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12. Dezember 2006, 09:33 Uhr

"Frequenz zu besitzen, bedeutet Macht zu haben"

Handy-TV galt als einer der großen Trends des Jahres. Doch Streit um einen Übertragungsstandard scheint die Entwicklung des mobilen Fernsehens zu bremsen. Was sich hinter den Kulissen abspielt, erzählt im stern.de-Interview Jens Stender, Geschäftsführer des ersten deutschen Anbieters für Handy-TV.

Dr. Jens Stender ist Geschäftsführer von Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD)© MFD GmbH

Herr Stender, seit der Fußball-WM bieten Sie mobiles Fernsehen in verschiedenen deutschen Städten an. Wie hat sich das Projekt während der vergangenen Monate entwickelt?

Wir sind, auch auf ausdrücklichem Wunsch der Landesmedienanstalten, Anfang Juni in den WM-Städten mit mobilem Fernsehen gestartet. In eigener Regie. Und auf eigenes Risiko. Anschließend haben wir daran gearbeitet, die notwendige Sendenetz-Infrastruktur weiter auszubauen, so dass wir mittlerweile Mobile-TV in 15 Städten ausstrahlen. Gestartet haben wir das Projekt gemeinsam mit dem Service-Betreiber Debitel. Seit Mitte Oktober arbeiten wir zudem mit der Firma Mobilcom zusammen.

Wie viele Kunden nutzen Handy-TV?

Was den Vertrieb angeht, so kann es generell immer schneller angehen. Aber wenn man bedenkt, dass wir zunächst nur mit einem Vertriebspartner gestartet sind, so sind wir letztlich doch sehr zufrieden. Genaue Zahlen wollen unsere Vertriebspartner nicht veröffentlichen, aber es sind mehrere Tausend Nutzer. Gerade während der letzten Wochen hat es einen deutlichen Schub nach vorne gegeben.

Warum das?

Ich glaube, dass es in erster Linie an der neuen Preisstruktur liegt. Der Startpreis zur Fußball-WM war doch eher ambitioniert.

Haben Sie denn keinen Einfluss auf die Preise?

Nein, nicht direkt. Wir bieten einem Business-Partner ein Produkt an, nämlich "Watcha", einen Dienst für mobiles Fernsehen. Auf die Preise der Endgeräte sowie auf die Tarife haben wir aber letztlich keinen Einfluss. Das entscheiden einzig unsere Vertriebspartner Debitel oder Mobilcom. Wir nehmen jedoch an den Verhandlungen oftmals beratend teil.

Handy-TV kann sowohl mit dem DVB-H- als auch mit dem DMB-Standard betrieben werden. Warum haben Sie sich gerade für DMB entschieden?

Das ist eine spannende Frage, die gleich ins Zentrum der Diskussion führt. Wir haben uns nicht für einen bestimmten Standard entschieden. Vielmehr für ein Produkt - mobiles Fernsehen. Und um dieses zu realisieren, benötigt man Rundfunkfrequenzen. Als wir gestartet sind, haben wir uns alle Möglichkeiten für mobiles Fernsehen angeschaut. Dabei sind wir auf eine freie, wenn auch schmale Rundfunkfrequenz gestoßen, die bundesweit für Mobile-TV genutzt werden kann. Technisch ist diese Rundfunkfrequenz nur über den DMB-Standard zu nutzen. DMB kann jedoch weiter ausgebaut werden. Man kann via DMB auch große Frequenzbereiche mit vielen Programmen nutzen. DVB-H hingegen funktioniert nicht auf solch schmalen Bändern.

Mobiles Fernsehen Deutschland Seit der Fußball-WM bietet der Plattformbetreiber Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD) ein kommerzielles DMB-Angebot unter dem Namen "Watcha" in 15 deutschen Städten an. Empfangen werden können N24, das ZDF, MTV, ein spezieller "Made for Mobile"-Kanal der ProSieben-Sat1 Media AG und der Radiosender Big FM. Den Vertrieb der DMB-tauglichen Empfangsgeräte und des MFD-Programmangebots leisten die Serviceprovider Debitel und Mobilcom.

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