. .
Telefon - Handy und Festnetz
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
9. November 2007, 12:35 Uhr

"Wir werden das iPhone nicht kopieren"

Der mediale Hype um Apples iPhone zum Verkaufsstart in Deutschland nervt viele. Doch warum gibt es diesen Rummel um ein Handy? Sind die Konkurrenten unfähig, begehrenswerte Mobiltelefone zu bauen? stern.de hat bei Herstellern nachgefragt. Von Thomas Soltau

Wie beurteilen andere Hersteller den Hype um das iPhone?© Jeff Zelevansky/Reuters

In der Geschichte der Mobiltelefone gab es wohl noch nie so eine freiwillige Werbeaktion wie für Appels iPhone. Kein Medium, das nicht über neuen Coup der Kalifornier in aller Ausführlichkeit berichtet. Fernsehen, Printmedien und Online-Portale scheinen vom Virus gleichermaßen befallen. Der Vergleich mit der Hysterie beim Verkaufsstart von Harry-Potter-Bänden drängt sich auf - nur das sich hier keine Käufer mit Umhang und Hut um Mitternacht vor dem T-Com-Laden drängeln.

Doch was macht das Gerät eigentlich so unwiderstehlich? Die Konkurrenten auf dem Mobilfunk-Markt würden für so einen Marketing-Coup wahrscheinlich ihre Seele verkaufen. Da drängt sich die Frage auf, ob viele Hersteller die Zeichen der Zeit verschlafen haben. Zukunftsforscher Matthias Horx sieht in dem iPhone gar eine Art Prototyp für den sinnvollen Umgang mit Technik. "Das iPhone wird mit seiner klar strukturierten Bedienung, die Nutzer zum spielerischen Umgang mit Technik inspirieren. Normalerweise müssen wir uns taktische und strategische Vorteile durch digitale Technologien hart erarbeiten. Nicht so beim iPhone, es hat einen Vorreiter-Charakter für eine neue 'Feel Technologie': Technik zum Fühlen", betont Horx. Und er geht mit seiner Prognose sogar noch weiter: "Das iPhone transportiert eine erlösende Botschaft, die man auf den kurzen Satz bringen kann: 'Jemand denkt an Dich!' Microsoft wird von so vielen Menschen gehasst, weil es dort eigentlich nie um uns, die Nutzer und Konsumenten ging - sondern eher um die Realisierung eines technischen Standards", so der Horx: "Bei Apple gibt es Menschen, die sich kontinuierlich Gedanken machen, wie, warum, mit welchem 'spirit' Menschen Technik benutzen. Apple reagiert auf die Wünsche der Kunden wie kein anderes Unternehmen und "erlöst" damit die Magie, die in den digitalen Dingen steckt." Simple Handys mit wenigen Funktionen und gutem Design sind laut Zukunftsforscher Horx also im Trend.

Das iPhone taugt nicht als Vorblid

Über so viel Enthusiasmus kann Mark Selby, Vice President Multimedia Nokia, nur schmunzeln. Die unangefochtene Nummer eins der Mobilfunkhersteller sieht der europäischen Markteinführung des iPhones gelassen entgegen. Alleine im dritten Quartal 2007 verkauften die Finnen 111,7 Millionen Handys, bauten ihren Marktanteil weiter aus auf 39,5 Prozent. Zum Vergleich: Von Apples Handy sind seit dem Verkaufsstart Ende Juni in den USA mehr als 1,4 Millionen Geräte abgesetzt worden. "Nein, neidisch sind wir nicht", sagt Mark Selby. "Schließlich geht es nur um den Hype, der sich aber nicht in den Absatzzahlen bemerkbar macht." Aber was macht Apple anders als die Konkurrenten? "In erster Linie ist der mediale Erfolg vom iPhone verknüpft mit dem Showman Steve Jobs. Er inszeniert sich und seine Produkte wie sonst keiner. Wir haben auch Touch-Screen-Modelle im Angebot und setzen auf cooles Design-Handys, doch das ist nur ein Teil unserer gesamten Palette."

Als "role-model", also als Vorbild für künftige Entwicklungen, tauge das iPhone allerdings nicht, meint Selby. Dafür fehle es an den nötigen Funktionen, die etwa Kunden von Nokia wünschen. Jeder möchte etwas anderes mit seinem Mobiltelefon machen, und diese unterschiedlichen Wünsche bediene der finnische Mobilfunkersteller schon seit Jahren.

Das iPhone ist ein Winzling auf dem Markt

Susanne Burgdorf, Pressesprecherin von SonyEricsson, sieht es ähnlich. "Es ist faszinierend, wie Apple es anstellt, diesen medialen Hype zu erzeugen. Eines ist klar: Apple-Chef Steve Jobs besitzt ein unglaubliches Charisma, er kann seine Begeisterung für die eigenen Produkte ungefiltert übertragen. Die Wirkung des iPhones ist für den Markt sicherlich positiv, aber der Anteil an iPhones macht nur einen Bruchteil des gesamten Marktes aus - trotz des Medienechos." Wenn das iPhone aber so eine Signalwirkung besitzt, stellt sich die Frage, warum die Firmen das Objekt nicht einfach kopieren? Werden sich viele zukünftigen Handys also am Design und der Bedienerfreundlichkeit von Apple orientieren, wie Zukunftsforscher Horx voraussagt? "Wir werden sicherlich keine iPhones kopieren, aber generell sehen wir einen Trend zu Touchscreens, den auch wir noch mehr umsetzen möchten. Zudem glaube nicht, dass der Trend zu reduzierten Funktionen führen wird. Dazu ist die Bandbreite der Nutzer ist zu groß", erklärt Burgdorf.

Auch Motorola hat schon länger begriffen, dass es nicht nur um die "Funktionsvielfalt eines Mobiltelefons geht", wie US-Firmensprecher Paul Alfieri betont. Design sei bei Mobiltelefonen sehr wichtig geworden, sagt er, weil es ja längst nicht mehr nur um das Gerät selbst geht und was es kann, sondern auch um das Signal, das es an die Umwelt sendet. "Menschen reagieren da sehr emotional. Sie fragen sich: Passt dieses Telefon zu mir? Was sagt es über mich aus?" Motorola scheint die passende Antwort darauf gefunden zu haben. Das Razr ist Motorolas Vorzeige-Gerät und hat sich weit über 50 Millionen Mal verkauft hat. "Die Schlagzeilen mag momentan Apple bekommen, aber es gibt andere Marktsegmente, die genauso wichtig sind", weiß Paul Aliferi.

Wer nun den richtigen Riecher für den Markt der Zukunft hat, entscheidet letztlich der Käufer - und weder Zukunftsforscher noch Marketingexperte. Dass Konsumenten allerdings immer häufiger nach Gefühl und Aussehen beim Kauf gehen, scheint als Trend erkennbar zu sein. Alles andere ist Kaffeesatzleserei. Spätestens in einem Jahr werden wir alle schlauer sein.

Von Thomas Soltau
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
MRP66 (10.11.2007, 12:53 Uhr)
Ich finds toll!
Durch meine langjährige Arbeit in Werbeagenturen wurde ich in die Apple Welt eingeführt, da dort nur Macs operieren. Inzwischen habe ich meinen eigenen G5 Rechner mit 23 Zoll Apple Screen und ein Ibook. Ich würde auch nichts anderes benutzen wollen. Ein PC ist eine graue Kiste und Windows ein langweiliges Betriebssystem. Macs sind einfach gut durchdacht das Betriebssystem Mac OS sehr anwenderfreundlich. Bei mir steht noch ein PC rum, aber den benutze ich nicht, warum auch? Das IPhone würde ich mir sofort kaufen, jedoch der T-Online Vertrag hält mich davon ab.
Aber das ist der einige Grund. Hätte das IPhone einen anderen Anbieter würden es mehr Leute kaufen, aber wer macht schon gerne mit T-Online rum? Schade eigentlich.
Dylan1941 (10.11.2007, 09:02 Uhr)
Medienhype richtiges Stichwort !
Die Verkaufszahlen insgesamjt vom angebissenen Apfel sind ein Witz (Siemens ist mit vielfachen in die Insolvenz gewandert). Was sind einige hundertausende Geräte gegen 20-30 Millionen der Hersteller Nokia,SE,Motorola und Co.
Das Spektakel ist von Medien organisiert und im Stern besonders veraltet. Im Spiegel war zum Verkaufsstart bereits ein Testvideo mit Aufklärung über Funktionen zu sehen, im Stern jetzt der gleiche Aufguß zum Verkaufsstart in D .
Was kann das Gerät besser ?
Nun ich weiß was es nicht besser kann als vergleichbare Geräte.
SE P1 z.B kann EMail Anhänge wie
Excel/Word öffnen/bearbeiten/Editieren/versenden
hat eine gut funktionierende Handschrifterkennung (an alle Daumengeschädigten SMS User),mit dem neuen,kostenlosen Opera Browser muß der User nicht auf "Safari" gehen,Navigation kann hier mit richtigem GPS aber auch über Google Maps ablaufen,es bietet einen MP3 Player vom feinsten(,UMTS/Wlan anstatt langsameren Edge (neue Geräte sogar HSDPA)Kamera mit 3,2 MPix,Zubehör wie Stereoheadset,kleine Lautsprecher etc.
Was bleibt vom Apple? Es sieht gut aus (wielange bleibt die Chromfläche ohne Kratzer?),Akku kann nicht gewechselt werden, Bin auch schon auf die ersten Sturztest in den Zeitungen gespannt.
Im Vergleich zum SE P1 (Netzpreis ca. 350 € ohne Vertrag) - Apple 399€ in Verbindung mit superteurem T-Mobile
Vertrag,gibt es keine 2 Meinungen außer man(n) ist Apple verblendet .
facilidad_de_ser (10.11.2007, 03:34 Uhr)
Auahhhh
Zitat "Apple-Chef Steve Jobs besitzt ein unglaubliches Charisma, er kann seine Begeisterung für die eigenen Produkte ungefiltert übertragen"
Auf den Verfasser dieses Artikels vielleicht und andere Apple-Glaübigen, auf einen normalen Menschen aber wohl weniger....
maxibon777 (09.11.2007, 19:35 Uhr)
Man muß nicht Zukunftsforscher sein
um vorauszusagen, daß hier nicht nur ein medialer Hype angesagt ist!
Bei mir in der Praxis laufen schon die ersten Daumen-Endgelenk-Arthrose-Geschädigten ein, die zu viel mit ihrem Nokia oder noch schlimmer Blueberry rum-gesimst oder ge-email-ed haben! Das dauert eben eine Weile, bis der Schaden wirdklich sichtbar wird, auch wenn der Normalbürger "Geiz-ist-geil" das nicht wahrhaben will! Unsere Sichtweise ist zu kurz geworden! Fakt ist, daß die heutigen Handys ein einziger Krampf sind und keinen wirklichen Nutzen darstellen! Die Industrie hat uns jahrelang für dumm verkauft - genauso wie Microsoft mit seinem grottendämlichen und langsamen Vista, welches "Null" Nutzen bringt. Ich selbst gehöre zu den gezwungenermaßen Geschädigten und warte sehnsüchtig darauf, dass Apple mit dem ultraleichten Notebook rauskommt. Nur eine Frage der Zeit, dann endlich kann man mal wieder durchatmen.
Die Nokias und Eriks werden sich noch umschauen. Zahlen sind veränderbar. Der Nutzen eines Produkts ist entscheidend!
Echoes (09.11.2007, 19:20 Uhr)
pfff
ich habe ein billiges 7360 von nokia, damit kann ich telefonieren und smsse schreiben. thats it.
ich würde mir das iphone noch nicht mal kaufen, wenn darin ein flaschenzug oder ein geldautomat eingebaut wäre.
Lorenzo-Klee (09.11.2007, 19:13 Uhr)
Ist die E-mail-bearbeitung zeitgemäß?
Das iPhone ist schick etwas dick und ich würde es gerne kaufen, aber was soll ich mit einem Superhightechgerät, das noch nicht mal die Attachments richtig öffnen und bearbeiten läßt?
Ich denke, da gibt es bessere Alternativen!
peterhamburg (09.11.2007, 17:48 Uhr)
Zum Glück...
... sind wir hier ja bei stern.de
Aber ernsthaft: Arbeite in der Agenturbranche und kenne lediglich einen, der sich dieses Teil jetzt direkt kauft. Und der auch nur, weil ihm andere handies zu kompliziert sind (ein knopf nur? klingt tauglich).
Ansonsten sind´s wirklich nur die medien, die das thema befeuern. alles schleichwerbung für apple. das normale volk - auch das stern-lesende - hat andere sorgen. benzinpreis zum beispiel.
Bumpinger (09.11.2007, 16:31 Uhr)
Den einzigen Rummel macht Spiegel.de selbst
Es vergeht kaum eine Stunde, inder Spiegel Online nicht einen neuen Bericht über das Iphone publiziert.
DAS NERVT !
MEHR ZUM ARTIKEL
Apple-Handy Was das iPhone draufhat - und was nicht

Am Freitag kommender Woche startet der Verkauf des Apple-Handys in Deutschland. Wer dann mitreden will, sollte die folgenden Fakten kennen. mehr...

Verkaufsstart 200 iPhones in Köln verkauft

Vier Monate nach der Premiere des iPhones in den USA wird nun auch in Deutschland das Apple-Handy verkauft. Rund 200 Menschen warteten in Köln auf den Verkaufsstart - ein Andrang wie in den amerikanischen Filialien blieb jedoch aus. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft