Das kann Samsungs neues Outdoor-Smartphone

15. März 2013, 16:12 Uhr

Es soll Sandstürme überstehen können und sogar unter Wasser funktionieren. Samsung verspricht mit dem Galaxy Xcover 2 ein robustes Smartphone für Outdoor-Aktivitäten zu liefern. Wir haben es getestet. Von Christoph Fröhlich

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Das Samsung Galaxy S4 bietet modernste Technik und viele neue Funktionen.

Samsung hat sein lang erwartetes Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 vorgestellt, mit dem die Südkoreaner dem iPhone 5 Paroli bieten wollen. Es ist ein technisches Meisterwerk: In dem nur 130 Gramm schweren Android-Telefon (Version 4.2.2) steckt alles, was die Mobilfunkwelt zu bieten hat, in einigen Bereichen setzt Samsung sogar neue Maßstäbe. Ganz vorn mit dabei ist der 1,6 Gigahertz schnelle Achtkernprozessor Exynos 5 Octa, der nicht nur Apples Spitzenmodell alt aussehen lässt. Kurios: In manchen Ländern bekommt das S4 allerdings nur einen Vierkernprozessor mit 1,9 Ghz verpasst. Welche Länder das sind, ist offen.

Ein Full-HD-Display, eine 13-Megapixel-Rückkamera und LTE-Unterstützung sind ebenso an Bord wie ein Infrarot-Sender, mit dem das Smartphone auf Wunsch zur Fernbedienung wird. Das alles ist Samsung-typisch verpackt in einem Plastikgehäuse, das dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht. Ersten Berichten zufolge liegt das Smartphone angenehm in der Hand. An die Wertigkeit des iPhone 5 oder HTC One komme das Gerät aber nicht heran. Das 4,99-Zoll-Display lässt sich wie Nokias Lumia 920 auch mit Handschuhen bedienen, auf Wunsch kann das Gerät mit einer speziellen Rückschale auch drahtlos aufgeladen werden. Dieses Feature lässt sich Samsung mit mehr als 100 US-Dollar aber gut bezahlen.

Samsungs Augenwischerei

Bereits im Vorfeld verkündete Samsung, mit innovativen Funktionen und nicht mit technischen Daten beeindrucken zu wollen. Schnell kursierten Gerüchte, dass Galaxy S4 könne mit den Augen und der Stimme bedient werden, angefeuert wurden die Spekulationen von einem Bericht der "New York Times".

Ganz so radikal ist die Steuerung letztlich nicht geworden: Mit einer Smart-Scroll-Funktion kann der Nutzer durch Webseiten scrollen, indem er das Handy nur leicht nach vorne oder hinten neigt. Diese Funktion wird nur aktiv, wenn der User auf den Bildschirm blickt, was die Frontkamera ständig überwacht. Nützlich ist der Blickkontakt auch für ein Feature namens Smart Pause, das laufende Videos automatisch pausiert, wenn man nicht mehr auf den Bildschirm schaut.

Auch das Gerücht über die Sprachsteuerung kam nicht von ungefähr: Beim Galaxy S4 hat Samsung den Siri-Klon S Voice weiterentwickelt, sodass der Sprachassistent in einen Fahrmodus geschalten werden kann. Dann reichen simple Befehle, um sich Textnachrichten vorlesen zu lassen oder Anrufe zu tätigen.

Don't touch this

Neue Wege geht Samsung auch bei der Fingersteuerung: Ein Feature namens Air View ermöglicht es, Funktionen auszulösen, ohne den Bildschirm zu berühren, indem man den Finger maximal zwei Zentimeter über dem Display schweben lässt. Allerdings funktioniert das nur bei speziell auf dieses Feature angepassten Anwendungen. Von Haus aus kann man sich so beispielsweise den Anfang einer E-Mail, einen Telefonbucheintrag oder eine Videovorschau anzeigen lassen.

Bereits beim Vorgänger Galaxy S3 setzt Samsung auf Gesten, beispielsweise können Filme pausiert werden, indem man das Handy mit dem Display nach unten auf den Tisch legt. Nun hat Samsung mit den sogenannten Air Gestures weitere Funktionen nachgelegt: So kann der Nutzer durch ein Fotoalbum blättern, indem er mit der Hand über dem Display hin und her wischt.

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Man kann mit Front- und Rückkamera gleichzeitig Fotos oder Videos aufnehmen, sodass sich der Fotograf direkt in das Bild montieren kann.©

Und lächeln!

Beim Kamera-Menü orientiert sich Samsung an der hauseigenen Galaxy Cam, der ersten Android-Kamera. Ein interessantes Feature ist die Eraser-Funktion: Sie erkennt bei Aufnahmen bewegte Objekte und löscht sie auf Wunsch aus dem Bild. Außerdem kann man mit Front- und Rückkamera gleichzeitig Fotos oder Videos aufnehmen, sodass sich der Fotograf direkt in das Bild montieren kann.

Das S4 solle "ein Begleiter sein, der uns dabei hilft, das Leben in vollen Zügen zu genießen", sagte Samsungs Mobilfunk-Chef JK Shin bei der Vorstellung. Deshalb soll das Smartphone nicht nur Telefon, MP3-Player und Kamera sein, sondern auch Lifestyle-Gadget. Der eingebaute Dienst S Health zählt die Schritte, die der User mit dem Smartphone zurücklegt und berechnet die Kalorien, die er dabei verbrennt. Passendes Zubehör wie digitale Waagen und Pulsmesser will Samsung zukünftig selbst anbieten.

Samsung - Deutsch, Deutsch - Samsung

Ebenfalls neu ist eine Übersetzungsfunktion namens S Translator. Damit sollen Nachrichten, Texte und Chats automatisch in bis zu neun verschiedene Sprachen übersetzt werden, auf Wunsch wird die Übersetzung laut vorgelesen. Unterstützt werden unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Japanisch. Allerdings wird dazu eine Internetverbindung benötigt, was vor allem im Ausland, wo der Dienst hauptsächlich verwendet werden dürfte, teuer werden kann. Wie gut die Übersetzungen funktionieren, muss ein Test zeigen. Erste Medienberichte zeigen ein eher ernüchterndes Ergebnis.

Ungewöhnlich sind zwei neue Sensoren im Galaxy S4, die Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur messen. Konkrete Anwendungsszenarien blieb Samsung aber schuldig.

Das Alleskönner-Smartphone

Samsung setzt mit dem Galaxy S4 den bislang eingeschlagenen Weg fort und quetscht alle verfügbaren Technologien in ein Telefon. Viele der neu vorgestellten Funktionen entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als Weiterentwicklungen bereits bekannter Features. Die berührungslose Air-View-Steuerung erinnert an die "Floating Touch"-Technologie von Sony, die bereits im vergangenen Jahr beim Xperia Sola zum Einsatz kam. Eine Kamera, die sowohl Motiv als auch Fotograf gleichzeitig aufnimmt, präsentierte zuletzt LG auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Eine Bedienung mit Handschuhen und drahtloses Aufladen des Akkus kennt man bereits von Nokias Lumia 920. Ein Infrarot-Sender, um das Smartphone wohnzimmertauglich zu machen, gab es beim jüngst vorgestellten HTC One.

Ob ein User all die Funktionen in einem Telefon braucht oder gar bedienen kann? Vermutlich nicht. Schon beim Vorgänger waren viele User angesichts der Fülle an Gesten überfordert und verwendeten das Smartphone stattdessen auf die althergebrachte Weise mit dem Finger. Auch die Leistung des Achtkernprozessors wird von keiner derzeit verfügbaren App auch nur ansatzweise ausgereizt.

Samsung scheint das egal zu sein. Sie haben sich die Rosinen bei der Konkurrenz herausgepickt und sie im vermutlich schnellsten Handy der Welt verbaut. Statt einzelne Akzente zu setzen, verschießt Samsung eine Breitseite an Features und hofft, dass für jeden schon irgendein Kaufargument dabei sein wird.

Die Vorherrschaft im Android-Markt dürfte Samsung mit dem Galaxy S4 dennoch sicher sein. Vermutlich wird das Gerät einen ähnlich reißenden Absatz finden, wie es sonst nur Apple gelingt. Der Vorgänger verkaufte sich in den ersten 100 Tagen mehr als zehn Millionen mal.

Das Galaxy S4 erscheint vorraussichtlich im April, erste Händler listen das Geräts bereits für 649 Euro. Erhältlich ist das Smartphone in den Farben weiß und schwarz.

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