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Mattel entwickelt die Stasi-Barbie

Mattel kämpft gegen die Bedeutungslosigkeit seiner Puppen-Ikone Barbie. Die Pläne dürften Eltern die Sprache verschlagen: "Hello Barbie" unterhält sich mit den Kindern - und speichert ihre Interessen.

Von Malte Mansholt

  Spioniert Barbie bald auch in deutschen Kinderzimmern?

Spioniert Barbie bald auch in deutschen Kinderzimmern?

Früher war die berühmte Barbie-Puppe die Königin des Mädchen-Zimmers. Egal wie viel Kritik Mattels plastikgewordener Alptraum jeder emanzipierten Frauen einstecken musste: Die Mädchen liebten die blonde Puppe und ihre rosafarbene Welt. Heutzutage hat Barbie arg zu kämpfen. Statt Barbie, Ken und ihrem pinken Cabriolet stehen heute Puppen anderer Spielzeug-Serien auf den Wunschzetteln der Welt. Barbie verliert seit Jahren an Beliebtheit - und damit an Käufern. Nun soll eine neue Barbie die Umsätze retten. Sie dürfte wieder einmal Eltern auf die Barrikaden bringen. Diesmal bedroht sie nicht das Selbstbild, sondern die Privatsphäre der Kinder.

Denn die "Hello Barbie" getaufte Neukreation aus dem Hause Mattel bringt als Alleinstellungsmerkmal die Fähigkeit mit, sich mit den Kindern zu unterhalten. Die Gespräche verlaufen dank Spracherkennung ähnlich, wie bei Apples Sprachsteuerung Siri: Die Puppe erkennt das Gesprochene und antwortet. Damit das funktioniert, nimmt sie ständig sämtliche Geräusche in der Umgebung auf. Erkennt sie, dass jemand redet, speichert die Puppe das Gesprochene und überträgt es an einen Mattel-Server. Dort wird die Sprache ausgewertet und eine passende Antwort generiert.

Kinderwunsch-Datenbank

Als wäre die Vorstellung einer ständig mitlauschenden IM Barbie nicht unheimlich genug, will Mattel auch noch die Vorlieben der Kinder speichern. Angeblich dient das dazu, passende Antworten zu geben. Welchen Wert eine auswertbare Datenbank mit Kindervorlieben für einen Spielzeughersteller hat, ist leicht vorstellbar. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis Hello Barbie anfängt, sich ein Pferd oder ein Auto zu wünschen.

Hello Barbie soll nach Angabe des Techblogs "Gizmodo" noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ob sie auch in Deutschland erscheinen soll, ist genauso offen, wie der Preis. Deutsche Eltern können also noch darauf hoffen, dass sie den Spion für das Kinderzimmer nicht allzu bald auf den Wunschzetteln finden werden.

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