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27. September 2007, 12:23 Uhr

Die Story vom Zehn-Millionen-Dollar-Handy

Die Anzeige für einen Blackberry der US-Telefonfirma Sprint sieht eigentlich ganz normal aus - wenn da nicht dieser unglaublich hohe Kaufpreis wäre. Noch kurioser als die achtstellige Zahl ist allerdings das "Geschenk", das es zu dem Mobiltelefon dazu gibt. Von Jonas Erlenkämper

Blackberry plus Insel... macht 10,5 Millionen Dollar© Jonas Erlenkämper

Die Anzeige, die in den vergangenen Wochen in zahlreichen amerikanischen Zeitungen erschien, ist auf den ersten Blick unscheinbar. Ganzseitig wird ein Mobiltelefon beworben, ein Blackberry der Telefonfirma Sprint. Erst der zweite Blick, der auf den geforderten Preis, offenbart, um welch außergewöhnliches Kommunikationsmittel es sich handeln muss: Das Telefon kostet 10,5 Millionen Dollar! Es ist damit das teuerste der Welt. Und die Summe erklärt sich nicht allein durch die Tatsache, dass der angebotene Blackberry 8830 "World Edition" ein Satellitenhandy ist.

Die gesamte Anzeige von Sprint. Unter der großen Überschrift steht "nur für Milliardäre"© Jonas Erlenkämper

Den horrenden Preis rechtfertigt allein das "special gift": Zusammen mit dem Telefon erwirbt der Käufer eine ganze Insel, exotisch, mit Sandstrand, Palmen und - auf Wunsch - einem Golfplatz. Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, dass sich das Angebot an eine finanzstarke, exklusive Minderheit richtet. Ein Handy für Milliardäre. Von denen gibt es gerade in den USA immer mehr. Mehr als die Hälfte der weltweit 946 Milliardäre wohnt zwischen Kalifornien und Florida, errechnete das "Forbes"-Magazin. Und viele der 414 superreichen Amerikaner haben Probleme, ihr schwer verdientes oder geerbtes Geld in sinnvolle Vergnügungen zu investieren. Wie soll sich nach einer ausgedehnten Shoppingtour Befriedigung einstellen, wenn derart Privilegierte allein von den monatlichen Zinsen alle vier Wochen einen neuen Sportwagen für den privaten Autopark erstehen könnten? Viele scheinen den Urlaub in ungewöhnlicher Umgebung als probates Mittel der Vermögensreduzierung entdeckt zu haben, diverse Reiseagenturen haben sich auf die Vermittlung exotischer Ferienorte spezialisiert. Abenteuer-Ausflüge sind schließlich auch Status-Symbole. Längst jedoch reicht es der globalen Finanz-Elite nicht mehr, eine gewöhnliche Yacht in Monaco zu besitzen oder eine simple Villa in Bel Air. Der nächste große Schritt ist wohl der Kurzurlaub im All. Schließlich: Sozialneid ist ein Fremdwort in den USA.

Vielleicht ist das Residieren auf einem Rückzugsrefugium unter Palmen nur die zeitgemäße Yuppie-Version des Amerikanischen Traums. In den USA ist das Streben nach einem eigenen Fleckchen Erde ungleich ausgeprägter als in Europa. Die Vereinigten Staaten hätten niemals zur Weltmacht entwickelt, wären die Pioniere nicht auf der Suche nach besiedelbarem Land westwärts gezogen. Ein berühmtes Beispiel ist der Bundesstaat Oklahoma, der seine Existenz allein dem legendären Land Run von 1889 verdankt. Damals wurde das bis dato unerschlossene Gebiet nördlich von Texas nach einem großen Wettrennen aufgeteilt: Wer ein Stück Land zuerst in Besitz nahm, durfte es fortan bewirtschaften.

Der Firma "Sprint" geht es um Profaneres. Noch bis zum 29. September können Kunden das 10,5 Millionen-Handy kaufen. Ob einige schon zugegriffen haben, will die Firma nicht verraten. Ein Konzernsprecher räumt aber ein: "Das ganze ist eine Idee unserer Marketingabteilung". Es handele sich vor allem um eines: ein Lockangebot.

Von Jonas Erlenkämper
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
FIJI (27.09.2007, 18:26 Uhr)
Ich habe auch eine Insel zu verkaufen
meine kostet aber EUR 25 Millionen, habe sie bei ebay eingestellt.
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=140123811370
ich lege zwei Händys dem Kaufpreis bei.
michaalb (27.09.2007, 14:10 Uhr)
Humor in der Werbung
Liebe Leute,
kein Wunder, dass die deutsche Werbung so humorlos ist. Bei dem "Angebot" handelt es sich doch offensichtlich um einen Werbe-Gag - oder glaubt Ihr ernsthaft, dass sich jemand, der vorhat, 10 Mios für eine Insel auszugeben, diese über ein Handy-Angebot kauft?
Ich ziehe meinen Hut vor den Sprint-Werbern. Mit einer Anzeigenschaltung erreichen sie massig kostenlose PR (immerhin wird ja selbst in Deutschland über die Anzeige berichtet) und erreichen das, was sie wollen: nämlich viel Aufmerksamkeit für einen Handy-Vertrag mit einem Blackberry für $ 199,99 schaffen. Und es gibt in den USA sicher genug Dödel, die sich einen "Millionär-PDA" als Statussymbol wünschen.
veith (27.09.2007, 13:46 Uhr)
blah
@manndernichtdaist
Artikel nicht gelesen? es ist n Satelliten Handy.
Wieder ein Angebot mehr das sich ein normal sterblicher nicht leisten kann
hiro42 (27.09.2007, 13:24 Uhr)
Wie gut...
...das Probleme wie Hunger, AIDS, Klimakatastrophe, mangelnde Bildung und sämtliche Krankheiten der Welt ja mitlerweile gelöst sind. Da brauchen die Hilfsorganisationen ja zum Glück kein Geld mehr und man kann sein sauer erebtes Geld endlich in sinvolle Dinge stecken! (Es sei aber auch erwäht das es in USA zum guten Ton gehört viel Geld zu spenden - aber bei so einem Angebot könnte ich kotzen)
manndernichtdaist (27.09.2007, 12:55 Uhr)
tja..
..ärgerlich nur, wenns auf dieser Insel nichtmal Handyempfang gibt. :P
Wenn einer der Milliardäre dies liest: Bitte geben sie mir 500 Mio Dollar, wenn sie nicht wissen was sie damit tun sollten, denn dann ist es wenigstens für einen guten Zweck. Nämlich für mich.
atride (27.09.2007, 12:52 Uhr)
mensch,
n handy gleich mit ner insel dazu... wenn das nicht mal echt praktisch ist.
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