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25. Juni 2008, 14:41 Uhr

Löw stand auf der Kippe

Ein Vorrunden-Aus der deutschen Fußball-Nationalelf hätte das Ende der Ära Löw bedeutet. Dieser Meinung ist Verteidiger Christoph Metzelder. "Es ging um die Legitimation der gesamten Arbeit der vergangenen Jahre", sagte Metzelder der Wochenzeitung "Die Zeit".

Steigerte sich von Spiel zu Spiel: Verteidiger Christoph Metzelder, hier im Zweikampf mit dem Portugiesen Simao© Valery Hache/AFP

"Wir wussten alle, dass keiner der Verantwortlichen irgendeinen Zweifel daran hat, was hier geleistet wurde und wird", sagte Metzelder dem Wochenblatt. "Wir wussten aber auch, dass es im Fußball schon oft Situationen gegeben hat, wo der öffentliche Druck auf Entscheidungsträger so groß geworden ist, dass diese Wertschätzung dann nicht mehr entscheidend war."

Der Systemwechsel zwischen den Partien gegen Österreich und Portugal geht nach Aussage des Nationalverteidigers auf eine Initiative von Führungsspielern zurück: "Wir haben natürlich viele Spiele beobachtet und zum Beispiel festgestellt, dass die Italiener bei der WM noch im 4-4-2-System gespielt haben - und jetzt auch auf 4-2-3-1 umgestellt haben. Parallel dazu hat sich der Trainerstab offenbar ähnliche Gedanken gemacht. Jedenfalls mussten wir die Trainer nicht überzeugen, dass diese Veränderung hilfreich wäre", erklärte Metzelder.

"Fußball ganzheitlich praktizieren"

Der frühere Verteidiger von Borussia Dortmund, der seit einem Jahr für den spanischen Verein Real Madrid spielt, kritisierte die Trainingsarbeit einiger Bundesligaclubs: "Ich bin fest davon überzeugt, dass es wichtig ist, Fußball ganzheitlich zu praktizieren, den Spieler auch in seiner Persönlichkeit zu fordern und zu formen." Er wisse, dass dies in vielen Vereinen nicht üblich sei: "Dass viele sich dem verweigern, hat oft mit einer Überheblichkeit zu tun, die ich nicht nachvollziehen kann."

Viel zu oft würden "Millionen in Ergänzungsspieler investiert, statt sich einen größeren Trainerstab zu leisten", sagte Metzelder. Er sei sich sicher, dass Jürgen Klinsmann als Trainer des FC Bayern München beweisen werde, dass sich die Methoden, nach denen die Nationalmannschaft arbeite, auf den Vereinsfußball erfolgreich übertragen ließen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Malt (25.06.2008, 19:26 Uhr)
Vielleicht stand...
..Löw ja auf der Kippe... ich hab' aber gesehen, dass er die in seiner Kabine beim Portugalspiel geraucht hat!
piet82 (25.06.2008, 18:33 Uhr)
die mechanismen
sind beim dfb ganz andere als achaz geschildert hat.
jeder der beim dfb entscheidungsträger ist, ist froh erstma aus der schusslinie der medien zu sein, deswegen wurde auch klinsmann die komplette umstrukturierung um die nationalmannschaft herum genehmigt, da der öffentliche druck viel zu gross war um den deutschen fussball nicht ins 21 jahrhundert zu bringen...
es können sich noch alle nur zu gut an die flaute 96-2004 erinnern, wobei das erreichte wm-finale 2002 pures glück war wenn man es objektiv betrachtet.
viele der dfb oberen mussten jahrelangen spott ertragen. die die jetzt am ruder sind wissen das und wollen sich so etwas ersparen...
klauknie (25.06.2008, 16:59 Uhr)
Quatsch!!!
Was Du (AchazIII) alles weisst, beeindruckend. Deutschland hat m.E.noch nie einen so taktisch/akribisch denkenden Bundestrainer (-stab) gehabt. Da würde das Volk wohl aufjaulen wenn man den nach den bisherigen (und zukünftigen!) Erfolgen in die Wüste schicken würde. Da hat die Industrie wohl nicht den entscheidenden Einfluß gegen deren Willen.Dann kaufen höchstens weniger Leute Mercedes und tragen erst recht keine Fußballschuhe.
AchazIII. (25.06.2008, 16:36 Uhr)
Nach der EM ist für Löw ohnehin Schluss
Löw kommt bei der deutschen Fußballindustrie nicht so gut an, er gilt als zu sperrig.
Seit Löws Amtsantritt ging der Absatz spürbar zurück. Aud Dauer kann das niemand wollen, vor allem der DFB, der von deren Unerstützung lebt.
Man braucht einen Trainer, der den Deutschen den Eindruck vermittelt: Kein Schritt mehr ohne Fußballschuhe.
Das gilt im Übrigen auch für den Sponsor mercedes benz. Die Marke will eigentlich wieder einen Schwaben als Trainer.
Löw wird wohl wieder in die Türkei zurück gehen. es wird spannend sein, on heute abend nicht schon getürkt wird.....
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