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29. Juni 2008, 22:59 Uhr

Zu schwach für den Titel

Verdiente Niederlage nach einem schwachen Finale. Die deutsche Mannschaft war gegen die Spanier klar unterlegen. Insgesamt war die gezeigte Leistung zu wenig - und zwar im gesamten Turnierverlauf. Von Nico Stankewitz

Traurige Führungsspieler: Michael Ballack tröstet Torsten Frings

Das Finale der EM 2008 hat Deutschland verdient gegen Spanien verloren. Es gab zwar eine Steigerung gegenüber dem Türkei-Spiel, aber gegen die ballsicheren Iberer stand das Team von Bundestrainer Jogi Löw auf verlorenem Posten. Die Ballstafetten des Gegners konnten nicht wirkungsvoll unterbunden werden, die deutsche Abwehr wirkte streckenweise völlig überfordert, nur Torwart-Oldie Jens Lehmann hielt das Finale noch lange Zeit offen.

Im Spiel nach vorne war Deutschland in diesem Finale erschreckend harmlos, konnte gegen die sichere spanische Verteidigung kaum Chancen herausspielen. Vor zwei Jahren lag die deutsche Mannschaft international betrachtet noch deutlich vor Spanien, im internationalen Vergleich ist Deutschland zurückgefallen. Nur einmal - gegen Portugal - brachte Deutschland eine Weltklasseleistung. Zu wenig für einen Titel selbst bei günstigster Auslosung.

Das Turnierfazit aus deutscher Sicht fällt gespalten aus. Zwar ist die Finalteilnahme ein Riesenerfolg, aber über weite Strecken hatte man dennoch den Eindruck, die Mannschaft spiele gehemmt, wie mit angezogener Handbremse. Dem Trainerstab ist nicht viel gelungen, die Nominierung vieler Spieler, Beispiel Odonkor, bleibt auch im Nachhinein unverständlich. Impulse von der Bank gab es im ganzen Turnierverlauf nicht, weder durch taktische Umstellungen (gab es während eines Spiels nicht), noch durch Auswechslungen (wirkungslos).

Insgesamt waren die Auftritte der deutschen Mannschaft nicht mehr so begeisternd wie beim vorherigen Turnier, die Finalteilnahme kann nicht so hoch bewertet werden wie der dritte Platz von 2006. Bedingt durch den eigenartigen Modus mit der kompletten Trennung der beiden Gruppenhälften hatten die Spanier alle anderen Mitfavoriten (Italien, Niederlande, Frankreich) außer den Portugiesen aus dem Weg geräumt. Die Katerstimmung unterstreicht wieder eine alte Weisheit: Eine Finalniederlage ist schlimmer als ein Turnierabschluss mit einem siegreichen Spiel um den dritten Platz wie bei der WM 2006.

Von Nico Stankewitz
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
coooli (30.06.2008, 19:45 Uhr)
man glaubt es kaum...
wie sich doch die Meinung der Leser-
Kommentare nach einem Spiel geändert hat. Nach dem Artikel des Hrn. Fischer "zu schwach fürs Finale" hatten ihmbis dahin von über 70 Leuten nur 2 zugestimmt und nun nach der gleichen schwachen Leistung der Mannschaft und diesmal ohne Glück sind es fast alle, die ihm zustimmen. Warum ist mein Kommentar vom 26.6. abends weggelassen worden?
Paßte er noch nicht in die "deutsche Fußballwelt"?
Danne (30.06.2008, 13:59 Uhr)
Trainerfrage
Deswegen stellt sich auch die Trainerfrage! Ist Löw überhaupt der richtige Trainer? Da sage ich ganz klar -NEIN - !
Er hätte Ballack schon anfangs wegen schlechter Leistung auswechseln müssen und auch Metzelder! Dann hätten Ballack, Frings und Metzelder nicht mehr bei der Startelf auf dem Platz stehen dürfen! Schweinsteiger hätte nach seiner Tätlichkeit und roten Karte nicht gegen Portugal auflaufen dürfen, auch wenn sich nacher herausstellte, dass er da ein gutes Spiel machte. Löw hat vieles wieder zunichte gemacht, was Klinsmann aufgebaut hat. So wird das bei der WM nichts!
Danne (30.06.2008, 13:53 Uhr)
Frings
Frings hat auch enttäuscht! War er wirklich verletzt? Mir kam es so vor, als ob das nur eine Idee war, eine Verletzung vorzutäuschen, um dann bei schlechter Leistung dieses als Entschuldigung vorzuschieben! Dann hätten viele gedacht: "Trotz verletzung gespielt! - Toller Einsatz!"
Aber bei einer Verletzung gehört man nicht auf den Platz, denn draußen warteten noch 12 frische, gesunde Spieler, die brannten, spielen zu können!
Danne (30.06.2008, 13:47 Uhr)
Ballack
Gerade deshalb hat Ballack bewiesen, dass er nicht der richtige Mann für den Käpitänsposten ist und nie sein wird!
Sein Freistoßtor gegen Österreich habe ich schon zigfach in der Bezirksliga und sogar in Kreisligen gesehen! Solche "Hammer" haben dort auch genügend spieler drauf, aber die haben auch nicht das Niveau, in der Weltspitze spielen zu wollen!
Dudu (30.06.2008, 13:21 Uhr)
@Prato61
Und was sagt das aus? Es gibt auch Spieler über 30, die den Druck nicht aushalten und es gibt jüngere, die den Druck geradezu geniessen und Top-Leistungen bringen.
Ich bleibe dabei, unsere Mannschaft ist eigentlich gestanden genug, und die Jungs bräuchten normalerweise keinen Babysitter mehr.
Wie alt ist eigentlich ein Christiano Ronaldo? (Antwort 24 Jahre)
Oder wie alt war der Ronaldo bei der WM 1998? (Antwort 22 Jahre)
Deutsches Beispiel: Lothar Matthäus, Jahrgang 61, EM-Sieg 1980, WM Vize 82 und 86, WM Gold 1990. Alter können Sie selbst nachrechnen.
Sonst noch Fragen?
Prato61 (30.06.2008, 12:13 Uhr)
@dudu
Michael Ballack war fast 24 Jahre alt, als er im "Hexenkessel" Unterhaching im Spiel gegen Bayer Leverkusen dem Druck nicht gewachsen war.
Sonst noch Fragen??
Dudu (30.06.2008, 11:05 Uhr)
@Prato61
Erst 23 Jahre?
Da sind andere schon Kapitän ihrer Nationalelf oder zumindest Führungsspieler.
Schweini, Poldi, Lahm und die anderen sind nun schon einige Jahre international dabei, im Verein wie mit der Nationalelf. Das sind doch keine Nachwuchskicker mehr. Natürlich war Ballack nicht gerade überragend. Aber ich erwarte, dass gerade dann auch mal andere Einspringen und Verantwortung übernehmen. Es ist leicht gut auszusehen, wenn der Spielmacher genial drauf ist. Einen wirklich weltklasse Spieler, was die genannten sein wollen, erkennt man besonders dann, wenn es mal nicht rund läuft.
Prato61 (30.06.2008, 10:43 Uhr)
DUDU
Selbstverständlich war ein Großteil der Mannschaft grottenschlecht. Allerdings möchte ich schon betonen, dass Herr Ballack den Anspruch erhebt, der Kopf dieser Mannschaft zu sein. Er wird also nicht bezahlt, dass er 90 Minuten am Platz umherrennt um vermeintliche Löcher zu stopfen. Nein gefragt ist ein Mann, der Rückgrat zeigt, wenn es nicht wie geplant läuft, der versucht, Struktur in das Aufbauspiel zu bekommen und nicht zuletzt einer, der junge Spieler wieder in die richtige Spur zurückbringt. Am meisten vermißt wurden diese Eigenschaften gestern nach ca. 15 Minuten Spielzeit, als die deutsche Mannschaft nach fulminanten Beginn das Fußballspielen einstellte. Wo war Herr B.? Er hat sich nahtlos in die Masse der Orientierungslosen eingefügt. Es ist immmer einfach, auf die Herren Schweinsteiger und Podolski einzuhauen. Aber bitte nicht vergessen, die beiden sind erst 23 Jahre alt und brauchen trotz der immens vielen bereits absolvierten Länderspiele einen Mitspieler, der Ihnen hin und wieder zeigt, was zu tun ist.
rummeniggejunior (30.06.2008, 09:41 Uhr)
fragen bleiben.
warum wird nicht mehr gegrätscht, sondern nur noch hintergelaufen? (im finale habe ich ganze 2 grätschen gezählt, viel zu wenig einsatz) und warum sind die standards so grottenschlecht? (hirnloses geballer, eines profis unwürdig). und warum hatten sie ausgerechnet im finale keine kraft mehr? (sie hatten die längsten pausen und die wenigsten verletzungen)
auf diese fragen wird joachim antworten finden müssen, sonst ist er nicht der richtige mann.
Dudu (30.06.2008, 09:06 Uhr)
@Prato61
schön nun haben wir den schuldigen, Ballack.
Wo bitte waren die "Weltstars" wie Klose, Poldolski, Frings? Metzelder dürfte mit so eineiner Leistung nicht mal Regionalliga spielen. Lahm, na gut man weis nicht wie lange er die Verletzung hatte, das Tor geht klar auf seine Kappe. Schweinsteiger, kann plötzlich nicht einen Ball in 90 Minuten richtig annehmen. Eine Mannschaft besteht aus wesentlich mehr, als nur dem spielmacher. 2006 ist jeder für jeden gerannt, dass gab es 2008 leider nicht. Auch ein Ballack kann nur Pässe auf jemanden Spielen, der läuft und den Ball haben will.
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