Instagram verliert Hälfte der Stammuser

16. Januar 2013, 18:08 Uhr

Die angekündigte AGB-Änderung beim Fotodienst Instagram vertreibt die Poweruser. Zwar änderte der Konzern die Nutzerrichtlinien nach nur einem Tag - die Stammnutzer scheinen aber vergrätzt zu sein. Von Christoph Fröhlich

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Der Bilderdienst Instagram scheint mit den geplanten AGB-Änderungen einige Stammuser vergrault zu haben.©

Die geplanten Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Fotodienstes Instagram sorgten im Dezember für Empörung bei den Nutzern: Darin räumte sich das Unternehmen nicht nur das Recht ein, Userdaten ab dem 19. Januar künftig an den Mutterkonzern Facebook weiterzureichen, sondern auch mit den Fotos der Nutzer Geld zu verdienen.

Zwar betonte das Unternehmen, dass die Fotografen nach wie vor die Rechte an ihren Bildern behalten würden - dennoch räumte sich Instagram das Recht ein, die Nutzerfotos für werbliche Zwecke selbst zu verwenden oder Dritten gegen Bezahlung zur Verfügung zu stellen, auch ohne eine explizite Zustimmung des Nutzers. Eine Vergütung war ebenfalls nicht vorgesehen.

Nach heftigen Protesten entfernte Instagram kurz darauf die strittige Passage aus den AGB. "Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen", betonte Kevin Systrom in einem Blogeintrag. Außerdem sei die Befürchtung übertrieben gewesen, dass Instagram-Bilder in Werbeanzeigen auftauchen könnten, erklärte der Unternehmenschef. Solche Pläne hätte es nie gegeben, alles sei nur ein großes Missverständnis gewesen.

Schwund der Poweruser

Dennoch scheint der AGB-Fauxpas seine Spuren hinterlassen zu haben: Laut den Analysten von "Appstats" hat sich vor allem die Zahl der Stammnutzer seit Bekanntgabe der neuen Nutzerrichtlinien deutlich verringert. Die Zahl der täglich aktiven User hätte sich zwischen dem 17.12.2012 und dem 14.01.2013 von 16,35 Millionen auf 7,41 Millionen Nutzer mehr als halbiert, so Appstats.

Besonders deutlich war der Rückgang am 17. Dezember: Von mehr als 16 Millionen Nutzern brach die Zahl der täglichen User innerhalb eines Tages auf knapp fünf Millionen ein. Nach Beseitigung der strittigen Passage stieg die Zahl zwar wieder auf 15,87 Millionen User, dennoch geht die Kurve seitdem nach unten. Ob der Rückgang wirklich mit einem Vertrauensverlust bei den Stammusern oder mit dem täglich wachsenden Angebot an Konkurrenz-Apps zusammenhängt, die ähnliche Retro-Effekte für Bilder bieten, kann nicht eindeutig geklärt werden.

Das Ende des Diensts sollte trotzdem nicht vorschnell verkündet werden: Während die Zahl der Poweruser konstant sinkt, steigt die Schar der Gelegenheitsnutzer deutlich an. In den letzten 30 Tagen stieg die Zahl von 42 Millionen auf mehr als 48 Millionen User, die mindestens einmal im Monat die App starten und Fotos hochladen.

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