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16. Juni 2008, 07:46 Uhr

Für Urs Meier ist bald Schluss. Endlich

Das meiste, was ZDF-Experte Urs Meier sagt, hätten wir uns auch selber denken können. Besonders haarig wird es, wenn der ehemalige Schiedsrichter die Tabellenkonstellation erklären soll - und immer wieder auf ganzer Linie scheitert. Von Mark Stöhr

Urs Meier: ""Schlussendlich hat der Schiedsrichter so entschieden"© Carmen Sauerbrei/DPA

Schlussendlich ist die Schweiz raus. Das stand schon nach vier EM-Tagen fest. Thomas Wark, Kommentator der bedeutungslosen Partie Schweiz gegen Portugal im noch bedeutungsloseren ZDFinfokanal gestern, fand für das frühe Ausscheiden der Eidgenossen ein rührendes Bild: "Das ist, wie wenn sich ein kleiner Junge aufs Weihnachtsfest freut, und dann fällt es aus irgendwelchen Gründen aus." Schlussendlich könnte uns das missglückte "Sommermärli" der Gastgeber herzlich egal sein, wenn sich im ZDF-Expertenteam von Johannes B. Kerner nicht ein Schweizer befände: Urs Meier.

"Schlussendlich" ist die Lieblingsfloskel des ehemaligen Schiedsrichters, der im Kanton Aargau ein Küchengeschäft namens "Mundart" betreibt. Er ist der Mann für die strittigen Regelauslegungen und beendet seine hastigen Ausführungen über das Für und Wider eines gegebenen oder nicht-gegebenen Elfmeters gerne mit dem Satz: "Schlussendlich hat der Schiedsrichter so entschieden".

Dabei zieht er die Schultern bis zu den Ohren hoch und presst das Mikro ganz eng an seinen Körper. Das Meiste von dem, was Urs Meier sagt, hätten wir uns schlussendlich auch selber denken können.

Meyer kann den beiden Schnellsprechern nur mühsam folgen

Das ZDF hat dem Schweizer TV-Supervisor über die letzten Wahrheiten des Fußballs innerhalb seiner EM-Berichterstattung ein eigenes Format geschenkt: den "RegelkURS". Schon allein für diesen Kalauer hätte der verantwortliche Redakteur eine Woche Zwangsurlaub verdient.

Beim "RegelkURS" steht Urs Meier in einer Animationslandschaft und erklärt allen Fußball-Novizen vor den Plasmabildschirmen zu Hause die wichtigsten Regeln des Spiels. Beim direkten Freistoß darf der Schütze direkt aufs Tor schießen, beim indirekten schlussendlich nicht. Meier genießt sichtlich die einsame, virtuelle Bühne fernab der beiden Schnellsprecher Klopp und Kerner, denen er oft nur mühsam folgen kann.

Manchmal wirkt er, als würde er gerne noch während der Sendung in ein Boot steigen, durch die Bregenzer Bucht auf die andere Seeseite paddeln und die Schweizer Schwäne aus dem Schlaf pfeifen. So richtig doll laut und allein nach seinen eigenen Regeln.

Gestern wurde zum Abschluss der Gruppenphase im völlig verregneten ZDF-Dome Bilanz gezogen. Studienrat Kerner rief wie immer erst seinen Lieblingsschüler Klopp auf und danach erst den Sitzenbleiber Meier. Der diagnostizierte eine "Europameisterschaft der Stürmer" und fühlte sich auf die fragenden Blicke seiner Kollegen hin zu einer Konkretisierung bemüßigt: "Die Stürmer sind wahnsinnig gut drauf." Damit konnten alle etwas anfangen.

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KOMMENTARE (10 von 58)
 
Clemens1964 (18.06.2008, 08:12 Uhr)
totkomisch
vor allem über unterscheidungen wie leichtes abseits, abseits und totales abseits kann ich mich echt schlapplachen...
Fussballchattie (17.06.2008, 12:25 Uhr)
für Urs Meier ist bald Schluss ...
... genialer Artikel, ich musste gleich nochmal herzlich lachen, vor allem über den "Schweizer des Jahres". Humor ist, wenn man trotzdem lacht;-)) Ich finde dieses Dreigespann trotzdem sehr unterhaltsam und man sollte nicht wirklich alles so ernst nehmen. Die machen ihren Job gut und langweilen nicht, im Gegensatz zur ARD - die Sprüche gab es schon zur WM 2002! Urs Meier ist eben kein Medienprofi und das merkt man auch. Muss er aber auch nicht sein, denn dafür wurde er nicht geholt. Ich finde es schade, wenn die in dieser Konstellation nicht weiter machen (können/dürfen?), denn wer soll es richten? Fachlich kommen da einige in Frage, aber die machen nicht soooo viel Spaß und sind nicht so lustig. Also, genießt die letzten Kommentare! Ihr werdet Euch noch danach zurücksehnen. Ciao
utospatz (17.06.2008, 00:31 Uhr)
Du kannst drehen dich wie
du willst, mit dem Arsch kommst du niemals zur Wand!
Das hat schon Einstein als die Zunge er streckte, beim Anblick deutscher Politiker erkannt!
ganzbaf (16.06.2008, 20:18 Uhr)
Kerner...

trägt jetzt nicht mal mehr einen Schlip?.....??
Pfui Daibel aber auch... ;-6
minihami86 (16.06.2008, 17:49 Uhr)
Absolut daneben...
Tut mir Leid, aber ich finde diesen Artikel absolut daneben. Geben wir uns jetzt auf Bild-Niveau herab, Herr Stöhr? Ich finde Urs Meyer absolut sympathisch und insbesondere finde ich es richtig klasse, dass auch endlich mal jemand für Fernseh-Mitmoderationen gefunden wurde, der die Schiedsrichterleistungen mit in den Vordergrund rückt. Es gibt im Fußball, gerade für den "gemeinen Zuschauer", zahlreiche Situationen, die er einfach falsch einschätzt oder anders sieht. In meinen Augen ist es genau richtig, dafür dann einen kompetenten Mann mit im Boot zu haben (und man kann viel über Meyer sagen, aber Kompetenz besitzt er in jedem Fall!!!). Selbst, wenn dem nicht so wäre und Urs Meyer eine Person wäre, die der Beschreibung in ihrem Artikel entspräche - so ein Artikel gehört trotzdem nicht in den Stern!!!
herontronic (16.06.2008, 17:22 Uhr)
Das eigentliche Problem
...ist, dass jeder selbst meint, er wäre Experte, nur weil er früher mal in der 2. Bundesliga oder im Ortsverein gespielt hat (wenn überhaupt). Aber niemand kann sich als Experte bezeichnen, der nicht selbst einmal ein großes Turnier bestritten hat, insofern sind Urs Meyer, Netzer und Scholl die einzigen TV-Experten, die diese Bezeichnung momentan verdient haben. Wenn ein ehemaliger Eisläufer eine Eislaufmeisterschaft kommentiert, lauscht jeder gespannt, weil man selbst viel zu wenig Ahnung davon hat. Nur beim Volkssport Nr. 1 gilt das nicht, weil jeder schonmal ein hochwertiges Turnier im Fernsehen erlebt hat. ZITAT:
"Maddux (16.6.2008, 16:02 Uhr):
Experten braucht schlussenndlich kein Mensch, der schon ein paar Fußballspiele gesehen hat."
Und auf demselben, primitiven Niveau bewegt sich eben auch der STERN-Autor!
gsc777 (16.06.2008, 16:51 Uhr)
Der ganze Verein nervt!
Urs stört am wenigsten, ein Schwyzer halt. Aber der Kloppo geht mir derart auf den Keks, mit seinen bescheuerten Analysen, die keinen Menschen interessieren. Der arme BVB!Und der Kerner nervt sowieso immer. Egal was er macht.
deveraux (16.06.2008, 16:23 Uhr)
Verstehe ich irgendwie nicht
Ich bin kein Fan von Meyer, empfinde es aber überhaupt nicht so wie der Autor. Im Gegenteil, Meyer scheint mir der ernsthafte Gegenpol, zum oftmals zu lockeren Geplapper von Kerner. Ich finde die drei ergänzen sich sehr gut und wer über Meyer mosern kann, aber das rein deutsche ARD-Schlaftabletten-Pendant Delling und Netzer nicht auf dem Radar haben kann, ist mir gleich mal suspekt.
Und ist dass ein 2-Seiten Artikel wert? Ich weiß ja nicht.
/pro Meyer
/contra ABM-Journalismus
Maddux (16.06.2008, 16:02 Uhr)
Experten braucht
schlussenndlich kein Mensch, der schon ein paar Fußballspiele gesehen hat. Die Analysen sind die immer wieder runter gebeteten Floskeln, die man schon tausendfach gehört hat. Das man als Schiedsrichter so gar keine Ahnung vom Fußball braucht war mir neu. Danke Urs Meier!
Siamkatze79539 (16.06.2008, 15:59 Uhr)
Foul Herr Stöhr
Ihr Kommentar Herr Stör ist ein großes Foul. Das Hat Urs Meyer nun nicht verdient. Klopp´+ Meyer, die sind ok, den Kerner könnte man vergessen, dieser quatscht immer dazwischen. Was haben Sie eigentlich gegen U. Meyer? Lassen Sie den doch bitte in Ruhe, Ihre beißende Kritik hat er nicht verdient!! Hätten Sie ihn auch so verrissen, wenn er im RTL oder in der Bild gewesen wäre?
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