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Huawei Mate 8 im Test: Es läuft und läuft und läuft...

Auf dem Papier ist das Huawei Mate 8 ein Spitzen-Smartphone mit großem Display, rasanter Geschwindigkeit und einem schlicht riesigem Akku. Doch kann es auch im Alltag punkten? Wir haben es getestet.

Huawei Mate 8

Das Huawei Mate 8 taugt mit seinem Riesen-Akku auch wunderbar als Abendbegleiter.

Großer Start ins neue Jahr: Das Huawei Mate 8 will den Konkurrenten wie dem iPhone 6s oder dem Samsung Galaxy S6 trotzdem das Wasser abgraben. Dazu hat Huawei das schicke Gerät mit allerlei feiner Technik vollgestopft - und besonders in einem Bereich noch mal eine Schippe draufgelegt: Der Akku ist im Vergleich zu anderen Premium-Modellen riesig. Müssen sich Apple und Co. warm anziehen?

Wohl kaum ein Hersteller hat in den letzten Jahren solch eine Entwicklung durchgemacht wie Huawei. Der chinesische Hersteller punktete anfangs vor allem über den Preis, erst seit wenigen Jahren versucht er sich auch an Premium-Smartphones. Mit stetig wachsendem Erfolg. Hatte das Huawei P8 noch kleine Verarbeitungs- und Design-Patzer, sind die mittlerweile komplett verschwunden. Das Mate 8 ist von vorne bis hinten ein extrem hübsch gestaltetes und toll gefertigtes Smartphone.

Bitte mitschreiben, Apple

Der Metall-Body überzeugt mit klaren Formen und dezenten Schwüngen. Alles ist hervorragend verarbeitet und fühlt sich sehr edel an. Der runde Vorhof um die Kamera und der ebenfalls runde, extrem flotte Fingerabdrucksensor setzen auf der Rückseite schicke Akzente. Die von anderen Metall-Smartphones wie dem iPhone bekannten Plastikstreifen, unter denen sich die Antennen verbergen, konnte Huawei beinahe restlos eindampfen. Lediglich vier dezente Streifen an den beiden Seiten unterbrechen den Metallrahmen. Der Empfang leidet darunter nicht merklich. Hier kann sich Apple wirklich eine Scheibe für das kommende iPhone 7 abschneiden. Dasselbe gilt für das Verhältnis zwischen Gehäuse und Display. Denn trotz des riesigen Bildschirms ist das Mate 8 kaum größer als ein iPhone 6s Plus - dem schlanken Displayrahmen sei Dank.

Huawei Mate 8

Beim Mate 8 hat Huawei geschafft, woran Apple bisher scheiterte: Die hässlichen Antennenstreifen auf der Rückseite sind weg. Stattdessen gibt es nur noch vier kleine Kunststoffstreifen am Rand.

Das mit 6 Zoll Diagonale riesige Display ist auch sonst eine Wucht. Klar, mit einer Hand lässt es sich nur mit sehr großen Händen bedienen. Wer damit leben kann, auch mal mit beiden Händen zuzupacken, bekommt aber jede Menge Bild für's Geld. Mit 1920 x 1080 Bildpunkten ist die Auflösung zwar nicht so hoch wie etwa beim Samsung Galaxy S6 Edge Plus, im Alltag bemerkt man das aber nicht. Einzelne Pixel sind nicht zu erkennen, Bild und Schriften sind immer scharf. Farben, Kontrast und Helligkeit überzeugen ebenfalls.

Akkuwunder

Große Displays sind bei den aktuellen Smartphones die größten Stromfresser. Das Mate 8 bringt es trotzdem kaum aus der Puste. Während die Konkurrenz sich mit immer dünneren Smartphones zu übertrumpfen versucht, packt Huawei in das große Gehäuse lieber mehr Akkuzellen. Und das merkt man deutlich. Trotz drei bis vier Stunden aktiver Nutzung am Tag war selbst am Ende des zweiten Tages immer noch Power übrig. Für einen ganzen dritten Tag reichte es allerdings nie. Wenignutzer dürften den allerdings auch noch packen - und vielleicht sogar auf einen vierten hoffen. Selbst wer das Smartphone kaum aus der Hand legt, dürfte es kaum schaffen, das Mate 8 an nur einem Tag leerzubekommen. Eine starke Leistung.

Beeindruckend ist zudem die Ladezeit. Huawei versprach bei der Vorstellung, in nur 30 Minuten Strom für einen ganzen Tag in das Mate 8 schaufeln zu können. Und tatsächlich: Nach einer halben Stunde ist der Akku auf 40 Prozent geladen, zehn Minuten später ist er bereits halb voll. Dann geht es allerdings etwas langsamer, eine volle Ladung dauert knapp zwei Stunden. Für mehr als zwei Tage Laufzeit ist das immer noch sehr schnell.

Huawei Mate 8

Das schlichte Design macht das Huawei Mate 8 zum echten Hingucker. Hinten brechen das runde Kamera-Design und der schnelle Fingerabdrucksensor angenehm die sonst sehr gradlinige Optik.

Flotte Technik

Bei der Leistung hat Huawei dafür allerdings nicht gespart, jedenfalls nicht so, dass es zu bemerken wäre. Das Mate 8 reagiert immer sehr flott, auch anspruchsvolle Aufgaben wie Spiele überfordern es nicht. An Speicherplatz mangelt es ebenfalls nicht. 32 Gigabyte bringt das hierzulande erhältliche Modell mit, der Speicher lässt sich per microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern. Dann fällt allerdings der zweite SIM-Kartenslot aus. Der beherrscht aber ohnehin kein UMTS oder gar LTE.

Fotos schießen und Videoclips filmen gehört heutzutage zu den wichtigsten Smartphone-Funktionen. Und auch hier macht das Mate 8 eine gute Figur. Die 16-Megapixel-Kamera löst schnell aus, die Bilder sind scharf, kontrastreich und farbtreu. Sogar bei schlechtem Licht ist auf die Knipse in der Regel Verlass, wenn die Bilder auch manchmal leicht verrauscht sind. Die Videos fallen ebenfalls sehr gut aus. Leider beherrscht das Mate 8 nicht die moderne, ultrahohe 4K-Auflösung. In Bezug auf Bild- und Filmqualität kann es sonst aber durchaus mit den besten Smartphone-Kameras, wie der des iPhone 6s, des ebenfalls von Huawei gefertigten Google-Smartphones Nexus 6P sowie dem Samsung Galaxy S6 mithalten.

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iPhone 6s und iPhone 6s Plus

Apple iPhone 6s

Wie in den ungeraden Jahren üblich, hat Apple diesmal wieder ein überarbeitetes S-Modell herausgebracht, statt das gesamte iPhone neu zu erfinden. Optisch bis auf das minimal dickere Gehäuse praktisch nicht vom "alten" iPhone 6 zu unterscheiden, finden sich die Neuerungen alle unter der Haube.

Die haben es aber durchaus in sich. Die Kamera gewinnt deutlich dazu, die Auflösung steigt von 8 Megapixel auf 12 MP, außerdem kann sie nun auf Wunsch die Sekunde vor und nach der Aufnahme als Bewegtbild mitaufnehmen. Der Prozessor ist mittlerweile so flott, dass das iPhone 6s das kleinste Apple Notebook in Tests überholt.

Die spannendste Neuerung ist allerdings 3D Touch. Das iPhone-Display erkennt, ob man fest oder sanft drückt und reagiert dann unterschiedlich darauf. So kann man zum Beispiel mit leichtem Druck auf einen Link nur eine Vorschau öffnen, ein fester Druck öffnet dagegen direkt die verlinkte Webseite. Dadurch entsteht eine komplett neue Art, das Smartphone zu bedienen. Um zu sehen, wie gut die Nutzer das annehmen, ist es allerdings noch zu früh. Andere Hersteller scheinen aber zu planen, die innovative Idee für ihre eigenen Geräte zu stibitzen. Hier finden Sie einen ausführlichen Test des iPhone 6s.

Aktueller Preis: ab 680 Euro


Als eines der ersten Smartphones bringt das Huawei Mate 8 das aktuelle Android-System 6.0 mit. Darüber stülpt der Hersteller allerdings seine eigene Oberfläche EMUI, das optisch stark an Apples iOS erinnert. Im Alltag funktioniert es recht gut, einige Eigenheiten können aber durchaus stören. Die voreingestellte Tastatur ist beispielsweise etwas überladen und sorgt so schnell für Vertipper. Die von Huawei vorinstallierten Apps rufen beim ersten Start jeweils jede Menge Berechtigungen ab - und funktionieren ohne sie schlicht nicht. Warum aber die Telefon-App den Standort überwachen muss, ist nicht ersichtlich. Gerade Einsteiger dürften sich hier überfordert fühlen. Ist das Schlimmste erst einmal überstanden, ist die Software in der Regel aber gut und ohne große Einarbeitungszeit benutzbar. Technisch versiertere Nutzer können mit einem neuen Launcher und dem Umschalten auf die Android-Tastatur ohne viel Aufwand das originale Android-Feeling wiederherstellen.

Fazit: Schicker Dauerläufer für große Hände

Das Huawei Mate 8 ist das erste Spitzen-Smartphone 2016 und macht wirklich Hoffnungen auf ein großartiges Smartphone-Jahr. Die Hardware ist schön gestaltet und hervorragend verarbeitet, die Technik überzeugt ebenfalls. Das Mate ist schnell und macht tolle Fotos und Videos. Das echte Highlight ist allerdings die herausragende Akkulaufzeit. Zusammen mit der kurzen Ladezeit hat Huawei hier einen echten Dauerläufer geschaffen. Hut ab!

Natürlich gibt es auch Schattenseiten, sie fallen aber eher gering aus. Das riesige Display ist sicher nicht jedermanns Sache, die Kamera beherrscht keine 4K-Aufnahmen. EMUI wirkt leider immer noch wie eine mäßige iPhone-Kopie, ohne dafür echten Mehrwert zu bieten. Den tollen Gesamteindruck stört das aber kaum.

Das Huawei Mate 8 ist in den Farben Silber und Dunkelgrau bereits im Handel erhältlich und kostet ab 599 Euro. Ein goldenes und ein braunes Modell sowie eine Version mit 64 GB Speicher gibt es nur in Asien.

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