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Zukunft Energie

Wie ein Schokoriegel das Wohnen revolutionierte

Wissen Sie, wer die Mikrowelle erfunden hat? Und vor allem wie? Und dass nicht Kommunen-68er Rainer Langhans, sondern Sherlock Holmes die erste moderne WG begründete? Nein? Dann bitte weiterlesen.

Gilt als Pionier des WG-Lebens: Sherlock Holmes

Gilt als Pionier des WG-Lebens: Sherlock Holmes

Der Kühlschrank erkennt, wenn die Milch alle ist – und schickt uns zur Sicherheit eine SMS mit dem Einkaufszettel fürs Wochenende. Die Heizung weiß, wie warm wir es am Abend beim Fernsehen gerne haben. Und vom Urlaubsort können wir mit unserem Haus Kontakt aufnehmen und via Handy-App checken, ob bei der Abreise auch wirklich alle Fenster geschlossen worden sind. Ja, das ist die Welt des intelligenten Wohnens, auch Smart Home genannt. Unternehmen wie zum Beispiel der Stromanbieter innogy bieten mittlerweile eine breite Palette an intelligenten Helferlein fürs Zuhause, vom Raumthermostat bis zur vernetzten Wetterstation. Sensoren, Mikroprozessoren und Apps erleichtern das Leben ungemein. Das „Internet der Dinge“, die Online-Vernetzung also von Dingen wie Kühlschrank, Heizung und Handy, sorgt auf nahezu revolutionäre Art für Komfort und Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Doch wer meint, Smart Home sei eine Erfindung des Handy-Zeitalters, der irrt. Der Mensch war schon immer ziemlich smart, wenn es ums Wohnen ging.

Allein das Heizen: Lange vor Gasetagentherme und Durchlauferhitzer mussten die Menschen das Feuer bändigen. Ohne Feuer gab's kalte Küche und vor allem kalte Füße, selbst in der schönsten Steinzeithöhle. Seinerzeit, vor rund 1,5 Millionen Jahren, musste man auf einen Blitzschlag mit Waldbrand warten, das Feuer in die heimische Höhle tragen und nicht ausgehen lassen. Bis dann vor 32.000 Jahren ein leider heute unbekannter Kreativkopf erstmals Schwefelkies auf Feuerstein schlug – und als Erfinder des Feuerzeugs in die Evolutionsgeschichte einging. Licht und Wärme waren fortan stets auch indoor verfügbar. Bevor der Mensch aber vor 6.000 Jahren sesshaft wurde, wanderte er in Nomadenzügen seinen Tierherden hinterher. Damals erfand man die Doppelverglasung – lange vor dem ersten Glasfenster. Die mobilen Zelte mit Außenwänden aus Tierhaut und einem Innenzelt aus Tierfell verfügten aber über luftgefüllte Zwischenpolster, die die Wärme speicherten.

Schon die Nomaden hatten ein Heizsystem - das sah aber anders aus als moderne Heizkörper

Schon die Nomaden hatten ein Heizsystem - das sah aber anders aus als moderne Heizkörper


Schon damals lebte man meist in größeren Gruppen zusammen – einer Art vormoderner WG. Die erste echte Wohngemeinschaft aber wurde in einem Buch gegründet, in den Geschichten von Arthur Conan Doyle über die „Zwei-Mann-Zweckehe“ von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Erst rund 100 Jahre später setzte sich der Gemeinschaftsaspekt des Wohnens außerhalb des klassischen Vater-Mutter-Kind-Schemas durch: Ab Ende der 1960er-Jahre teilten sich Hippie-Studenten und Polit-Aktivisten wie Kommunarde Rainer Langhans und Uschi Obermaier Wohnung, Miete - und oft auch das Bett.

Bis heute ist die Studenten-WG eine besonders smarte Wohnform – vor allem hinsichtlich absurder innerstädtischer Mietpreise. Obwohl man, wenn's etwa ums Abwaschen geht, hinter das „smart“ sicher bisweilen ein Fragezeichen setzen müsste. Da hatte man es in gutbetuchten Haushalten des 18. Jahrhunderts einfacher: Seinerzeit entwickelten findige Wohnungsexperten eine Art Vor-App fürs komfortable Wohnen: die Klingelschnur. Ohne seinen Platz zu verlassen, konnte der Hausherr an einer Schnur ziehen, die Glocke in der Küche läutete und die Bediensteten sprangen herbei. Ein „Smart Home“-Produkt, dessen Komfortgewinn am anderen Ende der Schnur aber vermutlich ganz anders beurteilt wurde.

Einen Gewinn für alle aber stellten diese Erfindungen dar: der erste Kühlschrank (1748), der erste Handstaubsauger (1869), der erste Fernseher (1886) … und natürlich die erste Mikrowelle. Die erfand der US-amerikanische Ingenieur Percy Spencer – allerdings zufällig. Bei der Arbeit an einem Radargerät verwandelte sich 1945 ein Schokoriegel in Spencers Hosentasche in flüssige Schokolade. Der Nachweis war erbracht, dass Mikrowellen Speisen erwärmen können. Der erste Mikrowellenofen kam bereits 2 Jahre später auf den Markt. Der „Radarange“ war damals der letzte Schrei in Sachen Smart Home. Allerdings war er 2 Meter hoch und wog 400 Kilogramm. Und SMS schreiben konnte er auch nicht.