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1. Juli 2010, 10:57 Uhr

Microsoft schickt seine Jugendhandys in Frührente

Nur anderthalb Monate nach dem Verkaufsstart ist für die ersten Microsoft-Handys auch schon wieder Schluss. Der Software-Konzern stellt alle Arbeiten an der "Kin"-Serie ein. Die speziell für junge Käufer gedachten Smartphones liegen wie Blei in den Regalen.

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Für ihr verschnarchtes Design mussten die "Kin"-Handys viel Häme einstecken© Paul Sakuma/AP

Neues Zeichen für die Probleme von Microsoft im Mobilfunk-Markt: Der Windows-Riese gibt keine zwei Monate nach dem Marktstart seine Handy-Reihe Kin auf. Die beiden Modelle dieser Reihe waren ursprünglich vor allem auf jüngere Menschen und die Nutzung von Online-Netzwerken wie Facebook ausgerichtet. Der Markterfolg scheint jedoch ausgeblieben zu sein.

Microsoft stellt nun alle weiteren Arbeiten an der Kin-Serie ein, wie der Software-Konzern am Mittwoch mitteilte. Die vorhandenen beiden Modelle Kin One und Kin Two werden noch in den USA abverkauft. Neue Varianten wird es aber nicht mehr geben. Auch der Plan, Kin im Herbst nach Europa zu bringen, ist jetzt hinfällig.

"Wir haben die Entscheidung getroffen, uns ganz auf Windows Phone 7 zu konzentrieren", kündigte Microsoft an. Das Team von Kin soll an der Entwicklung des neuen Smartphone-Betriebssystems mitarbeiten, mit dem der Software-Konzern verlorenes Terrain im Handy-Markt gutmachen will. Microsoft gehört zwar zu den Smartphone- Pionieren, wurde aber in den vergangenen Jahren an den Rand des Geschehens gedrängt. Nokia ist nach wie vor Marktführer auch bei den High-Tech-Handys, gefolgt vom Anbieter des E-Mail-Dienstes Blackberry. Google mit seinem Android-Betriebssystem und Apple mit seinem iPhone gewinnen besonders schnell am Marktmacht.

Verbranntes Geld, verzögerter Start

Das plötzliche Aus für den Kin ist umso frappierender, da dahinter mehrere Jahre Arbeit und hohe Investitionen stehen. An der Entwicklung hatte maßgeblich das Team des Start-Ups Danger mitgearbeitet, das Microsoft für rund 500 Millionen Dollar gekauft hatte. Das Projekt hatte sich Medienberichten zufolge wegen technischer Probleme immer wieder verzögert.

Mit Kin hatte Microsoft erstmals die Hardware eines Handys selbst in die Hand genommen. Doch die Rechnung ging offenbar nicht auf. Übers Wochenende hatte bereits der amerikanische Exklusivpartner Verizon Wireless die Preise für die Geräte gesenkt. Das werteten Beobachter als Zeichen, dass sich die Kin-Handys nicht gut verkaufen.

Erst im Mai waren zwei Top-Manager gegangen, die Microsofts Mobilfunk-Strategie maßgeblich mitgeprägt hatten: Unterhaltungschef Robbie Bach und der Chef-Entwickler J Allard.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Lauterbach (03.07.2010, 00:00 Uhr)
Microsoft hat das Project EEE-Netbook...
...das preiswerte Netbooks fuer die 3. Welt ermoeglichen sollte ja auch erfolgreich behindert.

Wir installieren nur noch Linux und lassen Windows nur noch in der Virtualbox von Oracle, die frei verfuegbar ist - lizensiert natuerlich - solange noch weiterleben bis alle Windows-Applikationen auf Linux migriert wurden.

Da kann uns dann auch keine AERO Oberflaeche mehr locken, die Microsoft genaus wie der Konkurrent Apple aus dem OpenSource Bereich gestohlen hat.
Casanier (01.07.2010, 12:20 Uhr)
Kin-der-Handy?
... steht das Kürzel "Kin" für Kin-der-Handy?
Dies würde zumindest in puncto Design manches erklären. So auch die Erfolglosigkeit im Markt.
warbird (01.07.2010, 11:14 Uhr)
Die Dinger
sehen ja auch mal richtig sch*** aus. Da braucht man sich nicht wundern.
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