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Politische Intrige hinter der Kulisse

Liebe stern-Leser!

Smoking, große Roben, festliches Ambiente im Hamburger Schauspielhaus. Gefeiert wurden die journalistischen Glanzleistungen des vergangenen Jahres. Unsere Branche, die eigentlich eher uneitel auftreten sollte, gönnte sich ein wenig Eitelkeit - zu Ehren der besten Autoren und Fotografen. Sie wurden mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet - gestiftet vom stern und dem Verlag Gruner + Jahr. Einer der Preisträger jedoch konnte den großen Moment auf der Bühne nicht so recht genießen, denn hinter den Kulissen, genauer - ein paar tausend Kilometer entfernt in einer Millionen-Metropole an der Wolga - spielte sich eine Farce mit politischer Sprengkraft ab. Kurz bevor Dmitrij Muratow, Chefredakteur der oppositionellen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" den Preis in der Kategorie "Pressefreiheit" entgegennahm, bekam die Regionalausgabe seiner Zeitung in Samara Besuch von Putins Staatsmacht. Vormittags um zehn hatten drei Polizeibeamte zwei Rechner beschlagnahmt. Vorwand: die Benutzung von nicht lizensierter Software! Alle anderen Computer laufen mit dem freien Betriebssystem Linux. Drei Stunden später rückten vier Milizionäre der Abteilung Wirtschaftskriminalität an und holten auch die Linux-Rechner ab. Nun war die Redaktion plötzlich der Steuerhinterziehung verdächtig! Und arbeitsunfähig. Die Staatsmacht hatte ihr Ziel erreicht. Ganz unverfroren an dem Tag, an dem der Chefredakteur für seine öffentliche Courage geehrt wird!

Warum aber so viel Aufwand, um eine kleine Zeitung, die jeden Montag in einer Millionenstadt 5000 Exemplare verkauft, mundtot zu machen? Kommenden Freitag wird in der Nähe von Samara ein Treffen zwischen EU-Vertretern - an der Spitze Angela Merkel - und Russlands Präsident Putin stattfinden. Die Bewegung "Marsch der Nicht-Einverstandenen", die kürzlich schon in St. Petersburg und Moskau gnadenlos niedergeknüppelt wurde, hat eine Demonstration in Samara angekündigt! Zu den Organisatoren gehört die 20-jährige Tochter des Redaktionsleiters. Beide wurden am Sonntag festgenommen - und wieder freigelassen. Mit der absurden Begründung, man habe nach Handgranaten suchen müssen.

Die "Nowaja Gaseta" ist Russlands vermutlich letzte kritische Stimme, dort arbeitete auch die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja. Allein die Zahlen aus dem Jahre 2006 zeigen, dass Putin jedes Recht verwirkt hat, sich einen Demokraten zu nennen: Polizei und Geheimdienst nahmen in Russland 75 Journalisten fest. Die Staatsanwaltschaft leitet 240 Gerichtsverfahren ein. 69 Journalisten wurden Opfer von Übergriffen, es gab ungeklärte Todesfälle. Die großen Medien gehören dem Staat oder Gazprom, was das Gleiche ist. Ein Staat, der nicht einmal 5000 gegen den Strich gebürstete Zeitungsexemplare erträgt, ist jedenfalls keine Demokratie. Putin wirkt wie ein Diktator und nicht wie ein Diener seines Volkes. Es riecht in seinem Reich nach Anfängen eines modernen Stalinismus. Das sollten sich die übrigen G-8-Teilnehmer in Heiligendamm auf ihre Themenkärtchen schreiben und mit dem "gewählten Präsidenten" besprechen. Der G-8-Klub will ja auch Wertegemeinschaft sein, nicht nur ein Weltwirtschaftsverein.

Während der Chef der "Nowaja Gaseta" im Schauspielhaus auf der Bühne stand, flimmerten hinter ihm die mahnenden Worte von Albert Camus: "Eine freie Presse kann gut oder schlecht sein, aber eine Presse ohne Freiheit kann nur schlecht sein." Vor allem für die Menschen in einem Land, das finsterste Diktatoren über sich ergehen lassen musste. Wir in Deutschland wissen, wovon wir reden. Dmitrij Muratow flog früh am Morgen zurück nach Moskau, um weiterzukämpfen.

Herzlichst Ihr

Andreas Petzold

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