. .
Telefon - Handy und Festnetz
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
30. November 2007, 15:56 Uhr

Telefondaten werden gespeichert

Der Bundesrat hat das umstrittene Gesetz zur Speicherung von Telekommunikationsdaten durchgewunken. Am 1. Januar wird es in Kraft treten, ebenso wie neue Regeln zur Telefonberwachung. Anwälte protestierten vor dem Bundesratsgebäude - und die Opposition hofft auf das Bundesverfassungsgericht.

Mitglieder des Berliner Anwaltsvereins protestieren vor dem Bundesrat gegen das geplante Gesetz der Vorratsdatenspeicherung© Marcus Brandt/DDP

Trotz anhaltender Proteste werden Telefon- und Internetdaten künftig ein halbes Jahr lang gespeichert und neue Regeln für die Telefonüberwachung eingeführt. Der Bundesrat billigte das umstrittene Gesetz, sodass es zum 1. Januar in Kraft treten kann. Auch Telefonate von Anwälten, Ärzten und Journalisten dürfen unter bestimmten Bedingungen abgehört werden. Das Land Berlin scheiterte mit einem Antrag, auch für diese Berufsgruppen einen besonderen Schutz durchzusetzen.

Mit der Datenspeicherung wird eine Vorgabe umgesetzt, die die Europäische Union nach den Terroranschlägen von Madrid 2004 beschlossen hatte. Die bei den Telekommunikationsunternehmen gespeicherten Verbindungsdaten sollen Fahnder zu Hintermännern führen. Erfasst werden Rufnummer, Uhrzeit, Datum der Verbindung, bei Handys auch der Standort zu Beginn des Gesprächs. Die Internetdaten werden ab 2009 festgehalten. Nicht gespeichert wird der Inhalt.

Anwälte demonstrieren

Die Opposition zeigte sich geschlossen zuversichtlich, dass das Bundesverfassungsgericht das Gesetz teils kippt. Vor dem Bundesratsgebäude demonstrierten mehrere Dutzend Anwälte. Sie forderten auf Plakaten "Anwaltsgeheimnis schützen" oder "Anwaltskanzlei abhörfrei".

Vor der Verabschiedung hatte der Parlamentarische Justiz- Staatssekretär Alfred Hartenbach (SPD) vor einem Aufschub des Gesetzes gewarnt, weil dann laufende Telefonüberwachungen ausgesetzt werden müssten. Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) forderte, Ärzte, Anwälte und Journalisten müssten besser geschützt werden. Hartenbach entgegnete, für alle Geheimnisträger gebe es erstmals festgeschriebenen erweiterten Schutz. Das Gesetz bringe einen "fairen Ausgleich zwischen Freiheit und Sicherheit".

Telefone können künftig auch bei Korruptionsdelikten, gewerbs- oder bandenmäßigem Betrug, schweren Steuerdelikten, Menschenhandel oder auch Verbreitung von Kinderpornografie abgehört werden. Es gilt der Richtervorbehalt. Hartenbach versicherte, der private Lebensbereich werde geschützt. Einen absoluten Schutz haben Strafverteidiger, Seelsorger und Abgeordnete. Maßnahmen gegen Ärzte, Journalisten und die übrigen Anwälte sind nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit zulässig.

"Das ist ein Verfassungsverstoß" Der Linke-Abgeordnete Wolfgang Neskovic bemängelte, mit diesem Gesetz würden alle Bürger unter Pauschalverdacht gestellt. "Das ist ein Verfassungsverstoß." Die FDP-Fraktionsvize Sabine Leutheusser- Schnarrenberger unterstrich, nach geltender Rechtsprechung sei gegen Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe höchstpersönlicher Daten besonderer Schutz angezeigt. Der Grünen-Abgeordnete Jerzy Montag kritisierte, es gebe bereits Forderungen nach einer Ausweitung des Zugriffs auf die Daten auf Privatfirmen.

Stichworte Vorratsdatenspeicherung: Telekommunikationsunternehmen müssen sechs Monate lang speichern, wer mit wem wann telefoniert hat. Bei Mobilfunkgesprächen wird auch gespeichert, von wo aus telefoniert wurde. Damit wird eine EU-Richtlinie umgesetzt. Gespeichert werden Rufnummer, Uhrzeit, Datum der Verbindung und - bei Handys - der Standort zu Beginn des Gesprächs. Beim Internet werden Daten zum Zugang (IP-Adresse) sowie zur E-Mail-Kommunikation und Internet- Telefonie erfasst. Der Kommunikationsinhalt oder der Aufruf einzelner Internetseiten werden nicht gespeichert. Zugriff haben Polizei und Staatsanwaltschaft, wenn ein Richter-Beschluss vorliegt.

Telekommunikationsüberwachung: Sie wird auf schwere Straftaten begrenzt. Gestrichen werden alle Straftaten, die mit weniger als fünf Jahren Freiheitsstrafe bedroht sind. Aufgenommen werden weitere Straftaten: Korruptionsdelikte, gewerbs- oder bandenmäßiger Betrug, schwere Steuerdelikte, Menschenhandel, Verbreitung von Kinderpornografie, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, gemeinschaftliche Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch, Verbreitung und Anwendung von Dopingmitteln sowie Verbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch. Verdeckte Ermittlungsmaßnahmen müssen von einem Richter angeordnet werden. Einen absoluten Schutz haben Strafverteidiger, Seelsorger und Abgeordnete. Andere Gruppen wie Ärzte, Journalisten und die übrigen Anwälte erhalten einen relativen Schutz. Maßnahmen gegen diese Gruppen sind nur nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit zulässig.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Facti (01.12.2007, 17:53 Uhr)
Ausgerechnet diese Scheisstypen
die schon lange konsequent weigern, entgegen Gerichtsbeschluß, ihre Nebeneinkünfte offenzulegen, maßen sich diese Entscheidung an.
Wenn Sie angeschleimt kommen und um Stimmen betteln, schleimt zurück und kotzt sie an. Sorry, aber die verstehen nur noch dieses Niveau. (Ihr Eigenes)
Ernst1 (01.12.2007, 09:15 Uhr)
Man achte auf die Mehrzahl
Vor der Verabschiedung hatte der Parlamentarische Justiz- Staatssekretär Alfred Hartenbach (SPD) vor einem Aufschub des Gesetzes gewarnt, weil dann laufende Telefonüberwachungen ausgesetzt werden müssten.
Stasi 2.0 ist durch. ich hoffe noch auf das Bundesverfassungsgesetz diesen psychopatischen Wahn abzuwenden.
atride (01.12.2007, 07:13 Uhr)
ich frage mich auch,
weshalb unere unsäglichen politiker ihre arbeit für schützenswerter halten als die von ärzten oder anwälten? es gibt wohl bald überhaupt keinen datenschutz in d´land mehr, und bis jeder beamte, den´s irgendwie juckt, in diese datensammlung schauen darf, ist nur noch eine frage der zeit. war ja bis jetzt bei jeder maßnahme so. das ist nicht mehr mein deutschland...
n8g8 (30.11.2007, 22:31 Uhr)
Oh, man ...
... und wer bis jetzt nichts zu verbergen hat - auch bei dem findet man etwas, wenn man es will. Deshalb braucht man auch unbedingt, dringend, NOTwendigst die Pezehh-Wanze!
Man weiss schon, warum man`s braucht damit man`s hat. -
Blattwerk (30.11.2007, 21:49 Uhr)
Politiker ausgenommen!
Gerade hier ist der große Fehler. Bei Politikern - besonderes bei denen mit Nebenjob - sollten nicht nur die Verbindungsdaten für die laufende Legislaturperiode und 3 Jahre danach aufgezeichnet werden.
Es müssen auch die Inhalte gespeichert werden!
Nachdem alles so sicher ist, dürfen die Politiker auch kein Problem damit haben!
Und - ich will es ja auch nicht für mich.
Ich möchte den Politikern damit helfen. Damit kann bewiesen werden, dass alle Innenminister eine weise Weste haben, alle Bierdeckelsteuerrechner, die Minister mit bis zu 33 Nebenjobs, die Politiker die sich Mehdorn zusammen gekauft hat, und und und ...
Politiker dürfen nicht ausgenommen werden, dass Sie uns ausnehmen können!
Stirn.de (30.11.2007, 20:32 Uhr)
Ach ja.....
Emails werden ja archiviert.
Kommt es denn bald auch soweit , dass BRIEFE die mit der POST versendet werden aufgemacht und gelesen werden ?
einigen Leuten aus der POlitik wurde gewaltig ins HIRN geschissen.
DANKE !
Stirn.de (30.11.2007, 20:30 Uhr)
Warum gab es damals eigentlich die RAF ?
nicht dass ich das toll finde was die damals getan haben- ganz bestimmt nicht.
Aber die werden Ihre Gründe gehabt haben.
Und ich frage mich, was ein ehrlicher Arbeiter und Steuerzahler in diesem verf****en Land für Möglichkeiten hat nicht alles über sich ergehen zu lassen. In meinen Augen ist die Politik und das was in Deutschland zur Zeit läuft gleichzustellen mit Mafia ähnlichen Methoden.
-In anderen Ländern wurde das VOLK gefragt ob der EURO kommen soll oder nicht- bei Uns gibts sowas nicht.
---Die scheiss Politiker klopfen sich selbst auf die Schulter da angeblich weniger Schulden seit der WENDE gemacht worden sind. IST DAS EIN WUNDER WENN DIE STEUERZAHLER VERDAMMT NOCHMAL MEHR ZAHLEN ???? DIE Einnahmen sind einfach mehr geworden für den Verbrecher Staat.
---Das Eigenlob stinkt hier auch bei der Arbeitsmarktpolitik !!!Ganz einfach aus dem Grund, weil die 1EuroJobber mit in den Zahlen einberechnet werden.
---KLIMA-SCHWINDEL - der Lacher überhaupt. KLimaschutz JA - aber so - reine verdammte Abzocke. Die Autos die hier nicht mehr fahren (weil zu teuer) fahren bei unseren Nachbarn in POLEN weiter. JUHUUU -glauben die naiven unterbelichteten Politiker denn wirklich dass wir von den (ach so giftigen) Abgasen hier nichts mehr abbekommen ? REINE GELDMACHEREI !!!
----KAMIN ÖFEN RUSSPARTIKELFILTER - kann jemand Denen, die die Idee hatten bitte mal das Hirn gerade rücken ???? WAS ZUM TEUFEL WOLLEN SIE IM SOMMER MACHEN WENN WIR ALLE GRILLEN ???
ICH könnte so weiter machen - STINKSAUER und HILFLOS - so fühlt sich ein ehrlicher steuerzahlender Bürger Deutschlands.
heiner5362 (30.11.2007, 20:21 Uhr)
nochwas
so spart man sich "kundenkarten" und schreibkram.
jetzt alles zum sonderangebot(für lau) erhältlich vom bka.
ganze daten sätze (25millionen auf 2 cds in great britain) wechseln den besitzer.
der eine kauft sich ne insel der andere ballert die armen mit werbung voll...
noies doitscheland mit stasimethoden auf den weg des erfolgs...
eines muss ich anerkennen.
die lobby hat SEHR gut geschmiert.
wer jetzt wohl alles einen neuen benz vor der tür hat und weihnachten ist auch gerettet...
gesponsort von sony bmg und den amerikanischen mitgliedern der jüdischen filmindustrie.
heiner5362 (30.11.2007, 20:12 Uhr)
im gegenzug
sollte man als unterstützer dieses beschlusses sein gesamtes privatleben (sexuell und monetär) offenlegen.
aber sie sind ja immun !!!
diesen ca 640 speichelleckern gehört das handwerk gelegt.
je mehr "halbprofis" in der politik das sagen bekommen, desto gefährlicher wirds für die "basis" wie der deutsche michel ach so nett umschrieben wird.
wenn jetzt guido seine gay-seiten schaut, kommt er nicht in den knast.
wenn willi müller eine täuschend ähnliche IP von "terroristen" klickt, ab nach stadelheim.
woher soll er auch wissen dass sich die ersten 3 ziffernkolonnen mit denen der al-quaida gleichen und der quelle-versand weiss auch nicht weiter...
ich empfehle allen
verschlüsseln
über proxys
und ohren hoch
heiner5362 (30.11.2007, 19:55 Uhr)
nur noch nackt ausser haus
und dann bücken...
"der verdacht auf ein fleischermesser im anus war extrem".
was war das aber auch alles schlimm in der ehemaligen DDR. Überwachungsstaat. Radioaktives röntgen.
dass man als unbescholtener bürger nicht nur um sein einkommen gebracht wird (steuermässig) sondern auch datenerfassungsweise "gewindelt" wird, verleitet mich dazu jeden montag morgen auf der polizeidienststelle aufzutauchen und meine sünden zu beichten.
das wäre ein traffic, den jeder vergewaltiger und bankräuber begrüssen würde, binde ich doch ihre verfolger mit spannenden storys über entartete fernsehnächte mit 9LIVE an die vollgefurzten bürosessel.
alas
die 6 monate kann sich hierzulande jeder in die haare schmieren;
das wird archiviert und 40jahre gebunkert.
könnte ja sein das mal der spass-schrat sich verrät, der schäuble vorm klo die luft aus den reifen gelassen hat.
MEHR ZUM ARTIKEL
Vorratsdatenspeicherung Der Sündenfall für den Rechtsstaat

Von "Sicherheitsstaat" und "Totalkontrollierung" sprechen die einen. Die anderen sehen in der geplanten Vorratsdatenspeicherung eine dringend nötige Maßnahme zur Verbrechungsbekämpfung. stern.de erklärt, worum es bei der Diskussion geht und warum die Regelung fast jeden Bürger betreffen würde. mehr...

Vorratsdatenspeicherung Bei Anruf Überwachung

Kritiker glauben, dass mit der Speicherung von Telefon-, Onlineverbindungsdaten und den neuen Regeln der Telefonüberwachung die Grundrechte in Gefahr sind. Justizministerin Zypries verteidigt ihr Werk - und meint, es hätte noch viel schlimmer kommen können. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft