"Ich muss tun, was ich tun muss", erklärt Portugals Weltstar Ronaldo und meint damit: Ich gehe zu Real Madrid. In zwei Tagen wolle er den Mega-Transfer auch offiziell bestätigen. Damit würde der teuerste Transfer aller Zeiten perfekt werden. Von Oliver Trust, Basel

Cristiano Ronaldo, der Weltstar des Fußballs, wird wohl zu Real Madrid wechseln© Fabrice Cofferini / AFP
Ronaldo schrieb Autogramme, als müsse er einen letzten Geschäftsvorgang abschließen. Eine Reporterin hatte eine Plastiktüte mit portugiesischen Trikots mitgebracht. Und Ronaldo schrieb, als sei das schon das erste Stück Vergangenheitsbewältigung. Die Europameisterschaft war mit einem brutalen Schlusspfiff zu Ende gegangen. Es schien für ihn auch der Abschluss einer Zeit, in der er ganz Europa seinen Stempel aufdrückte. Cristiano Ronaldo, der stolze Portugiese, wird Manchester United verlassen und zu Real Madrid und zu Trainer Bernd Schuster wechseln.
"In zwei Tagen werde ich bekannt geben, was ihr ohnehin schon alle wisst", sagte der Kapitän der Portugiesen, ohne freilich den Namen Real auszusprechen. "Es ist ein Traum, seit ich ein Kind war, für mich und meine Familie. Ich muss tun, was ich tun muss", sagt er. Wenn einer wie Ronaldo wechselt, der beste Fußballspieler der Welt, ist das mehr als ein schnöder Wechsel von A nach B, es ist einer vom angeblich besten Klub der Welt zu einem der berühmtesten Namen der Fußballwelt, der von "ManU" zu den "Königlichen", die sich auf der ständigen Jagd befinden, den Ruhm der Vergangenheit wieder einzufangen und festzuhalten - es ist ein Erdrutsch.
Er hatte eben noch an einer Stelle gestanden, wo die Gitter ein Dreieck bilden und mehr Reporter drängelten als bei allen anderen, die sich durch die Interviewzone schoben. Teurer Schmuck umrankte sein Handgelenk und eine noch teurere Uhr, die vor Edelsteinen nur noch blitzte. "Ich habe noch mit Sir Alex Ferguson gesprochen. Ich wollte mich ganz auf die Euro und Portugal konzentrieren", meinte Ronaldo. Und, wenn er etwas sagt, schaut das aus wie eine Rede zur Lage der Nation. Ronaldo ist Portugal, selbst an einem Tag wie diesem, als er auf dem Rasen nur ein Schatten seiner selbst war und gegen die deutsche Verteidigung kein Land sah.
"Ich werde jetzt zwei Tagen nach Manchester fahren und dort eine medizinische Untersuchung haben. Eine kleine Sache, nichts Bedeutendes", sagt Ronaldo. Der Rücken vermutet man. Es reichte an Bedeutendem an diesem Abend. Dann wird er Alex Ferguson, dem Mister ManU, beichten, was der längst weiß. Nach dem Champions-League-Sieg und der Meisterschaft wird der "schönste Oberkörper der EM" (ARD-Morgenmagazin) nach Spanien abwandern.