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Pixel C im Test: Ist dieses Tablet Googles iPad-Killer?

Mit dem Pixel C traut sich Google das erste Mal an ein eigenes Tablet - und macht Apple mächtig Konkurrenz. Doch kann das Pixel C wirklich das iPad als bestes Tablet ablösen? Wir haben es getestet.

Google Pixel C

Das Pixel C ist Googles erstes eigenes Tablet. Die schicke Hardware überzeugt.

Tablets mit Googles Android gibt es viele, auch von Google. Und trotzdem ist das Pixel C das erste eigene Tablet des Internet-Giganten. Bislang ließ der seine Hardware nämlich von anderen entwerfen und produzieren, etwa von LG oder HTC. Jetzt kommt wirklich alles von Google selbst. Die Ansprüche sind entsprechend hoch. Ob Google wirklich den Tablet-König Apple vom Thron stoßen kann, zeigt der Test.

Wenn Google ein Tablet oder Smartphone herausbrachte, tat der Konzern das vor allem, um sein Betriebssystem Android angemessen präsentieren zu können. Dazu reichte eigentlich auch der bisherige Ansatz der Nexus-Geräte: Google sagt einem Hersteller, was das Tablet alles können soll, der entwickelt dann das passende Gerät. Wenn Google nun aber eigene Hardware entwerfen will, stellt sich die Frage: Warum? Offensichtlich stellte man sich im Hauptquartier in Mountain View das perfekte Android-Tablet anders vor als bei LG, Samsung und Co. Wirft das Pixel C also nun alles um?

Pixel C mit schlichtem Design

Auf den ersten Blick handelt es sich beim Pixel C um ein weitgehend unspektakuläres Tablet. Das schlichte Design mit seinem Metall-Unibody ist zwar sehr hübsch gelungen, auch die Verarbeitung ist hervorragend. Einen neuen Standard setzt es aber nicht. Apple liefert bereits seit dem ersten iPad wirklich tolle Tablets ab, auch andere Hersteller können durchaus mithalten. Etwa Sony mit seinem schicken Xperia Z4 Tab oder Lenovo mit seiner Yoga-Tab-Reihe. Google muss sich ganz sicher nicht verstecken, für einen echten Wow-Effekt reicht es allerdings nicht.

Interessant ist vor allem eine kleine, aber prägende Design-Entscheidung. Während Apples iPad Air 2 und auch etwa Samsung-Tablets vor allem für die Benutzung im Hochformat entworfen wurden, ist das beim Pixel C anders. Die Frontkamera ist im Querformat genau mittig platziert, die Lautsprecher sind auf beiden Seiten des Bildschirms. Auch die Lautstärkewippe lässt sich so am besten erreichen. Natürlich funktioniert auch im Hochformat alles ganz normal, das Querformat ist aber die natürlichere Haltung.

Google Pixel C

Die Halterung zwischen Pixel C und dem optionalen Keyboard ist clever gelöst. Legt man den unteren Rand des Tablets auf die Tastatur klickt er sich magnetisch an, erst dann lässt sich die Halterung ausklappen. So hält das Tablet deutlich fester als bei anderen Lösungen.

Clevere Magnet-Tastatur

Das macht vor allem dann Sinn, wenn man sich die tolle Klapp-Tastatur dazu kauft. Im zugeklappten Zustand dient sie als von Magneten gehaltener Display-Schutz und dank induktiver Ladung wird sie auch gleich vom Tablet mit Strom versorgt. Klickt man das Tablet an die Tastatur, wird es zum passablen Laptop-Ersatz. Dank einer am Anfang etwas gewöhnungsbedürftigen, dann aber sehr cleveren Magnet-Halterung halten die beiden wirklich bombenfest aneinander fest. Die Tastatur selbst ist angenehm zu nutzen, nur das Fehlen eines Trackpads und das ständige Tatschen auf den Bildschirm gestalten längeres Arbeiten etwas unbequem. Das größte Manko ist aber ganz sicher der Preis: 179 Euro verlangt Google. Für eine Tastatur ist das wirklich happig. Zu happig.

Rein technisch macht das Pixel C seiner Existenz als Vorzeige-Gerät eigentlich alle Ehre. Rasanter Prozessor, viel Arbeitsspeicher, eine ordentliche Kamera, der schnelle ac-Wlan-Standard und der neue USB-C-Anschluss sind alle an Bord. Als Speicher stehen wahlweise 32 oder 64 GB zur Verfügung, erweiterbar ist er aber leider nicht. Das tolle Display und die lange Akku-Leistung tragen ebenfalls zum guten Eindruck bei. Wirklich gute Hardware also. Etwas wirklich Herausragendes oder relevante Innovation kann das Tablet aber nicht vorweisen.

Kein Software-Bonus bei Android

Dafür wäre bei Google dann ja eigentlich auch die Software zuständig. Installiert ist das neue Android in Version 6.0.1 mit dem Codename Marshmallow. Das ist bisher nur auf wenigen Geräten zu finden. Im Alltag macht es die Tablet-Nutzung durchaus angenehmer. Gerade im Querformat nervte etwa der in der Mitte des Displays platzierte und damit nicht besonders gute erreichbare Homebutton. Mit Marshmallow ist er an den linken Rand gerückt, er befindet sich nun direkt neben der Zurück-Taste - und ist endlich schnell zu erreichen.

Die erweiterte Rechte-Kontrolle des neuen Systems, mit der man endlich allzu datenhungrige Android-Apps in seine Schranken weisen kann, überzeugt. Auch der tolle Assistent Now On Tap, der den Bildschirm-Inhalt analysiert und passende Aktionen anbietet, bietet einen echten Mehrwert. Das Problem ist: Das alles können andere Tablets mit Android Marshmallow auch, wenn sie denn auf den Markt kommen. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist es also nicht. Immerhin dürften sich Käufer eines Google-Tablets länger auf Updates verlassen können als die Kunden anderer Hersteller.

Google Pixel C

Der Metall-Unibody des Pixel C ist schlicht gehalten

Auch ein weiteres Problem von Android-Apps kann Google nicht im Alleingang beheben. Während auf iPads viele Apps wirklich Nutzen aus dem größeren Bildschirm ziehen, sind Tablet-Apps auf Android-Geräten meist nur hochskalierte Versionen der Smartphone-Apps. Die lassen sich zwar gut benutzen, sind aber nicht in Ansätzen so durchdacht. Das kann man dem Pixel nicht alleine vorwerfen, vergleicht man es mit einem iPad, spielt es aber durchaus eine Rolle.

Fazit: Tolles Tablet, aber kein iPad-Killer

Das Pixel C ist eigentlich ein sehr gelungenes Tablet. Es ist schön gestaltet, ordentlich verarbeitet und bietet viel Leistung. Ein Innovationswunder ist es indes nicht. Gerade wenn man bedenkt, dass es als Androids Referenztablet dienen soll, wirkt das Paket trotz zum Teil sehr guter Einzelkomponenten etwas mager. Man fragt sich, warum Google sich auf einmal berufen fühlt, ein Tablet komplett selbst zu bauen, wenn dann ein solch konservatives Gerät herauskommt. Mit dem Pixel C zieht Google rein von der Hardware zwar durchaus mit Apple gleich. Überholen kann man den Konkurrenten aber nicht.

Der Mechanismus zum Anschluss des Keyboards ist allerdings wirklich toll. Als Grund 499 Euro für das Tablet (32 GB) und dann noch mal 179 Euro für die Tastatur auszugeben, reicht er aber nicht. 

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