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19. November 2005, 08:28 Uhr

Frust im Funkloch

Schlechter Empfang in der Heimatzone des Handys kann die Freude am Spartarif trüben. Ein einfacher Alltagstest vor dem Vertragsabschluss beugt späterem Ärger vor.

Handys schwächeln manchmal, wo das Festnetz durchhält© Felix Reidenbach

Fast hundertprozentige Zuverlässigkeit - das sind wir vom Festnetztelefon gewohnt. Selten nur reißen Gespräche ab, Knistern und Knacken sind selten geworden. Bei Mobiltelefonen dagegen kann die Verständigung auch in den eigenen vier Wänden schwierig werden, wenn das Domizil im Funkloch steht. Dann brüllt man sich irgendwann an, weil die Sprachqualität so schlecht ist. Eine kurze Wanderung durch die Wohnung lässt das Gespräch abreißen. Besonders problematisch sind Fälle, bei denen Gespräche in vernünftiger Qualität nur an bestimmten Stellen möglich sind, etwa auf dem Balkon oder am Küchenfenster.

Wer die Heimspar-Option wählt, weiß nicht unbedingt, ob er an Wohnort und Umgebung auch in guter Qualität telefonieren kann. Zwar bieten die Anbieter auf ihren Internetseiten einen Versorgungs-Check, um festzustellen, ob im gewünschten Bereich ihr Mobilfunknetz verfügbar ist. Das Telefonieren in guter Gesprächsqualität ist damit aber keinesfalls garantiert.

Im Unterschied zum Festnetz werden Funknetze viel stärker von Umweltfaktoren beeinflusst. Die Positionen der Mobilfunkmasten entscheiden ebenso wie die in den Gebäuden verwendeten Baumaterialen, ob Funklöcher oder Zonen mit schlechter Sprachqualität vorhanden sind. Bevor der Frust im Funkloch entsteht, ist ein Anruf bei der Kundenbetreuung des Anbieters hilfreich. Die Netzbetreiber beteuern auf stern-Nachfrage, kulant auf entsprechende Probleme zu reagieren. Manchmal können technische Änderungen am Sender helfen. Falls keine Einigung möglich ist, stehen die Chancen für den Kunden nicht schlecht, aus dem Vertrag zu kommen.

Die Rechtslage ist klar: "Wird eine vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbracht, kann der Vertrag nach einer Fristsetzung sofort beendet werden", sagt Markus Herwig von der Verbraucherzentrale Hessen. Dennoch gibt es eine rechtliche Grauzone bei der vorzeitigen Vertragsauflösung. Ist die schlechte Qualität auf bauliche Gegebenheiten zurückzuführen, sinken aber die Chancen auf sofortige Kündigung.

Um den Frust in der Homezone frühzeitig zu stoppen, hilft nur ein ausführlicher Test. Der erste Schritt: Besorgen Sie sich, etwa von Freunden, ein Handy, das im Netz des Wunschanbieters angemeldet ist, wenn Sie nicht schon selbst eins haben. Damit gehen Sie dann telefonierend zu verschiedenen Tageszeiten durch alle Räume Ihrer Wohnung, in denen Sie telefonieren wollen, und prüfen dabei die Verständigung. So können Sie vorher praxisnah testen, wie gut der Empfang bei Ihnen ist.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 45/2005

 
 
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