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26. Juni 2008, 07:47 Uhr

Deutschland im Freudentaumel

Millionen Fußball-Fans in Deutschland haben friedlich den Einzug der deutschen Nationalelf ins EM-Finale gefeiert. Die Polizei sprach von einem gemeinsamen großen Fußball-Fest von Deutschen und Türken. Nur vereinzelt gab es Zwischenfälle. In Sachsen allerdings kam es zu Randalen und fremdenfeindlichen Ausschreitungen.

Deutschland jubelt: Wie hier in Köln feierten die Fans den Finaleinzug der DFB-Elf - und es blieb fast überall friedlich© Herbert Knosowski/AP

Nach dem knappen Sieg der Nationalelf gegen die Türkei dürfen die Fans weiter vom EM-Titel träumen. Millionen Menschen wurden am Mittwochabend einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, erst der Schlusspfiff in Basel erlöste die Menschen. Eine Woge der Begeisterung breitete sich in der Republik aus. Auf Fanmeilen und Straßen, vor den Riesenleinwänden und in den Kneipen feierten die Menschen das 3:2 von Ballack und Co., das der deutschen Elf in letzter Minute den Einzug in das Endspiel am Sonntag brachte.

Überall in Deutschland hatten sich Zehntausende versammelt, um gemeinsam bei dem Halbfinale im Baseler St.-Jakob-Park-Stadion mitzufiebern. Das Münchner Olympiastadion war mit mehr als 30.000 Fans bereits lange vor Spielbeginn brechend voll, weitere 12.000 waren in der Innenstadt unterwegs. In Nürnberg kamen 25.000 Menschen zusammen, die Hälfte davon Türken. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz versammelten sich 40.000 Menschen. Auf dem Frankfurter Rossmarkt und der nahe gelegenen Konstablerwache wurden 10.000 Menschen geschätzt. Etwa 42.000 deutsche und türkische Fans verfolgten bei der größten Feier im Norden in Hamburg das Spiel. Am Dresdner Elbufer waren 10.000 Zuschauer unterwegs, in Leipzig mehrere tausend, in und vor der Kölnarena feierten 40.000 Menschen. Die 30.000 Menschen in der Fanzone in Wien mussten das Gelände kurz vor Spielende wegen eines schweren Gewitters räumen. Dabei wurden zwei Menschen niedergetrampelt und schwer verletzt.

Jugendliche zünden in Dresden Döner-Buden an

In Dresden griff eine Gruppe Jugendlicher nach dem Spiel drei Döner-Buden an und verletzte zwei türkische Betreiber. Die 20 bis 30 Randalierer hätten außerdem türkische Fahnen angezündet. Mehrere Schaulustige und Mitläufer verfolgten die Randale. Auch in Chemnitz war die Stimmung laut Polizei sehr aufgeheizt. Als die Einsatzkräfte weitere Ausschreitungen verhindern wollten, seien die Randalierer plötzlich auf die Beamten losgegangen. Dabei wurden sechs Polizisten verletzt und mehrere Polizeiautos beschädigt. In Hannover nahm die Polizei 20 Rechtsradikale in Gewahrsam, die beim Fan-Fest wiederholt rassistische Parolen skandierten.

Trauer herrschte bei Millionen türkischer Fans in Deutschland und in der Heimat. Unter den 12.000 Türkei-Anhängern auf dem Hamburger Heiligengeistfeld machte sich Enttäuschung breit. In Berlin-Kreuzberg, einer Hochburg der türkischen Gemeinde, erholten sich die Fans schnell von ihrer Trauer. Viele schwenkten auf die deutsche Flagge um. Ein deutscher Fan stellte sich vor die Fernsehkamera mit seinem türkischen Freund. "Ich tröste ihn heute, ich trockne seine Tränen", sagte der junge Mann.

Auch in der Türkei reagierten die Fußballfans zunächst mit langen Gesichtern auf die Niederlage. Auf dem zentralen Taksim-Platz in Istanbul herrschte nach dem Tor zum 3:2 zunächst fassungsloses Schweigen, nachdem Tausende Fans das Spiel leidenschaftlich mit Trommeln und bengalischen Feuern vor einer Großleinwand begleitet hatten. Nach einigen Minuten wurden wieder trotzige "Türkiye, Türkiye"-Rufe angestimmt. "Wir tragen den Kopf hoch", sagte der türkische Staatspräsident Abdullah Gül in einem Fernsehinterview.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 59)
 
aeternitas (28.06.2008, 14:34 Uhr)
So Jazzy, und nun?
Russland ist nimmer dabei.
Mein Tip: Wechsle den Bäcker deines Vertrauens, wo auch immer du bist, es gibt bestimmt noch bessere mit intelligenteren Verkäuferinnen.
Tip 2: Zieh einfach um. Es gibt viele Städte in Deutschland wo dunkelhaarige Männer und Frauen überhaupt nicht auffallen und wo du einfach eine unter vielen sein und mit ihnen gemeinsam Public viewen kannst ohne Angst vor Rassismus haben zu müssen.
Wenn man mal vergleicht: Schätzungsweise eine Million Leute haben in mehr oder weniger großem Rahmen zusammen Fußball geschaut. Fast überall ging es friedlich zu. Ein paar gestörten Subjekten aus Dresden wird jedoch leider die große Medienplattform geboten.
Und plötzlich werden die 1 Mio. friedlichen Fans vergessen zugunsten von diesen Kriminellen, die jetzt wahrscheinlich sehr stolz sind, weil sie in JEDER wirklich JEDER Zeitung seitenfüllende Berichte bekommen, die sie ausschneiden und gerahmt an die Wand hängen.
AlterEgo (27.06.2008, 08:42 Uhr)
Schweiger + Martell
Generation Pisa hat in Euch seinen Ausdruck gefunden. Ungebildet, selbstmitleidig, neidig reagiert Ihr Euch anonym an denen ab, die Ihr für noch schwächer haltet als Ihr selber seid.
Für Euch
1. die Türkei gehört geopgraphhisch zu Europa wie Russland und Aserbaidschan
2. Deutschland ist ein pluralistisches Land, in dem auch Moslems ihre religion ausüben können. Wers nicht glaubt sollte mal das GG lesen.
3. Die kleinen Karos in euren Hirnen passen prima zum fehlenden Unterkiefer des abgewählten Herrn aus Hessen
4. Von Demokratie versteht Ihr offensichtlich so wenig wie von guten Manieren.
5. Hier geht es um Fussball und um sonst gar nix.
Clibanarius (26.06.2008, 20:43 Uhr)
Siehste...
"Deine Nachbarn, Deine deutschen Freunde und Deine Kollegen mögen Dir noch soviel signalisieren dass DU angekommen bist
erst wenn Du Dich umgedreht hast wird die Wahrheit ausgesprochen"
------------
Genau das meine ich ja. Zur Sicherheit für Dummies, die wegen Scheuklappen nicht sehen/verstehen: Der Satz über den Strichen stammt von einem anwesenden "Mitglied" der "SchweigendenMehrheit". Letzlich beschreibt er sich damit nur selbst, der dem Dönermann freundlich die Zähne zeigt und "Einmal Döner-Komplett bitte." sagt oder der hübschen türkischen Kassiererin bei ALDI höflich lächelnd "Guten Morgen" wünscht oder gar ein Flirtversuch startet, aber im Internet in unbeobachteten Momenten gegen sie hetzt.
nese (26.06.2008, 18:06 Uhr)
@K.Martell
Noe, fuehle mich nicht angesprochen, da keine einzige ‚Eigenschaft’ -die Sie hier aufzaehlen- auf mich zutrifft. Bei mir in der Gegend lungern viele –zumeist jugendliche- Deutsche herum, die sich einfach nur besaufen und Null-Bock auf Arbeit haben. Was machen wir mit denen? Auch ich moechte meine hart verdienten Moneten diesen Faulenzern nicht in die Taschen stecken. Sind nun alle Faulenzer demokratiefeindlich oder trifft das nur auf die faulen Mitbuerger mit Migrationshintergrund zu? Und eine Frage so nebenbei: was haben Kommentare ueber ‚Sozialschmarotzer’ mit diesem Artikel -Deutschland im Freudentaumel- zu tun, rein inhaltlich meine ich?
Clibanarius (26.06.2008, 16:21 Uhr)
Apropos:
"Persischer Schutzpanzer" (was faktisch falsch ist, aber egal): Dein gleich kommendes wütendes Geheul prallt daran locker ab.:o) Ich lache darüber. Los, gibs mir, gib mir Tiernamen.:o)
Clibanarius (26.06.2008, 16:17 Uhr)
@Mariachi
Mit deinem virtuell zur Schau gestellten Selbstbewusstsein ist es wohl nicht weit her. Kein Wunder, wenn man vor lautem Fiedeln auch Selbstbewusstsein vorspielt und jeder Einwand und Gegenwind einem Tritt auf den Hundeschwanz gleichend benatwortet wird. "Gestänker" und "Dumme anmache" unterstellen, aber selber ein, zwei Seiten vorher auf der selben Flöte spielen und unbekannten Leuten mangelndes Selbstbewusstsein attestieren? Das sind mir die richtigen Mariachis.
Mariachi (26.06.2008, 15:51 Uhr)
@Clibanarius
Seltsam, dass nur die, die sich offenbar so wahnsinnig diskriminiert fühlen ausfallend äussern müssen.
Kein Wunder, wenn man sich nach einem persischen Schutzpanzer nennt.
Wacht mal auf.
Wenn es dir hier nicht passt,
adios, da ist die Tür, da ist der Bahnhof, der Flughafen. Such dir was aus. Oder gründe ne Partei, geh in die Politik, und änder was, aber geh mir nicht mit deinem Gestänker auf die Nerven und mach mich nicht dumm an, wenn du hier nicht klar kommst und dir ein anderer Ausländer den Kopf zurecht rückt, was offensichtlich in deinen beschränkten Kosmos nicht reingehen will.
Raus aus der Opfermentalität!
Das gilt genauso für dich Jazzzy.
So! und jetzt Fußball genießen.
Endlich!
K.Martell (26.06.2008, 15:36 Uhr)
Nese aus Blanke
Hallo Nese, Sie fühlen sich offenbar angesprochen. Fein, dann lesen und verstehen Sie doch einfach mal mein Posting genau. Ich habe nicht davon gesprochen, dass alle Ausländer in D. nur finanzielle Interessen haben. Aber diejenigen, auf die dies zutrifft, wünsche ich mir ganz weit weg und nicht in meiner Nachbarschaft. Ich bin nicht mehr länger bereit, solchen Menschen durch meinen hart verdienten Steuergroschen ihr unselbständiges und demokratiefeindliches Faulenzerleben zu finanzieren. Solche, und nur solche Menschen, habe ich gemeint. Sie haben viel zu viel Freizeit, um auf Gedanken zu kommen und Handlungen zu begehen, die das Land und seine Bevölkerung (inkl. Ausländer) massiv und nachhaltig schädigen.
the_Nick (26.06.2008, 15:32 Uhr)
Es geht um Fussball...
... und nicht um Rassismus.
Meist entsteht Rassismus aus Neid oder unterentwickeltem Selbstbewusstsein und Versagertum.
Die Deutschen haben gewonnen, Deutsche und viele Türken haben gefeiert.
Die Deutschen gewinnen im Finale.
Es feiert alle Deutschen und alle Türken in Deutschland...
Thats it...
Deutschland ist Einwanderungsland und Ausländer freundlich.
Ausnahmen bestätigen die Regel..
AlterEgo (26.06.2008, 15:16 Uhr)
Borrr
Da war ein Fussballspiel. In aller Welt erklären die Einheimischen ihre Nationalmannschaft zu Heiligen. Was machen den Italiener, Spanier, Türken, Griechen, Engländer, Brasilianer? Überall das Selbe: Vor dem Spiel ind allen Sprachen: "Wir sind die Grössten!",
bei Sieg "Wir sind die Champions",
bei Niederlage "Die Nationalmannschaft war ja aber schlecht!"
Nur wenn Deutsche genau das sagen kommt die derart alberne Rassenkeule.
Idioten gibt es überall, in Ankara und in Chemnitz, in London und in Moskau, in Warschau und in Rom.
Geniesst doch einfach, das gestern in -D- ein Riessenfest stattgefunden hat, mit Verlieren von grossartigem Verhalten.
Dieses Gift und Galle spucken löscht einfach ab. Ich bin ganzer Ausländer im deutschen Ausland, das ist nicht immer leicht und trotzdem sind "DIE" locals hier nicht rassistisch.
Und nochmal- es geht um Fussball. Wer ein wenig Frotzeln und Provocateur nicht verträgt sollte ein Aggresionstraining absolvieren. Und wer für Russland ist, gell jazzzy, sollte erst ein paar brocken Russisch können.
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