13. Januar 2009, 10:57 Uhr

484 SMS verschickt - pro Tag

Simsen, bis die Finger bluten: Eine 13-jährige Kalifornierin hat duchschnittlich 484 SMS pro Tag verschickt. Ihr Vater wurde auf den Wahn seiner Tochter erst aufmerksam, als seine Handyrechnung plötzlich mehrere hundert Seiten dick war.

SMS, Handy, Textnachricht

Bei einigen Menschen wird SMS-Schreiben zur Sucht©

Die Handyrechnung von Greg Hardesty hatte ungefähr die Dimensionen des Telefonbuchs einer mittelgroßen Stadt. Als der in Kalifornien lebende US-Amerikaner den 440 Seiten langen Einzelverbindungsnachweis durchsah, entdeckte er schnell, dass der Urheber dieses Papierstapels im eigenen Haus wohnte: seine Tochter Reina.

"Zuerst habe ich gelacht", sagte Hardesty der "New York Post", "dann dachte ich, das sei Irrsinn, das sei unmöglich." Was den 45-Jährigen so erstaunte, war die ungeheure Anzahl von 14.528 SMS, die von Reinas Handy innerhalb eines Monats verschickt worden sein sollten. "Dann habe ich den Taschenrechner herausgeholt und nachgerechnet, ob das überhaupt menschenmöglich ist", erzählt der Journalist weiter.

Seinen Berechnungen zufolge ist es das: Die 13-Jährige hatte pro Tag durchschnittlich 484 Textnachrichten verschickt, das macht statistisch eine SMS alle zwei Minuten in jeder Stunde, in der Reina wach ist.

Reinas Vater berichtet weiter, dass sein fingerflinker Sprössling einem "harten Kern von vier obsessiven SMS-Schreiberinnen" gesimst habe, alles Mädchen zwischen 12 und 13 Jahren. Zu Hardestys Glück hat er einen Handyvertrag mit einer SMS-Flatrate, sonst hätte ihn die Bessessenheit seiner Tochter in einem Monat fast 3000 US-Dollar gekostet, wie die "New York Post" ausgerechnet hat.

Als erzieherische Maßnahme hätten Hardesty und seine Ex-Frau, berichtet die Zeitung weiter, nun ein SMS-Verbot nach dem Abendessen verhängt.

Extreme Fälle von SMS-Sucht kommen immer wieder vor: In Neuseeland hatte im Dezember ein 16-jähriges Mädchen für Schlagzeilen gesorgt. Hannah Brooke verbrauchte jeden Monat die in der Grundgebühr ihres Handyvertrages inbegriffenen 6000 SMS so schnell, dass sie sich von Freunden Handys ausgeliehen hat, um weitertexten zu können.

Ralf Sander
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
virtualtom (13.01.2009, 22:19 Uhr)
Verschobene Wahrnehmung
Liebe(r) esopherah: Der Begriff "soziale Isolation" ist in diesem Fall wohl etwas an den Haaren herbeigezogen. Schliesslich hat der Vater, im Gegensatz zu Ihrem Vergleich, dem Mädchen eben nicht verboten, Freunde zu besuchen - im Gegenteil, denn jetzt hat die junge Dame sogar ausreichend Gelegenheit, genau dies zu tun.
esopherah (13.01.2009, 16:30 Uhr)
willkommen
im neuen jahrtausend.
wer sich über sms aufregt, zeigt nur dass er mit der zeit nicht mitgehalten hat und schon im mittleren alter vergreist ist.
Wer sich mit der heutigen jugend beschäftigt und dies auch nachvollziehen kann, würde niemals ein sms verbot aussprechen. Das wäre so, als hätte man vor 15 jahren dem kind verboten freunde zu besuchen. Es ist die soziale isolation!
gut 400 sms pro tag sind übertrieben, die meisten kommen mit 40 aus, aber was solls is doch flatrate!
bR4iNST0RM (13.01.2009, 14:59 Uhr)
Früher war alles Besser! ;)
Was haben wir nur früher ohne Mobiltelefone gemacht?! Das kann sich heute so ein Teenager gar nicht vorstellen. Wir sind zum Freund hin und haben an der Haustür gefragt, ob er da ist. Hieß es „Nein“ hatten wir zwar den Weg umsonst gemacht aber auch was für die Fitness getan. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen an Fettleibigkeit leiden! (ist nicht nur auf die Mobiltelefone zu beziehen, gehört aber auch dazu)
auwei (13.01.2009, 13:29 Uhr)
Es mag konservativ klingen...
...aber wie wäre es mit "einfach mal die Klappe halten"? Die Laberschwätzindustrie (sprich: Mobilfunk) fördert den (nervigen) Mitteilungswahn der Menschen geradezu unverantwortlich. Mein Tipp: Innenleben aufwerten, Emissionen reduzieren...
Malt (13.01.2009, 12:56 Uhr)
Einfach...
...den Gören ein Prepaid-Handy geben und die Karten vom Taschengeld zahlen lassen! Dann kann man das super steuern... udn wenn die Bälger nach 2 Tagen bereits alles versimst haben - PECH!
MEHR ZUM ARTIKEL
Urlaubs-SMS Schluss mit Wucherpreisen

Die EU will die großen Mobilfunkkonzerne zwingen, die Preise für Textnachrichten deutlich zu senken - und zwar für innereuropäische SMS. Derzeit koste eine SMS, die man aus dem europäischen Ausland schickt, im Durchschnitt zehn Mal so viel wie eine in Deutschland verschickte.

SMS-Geburtstag Siegeszug mit 160 Zeichen

Vor 15 Jahren verschickte ein britischer Techniker die erste SMS. Damit begann ein Siegeszug mit 160 Zeichen: Dieses Jahr verschickten die Deutschen 23 Milliarden SMS über ihr Handy, selbst die Kanzlerin ist bekennende "Simserin".

Kostenfalle Mobilfunk Die höchsten Handy-Rechnungen

Wer im Tarif-Dschungel der Netzbetreiber nicht aufpasst, verheddert sich schnell in teuren Gebühren. Spätestens bei Schlagwörtern wie Roaming oder GPRS sollten die Warnsignale des Nutzers angehen. Neun extreme Rechnungen und ihre Ursachen.

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?