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20. Juni 2008, 15:37 Uhr

Löw rechnet mit Peters ab

Die Abrechnung ließ gerade mal einen Tag auf sich warten: Bundestrainer Joachim Löw hat klar gemacht, dass er sich eine weitere Zusammenarbeit mit Bernhard Peters nicht vorstellen kann. Peters, Mitglied des sogenannten "Kompetenzteams" hatte zuvor den Leistungsstand der DFB-Elf kritisiert.

Mit seiner Kritik an den Leistungen des DFB-Teams bei der EM hat sich Bernhard Peters ins Abseits manövriert© picture-alliance

Bundestrainer Joachim Löw hat die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters einseitig aufgekündigt. Nachdem der einstige Klinsmann-Favorit für den Sportdirektor-Posten im Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor dem Sieg gegen Portugal deutliche Kritik am EM-Auftreten der deutschen Nationalmannschaft geäußert hatte, reagierte Löw knallhart: "Die Kritik hat mir nicht gefallen und das wird Konsequenzen haben", kündigte der Bundestrainer am Freitag in Tenero an.

Mitglied im DFB-Kompetenzteam

Nachdem der DFB vor der Weltmeisterschaft 2006 Matthias Sammer und nicht Peters als Sportdirektor verpflichtet hatte, war der heutige Sportdirektor des Bundesliga-Aufsteigers 1899 Hoffenheim zumindest ins DFB-Kompetenzteam berufen worden.

Diesem gehören neben Löw unter anderem auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Nationalteam- Manager Oliver Bierhoff und Sammer an.

Ein Rauswurf von Peters sei "nicht bei diesem Turnier erforderlich", bemerkte Löw, der das auch nicht entscheiden kann. Aber der 48-Jährige ließ keinen Zweifel daran, dass er eine entsprechende Reaktion der DFB-Verantwortlichen erwartet: "Für meine Person habe ich da eine klare Vorstellung."

Interview wurde Peters zum Verhängnis

Peters hatte sich am Donnerstag in einem Interview mit der "Rhein- Neckar-Zeitung" (Heidelberg) kritisch über die Nationalmannschaft geäußert, die prompt am selben Tag beim 3:2 gegen Portugal begeistern konnte.

"Mir fällt auf, dass die Mannschaft nicht so zielstrebig und leidenschaftlich auftritt wie bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren. Ich bin mir nicht sicher, ob in der Vorbereitung alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden", hatte der ehemalige Hockey-Coach moniert. Er habe in den Spielen gegen Kroatien (1:2) und Österreich (1:0) "in der Offensive eine klare Struktur und Aufgaben-Verteilung vermisst", erklärte Peters und kritisierte damit natürlich auch Löw.

Der Bundestrainer bekam am Spieltag gegen Portugal Kenntnis von Peters' Äußerungen: "Ich war sehr enttäuscht über diese Ferndiagnose."

DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
henrytt (21.06.2008, 20:11 Uhr)
@ExPat55
Scheinst auch nicht viel Ahnung zu haben! Bild-zeitungsformulierungen sind fehl am Platz.
Wer gar nicht dabei war (Peters), sich aber vom DFB als Miglied des K-Teams noch gut bezahlen lässt, disqualifiert sich selbst. Es ist ja auch leichter, bei Hoffenheim das große Wort zu schwingen. Genau wie der o. g. hier.
Motte07 (21.06.2008, 14:53 Uhr)
na ja...
erstmal abwarten, ob Peters das wirklich so gesagt hat. Ich vermute eher, das wurde ihm von einem schmierigen Boulevard-Journalisten aus der Nase gezogen.
Gestern hat jeder, aber auch wirklich jeder Reporter Jogi Löw mit einem geifrigen Blick auf Peters' Aussagen angesprochen um dann befriedigt Löws schlechte Laune im Bild festzuhalten. Das sind die Krawall-Geschichten, die die Journaille so mag.
Der DFB und Löw wären gut beraten erstmal bei Peters nachzufragen, was da wirklich war. Vermutlich war alles halb so wild.
Dewerth (21.06.2008, 10:07 Uhr)
Das hat mit Arschkriechen....
.... rein gar nichts, mit Kleiderordnung sehr viel zu tun. Das müsste Peters wissen.
Gernspieler (20.06.2008, 20:06 Uhr)
In der Presse geht nicht
Peters hätte seine durchaus interessante Kritik verbandsintern Löw persönlich mitteilen können, statt sich damit in der Presse wichtig zu tun. Mit dieser Reaktion Löws war zu rechnen, das hat mit Mimosentum nichts zu tun, sondern mit schlechtem Stil und Vertrauensmissbrauch.
namidh (20.06.2008, 17:41 Uhr)
Kritik ist gut...
... aber nach Innen. Wenn ich über Dritte erfahre, was jemand in meinem Team über mich und meine Leistung denkt, der kann ruhig seine Meinung vertreten. Aber nicht mehr in meinem Team.
Völlig richtige Entscheidung, so ist's im Berufsleben eben. Wer das nicht verträgt, der ist wirklich eine Mimose.
ExPat55 (20.06.2008, 16:55 Uhr)
Mimose
...und wer dem süssen Jogi nicht in den Allerwertesten kriecht, wird gandenlos abgeschossen!
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