Handys verfügbar machen. Zudem sollen Kommunikationsplattformen entwickelt werden, die ein nahtloses Zusammenspiel von Microsoft-Technik und Telefone des finnischen Handybauers in Unternehmen ermöglichen. "Dies ist die weitreichendste Vereinbarung, die wir je mit einem anderen Unternehmen geschlossen haben", sagte Nokias Handy-Vorstand Kai Öistämö in New York.

Ihre neue Allianz schließen die Konzerne aus einer Position relativer Schwäche. Microsoft dominiert zwar den Markt für PC-Software, ist aber bei Handys zurückgefallen. Das hauseigene Betriebssystem Windows Mobile ist nur noch auf jedem zehnten Oberklassehandy installiert. Gleichzeitig werden Büroanwendungen auf den sogenannten Smartphones immer öfter von unterwegs per Internet genutzt. Microsofts Erzrivale Google versucht, daraus Profit zu schlagen. Der US-Konzern bietet seine Office-Konkurrenzprodukte nicht nur im Web an, sondern integriert sie auch in das eigene Handybetriebssystem Android.

Im Geschäftskundensegment sind allerdings RIM und Apple die Hauptprofiteure. Der kanadische Hersteller RIM ist mit den Blackberry-E-Mail-Telefonen stark vertreten, und Apple bietet mit dem iPhone einen komfortablen Zugriff auf das Web. Nach am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der US-Marktforschungsfirma Gartner für das zweite Quartal 2009 konnte Apple binnen eines Jahres seinen Weltmarktanteil bei Smartphones auf 13,3 Prozent vervierfachen. RIM steigerte seinen Anteil gar auf 18,7 Prozent.

Dem Erfolg der teuren amerikanischen Geräte hat Nokia wenig entgegenzusetzen. Zwar dominieren die Finnen mit 45 Prozent Anteil noch immer den Smartphone-Markt. Doch der Konzern verliert beständig an Boden. Selbst der Verkauf des neuen Flaggschiffhandys N97 laufe nur schleppend an, sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Der Blackberry-Hersteller RIM habe es hingegen verstanden, seine Telefone durch günstigere Preise und besseres Design auch für Privatkunden attraktiv zu machen.

Millionen Kunden im Visier

Mit ihrer Allianz wollen Microsoft und Nokia nun zumindest bei Geschäftskunden gegensteuern. Das mobile Office-Paket werde bald für "200 Millionen Smartphone-Kunden" von Nokia zur Verfügung stehen, sagte Stephen Elop, Microsofts Bürosoftwarechef. Vor elf Monaten hatten Microsoft und Nokia bereits eine E-Mail-Allianz geschlossen. Der Verbreitung von Blackberrys unter Geschäftsleuten hat dies aber nicht geschadet.

Gefunden in der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland". www.ftd.de

Von Thomas Wendel
 
 
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