SIM-Karten-Sicherheitslücke betrifft deutsche Nutzer kaum

22. Juli 2013, 16:43 Uhr

Deutsche Kunden können sich entspannen: Die deutschen Mobilfunknetz-Betreiber teilten mit, die von ihnen ausgegebenen SIM-Karten seien von der entdeckten Sicherheitslücke nur sehr selten betroffen.

3 Bewertungen
Handy-Sicherheitslücke, SIM-Karte,

In Deutschland werden offenbar kaum SIM-Karten mit alter Verschlüsselung eingesetzt.©

Handykunden in Deutschland müssen sich wegen der in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Sicherheitslücke bei SIM-Karten kaum Sorgen machen: Die vier deutschen Mobilfunknetz-Betreiber teilten auf Anfrage mit, die von ihnen ausgegebenen Chipkarten für Handys seien von dem Problem nicht oder nur in geringem Maß betroffen. Durch die Sicherheitslücke, von der weltweit Millionen Handys betroffen sein könnten, lassen sich Handys weitgehend manipulieren.

Die Berliner Firma Security Research Labs hatte in den vergangenen Tagen gezeigt, wie mit bestimmten SMS-Nachrichten die Verschlüsselungen von Handy-SIM-Karten geknackt und damit die Geräte gekapert werden können. Dem Unternehmen zufolge besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, die gekaperen Geräte zu missbrauchen. So können etwa SMS verschickt oder Standortdaten ausgelesen werden. Außerdem sei es möglich, SIM-Karten zu klonen und gespeicherte Zahlungsdaten auszulesen: Kriminelle könnten dann auf Kosten anderer telefonieren, SMS verschicken und im Internet surfen.

Branchenkenner gehen davon aus, dass Kunden in Deutschland praktisch nicht von der Sicherheitslücke betroffen sind. Bei neueren SIM-Karten sind Kunden durch eine stärkere Verschlüsselung geschützt. Bei älteren Karten können die Netzbetreiber nach Branchenangaben per Funk die Karten-Software aktualisieren und so die Sicherheit erhöhen. Der Kunde merkt davon demnach nichts.

"Unsere SIM-Karten sind von dem Problem nicht betroffen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Telekom in Bonn. Bei der Telekom sei selbst auf älteren SIM-Karten ein stärkerer Standard zur Verschlüsselung der Daten genutzt worden als bei jenen Karten, die von der Sicherheitslücke betroffen seien. Ob Kunden der Auslandstöchter der Telekom betroffen seien, prüfe der Konzern derzeit. Die Telekom ist Marktführer unter den Handynetzbetreibern in Deutschland. Rund 37 Millionen Verbraucher nutzen das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom.

Die Nummer zwei der Branche, die deutsche Tochter des britischen Konzerns Vodafone, will betroffene SIM-Karten von Mobilfunkkunden mit neuer Software aktualisieren und dadurch gegen die Gefahr von unbefugten Zugriffen sichern, wie ein Vodafone-Sprecher sagte. Diese Aktualisierung erfolge automatisch. Damit müssten sich Kunden selbst mit alten SIM-Karten, die weniger gut verschlüsselt seien, "keine Sorgen machen".

Auch die Nummer drei der Netzbetreiber, E-Plus, sieht ihre Kunden in Deutschland nicht durch das Problem gefährdet. "Der überwiegende Teil unserer SIM-Karten ist neueren Datums und deswegen nicht betroffen", sagte ein E-Plus-Sprecher. Bei diesen Karten werde eine stärkere Verschlüsselung genutzt. "Aber auch unsere älteren Karten sind nicht korrumpierbar."

Der viertgrößte Netzbetreiber, die deutsche Tochter des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica mit der Marke O2, rechnet allenfalls mit einer geringen Zahl betroffener Kunden. Das Unternehmen prüfe derzeit, bei wie vielen Karten die Sicherheitslücke bestehe, sagte eine Telefónica-Sprecherin. Das Problem könne es bei "sehr alten Karten" geben, wahrscheinlich aber seien die O2-Kunden "größtenteils nicht betroffen". Sobald das Unternehmen nähere Informationen habe, werde es seine Kunden informieren.

san/AFP
 
 
MEHR ZUM THEMA
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von bh_roth: VPN-Server erkennbar?

 

  von Gast 92508: Welche Kühlschranktemperatur ist richtig

 

  von Gast 92503: Warum habe ich nach meiner Privatinsolvenz immer noch einen sehr schlechten Scorwert bei der Schufa...

 

  von Gast 92501: gibt es ökologische Fahrradbekleidung?

 

  von Gast 92499: Rechtsfrage

 

  von rocky1703: mein sohn ist 21 jahre und hat seine ausbildung abgebrochen abgebrochen muss ich weiter unterhalt...

 

  von Amos: Warum heißt es häufig "Freiheitsstrafe" statt "Gefängnisstrafe"? Klingt das...

 

  von Gast: Haben Sie Behindertenrabatte?

 

  von Amos: Was ist dran am möglichen Ende von AC/DC? Alles nur Spekulationen?

 

  von Gast 92465: ich habe bei meinem Nissan Pixo den Lüftungsmotor wegen Geräusche vor 1 Jahr austauschen lassen.

 

  von getachew: Wie kann man die Monatskarte der Bvg steuerlich absetzen?

 

  von Amos: Warum trägt der BVB auch ein VW-Logo auf dem Trikot? Aus Sympathie für Wolfsburg? Bisher hatten sie...

 

  von bh_roth: Zwei Windows Betriebssysteme auf einer Festplatte möglich?

 

  von Gast 92439: Temperatur schwankt im Kühlkombie von -20 bis - 12 Grad. warum?

 

  von Anoukboy: Ich bin Französin, habe mehrere Jahre in Deutschland gewohnt une gearbeitet. Ich ziehe nach...

 

  von Gast 92418: Daten von externer Festplatte auf PC laden?

 

  von Amos: Deutsche Spitzengastronomie wird zu 95% von männlichen Köchen dominiert. Köchinnen kenne ich...

 

  von Amos: Woher stammt die Unsitte, vieles als "vorprogrammiert" zu bezeichen? Statt...

 

  von Gast 92411: wie stelle ich meine e-mail adresse um?

 

  von gerti: suche eine alternative Pfanne zu Aluguss für Induktionsherd welche nicht so schwer ist...

 

 
 
stern - jetzt im Handel
stern (17/2014)
Der Schicksalsflug