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"Splatoon 2" im Test: Kleckern statt klotzen

Die Tintenkiller sind zurück: Am Freitag erscheint das Videospiel "Splatoon 2" für die Nintendo Switch. Wir haben uns in die Farbschlacht gestürzt.

Super Mario, Zelda, Donkey Kong - mit Nintendo verbindet man vor allem alteingesessene Marken und Videospielreihen. Mit "Splatoon" wagten sich die Japaner 2015 auf neues Terrain vor. Mit Erfolg: Der kindertaugliche Shooter für die Wii U wurde ein Millionenseller. Am Freitag erscheint der Nachfolger "Splatoon 2" für die Nintendo Switch. Wir haben das Spiel bereits getestet.

Rückkehr der Tintenkiller

Das Spielprinzip von "Splatoon 2" ist im Wesentlichen identisch mit dem Vorgänger: Mit Hilfe einer Spritzpistole kann man Tinte verschießen, auf Knopfdruck verwandelt man sich in einen Mini-Tintenfisch und kann durch die bunte Flüssigkeit schwimmen. Im Standardmodus "Revierkampf" gilt es, das gegnerische Team mit der eigenen Tintenstrahlkanone abzuschießen und gleichzeitig den Untergrund der Arena einzufärben. Die Spielzeit beträgt drei Minuten, dadurch ergeben sich schnelle, dynamische Duelle. Das Team mit der größten Fläche gewinnt bei Abpfiff. Es ist deshalb hilfreich, die Gegner zu erledigen - man kann aber auch ohne einen einzigen "Kill" gewinnen.

Für jeden Abschuss und jeden Sieg gibt es Punkte, mit denen man Stufen aufsteigen kann. Damit bekommt man Zugang zu neuer Ausrüstung und besseren Waffen, etwa eine Malerrolle, mit der man Feinde im Nahkampf plattwalzen kann. Mit Stufe 10 gibt es Zugriff auf die sogenannten Rangkämpfe mit drei weiteren Spielmodi. Unterhaltsam ist etwa die Turmeroberung, bei der man einen fahrenden Turm in die eigene Basis geleiten muss. Auch der Horde-Modus "Salmon Run", in dem man gemeinsam mehrere Wellen von Feinden überstehen muss, ist vielversprechend - denn auf höheren Stufen ist er wirklich knifflig.

Mehr Abwechslung wünschenswert

Die Grafik ist etwas schicker als beim Wii-U-Vorgänger, das Spiel läuft mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Auch Lags, das sind Verzögerungen der Synchronisation mit dem Server, haben wir nicht erlebt. Dafür muss man schon einmal loben.

Einige Design-Entscheidungen sind aber nicht nachvollziehbar: So ist die Kartenrotation für unseren Geschmack viel zu gering. Es können immer nur zwei verschiedene Arenen gespielt werden, nach zwei Stunden sind die nächsten zwei an der Reihe. Das ist schade, denn viele der Karten sind toll gestaltet.

"Splatoon 2" online: Bitte warten …

In der Lobby muss man zudem häufig lange Wartezeiten über sich ergehen lassen, und auch das Matchmaking scheint noch nicht ganz ausbalanciert zu sein. Teilweise kämpfen vier starke, ranghohe Spieler gegen Anfänger. Miteinander kommunizieren ist fast unmöglich, weil der Sprachchat in eine externe App für iOS und Android ausgelagert wurde - und die ist alles andere als gelungen. Lokal im Splitscreen kann man "Splatoon 2" leider nicht spielen.

Bei der Steuerung setzt Nintendo erneut auf einen Mix aus analoger und bewegungssensitiver Bedienung. Das funktioniert im Handheld-Modus erstaunlich gut, die Steuerung geht aber auch mit dem Pro-Controller mit etwas Eingewöhnung leicht von der Hand. In den Einstellungen kann man die Bewegungssteuerung an die eigenen Vorlieben anpassen.

Fazit: Netter Mutliplayer-Shooter für die Switch

"Splatoon 2" ist die Fortsetzung eines der innovativsten Spiele der letzten Jahre. Das kurzweilige Spielprinzip aus Shooter-Duellen und taktischem Einfärben der Umgebung ist wirklich spaßig. Durch die bunte Optik und das intuitive Gameplay ist das Spiel auch für Kinder empfehlenswert. Für Solospieler gibt es eine vollwertige Kampagne. Online-Gamer dürfen sich über neue Karten, Waffen und Modi freuen - einige werden leider erst in den nächsten Monaten nachgereicht. Beim Online-Modus müssen die Japaner unbedingt nachbessern. Fans des ersten Teils können bedenkenlos zuschlagen, aber auch Neueinsteiger könnten Gefallen an dem Spiel finden - sofern sie keinen klassischen Shooter erwarten.

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