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29. Juni 2008, 20:48 Uhr

Spanien auf dem Gipfel

Die Spanier sind Europameister. Die deutsche Nationalmannschaft verlor verdient und nach enttäuschender Leistung gegen einen Gegner, der das EM-Finale über 90 Minuten im Griff hatte. Michael Ballack wirkte gehemmt, sein Einsatz hat sich nicht ausgezahlt.

Jens Lehmann und Philipp Lahm am Boden, Fernando Torres außer Rand und Band: Der Spanier erzielte das Siegtor zum 1:0 für sein Team im EM-Finale gegen Deutschland© DDP/Thomas Lohnes

Der Traum ist geplatzt - Fußball-Deutschland muss weiter auf den heiß ersehnten vierten EM-Titel warten. Zwölf Jahre nach dem letzten Triumph unterlag die deutsche Nationalmannschaft im Finale in Wien Spanien mit 0:1 (0:1). Nach einer Stunde Schlafwagenfußball und großen Defensivproblemen kam die Steigerung der DFB-Elf zu spät, um die dritte Endspiel-Niederlage bei einer Europameisterschaft nach 1976 und 1992 noch verhindern zu können. Den Treffer für die spielstarken Iberer, die zum 22. Mal in Serie ungeschlagen blieben und ihren zweiten EM-Titel nach 1964 eroberten, erzielte der überragende Fernando Torres bereits in der 33. Minute. Vor 51.428 Zuschauern im Ernst Happel-Stadion verhinderte vor allem Torhüter Jens Lehmann mit seinen Paraden eine höhere Niederlage für die deutsche Mannschaft.

Während Joachim Löw unter den Augen seines Vorgängers Jürgen Klinsmann die vorläufige Krönung seiner Karriere als Bundestrainer versagt blieb, sicherte sich sein Gegenüber Luis Aragones einen Eintrag in den Geschichtsbüchern. Mit 69 Jahren und 338 Tagen ist er der älteste Trainer, der je eine Mannschaft zum EM-Titel geführt hat. Als Europameister ist Spanien zudem für den Confed-Cup 2009 in Südafrika qualifiziert.

Statisch, ohne Durchschlagskraft

Die Vorstellung der deutschen Mannschaft im Finale war wie ein Spiegelbild der eher durchwachsenen Leistungen im Turnier. Von Löws Offensivphilosophie war eine Stunde lang nicht viel zu sehen. Das Team konzentrierte sich lange Zeit vor allem darauf, das Spiel der Spanier zu verhindern. Doch die Abwehr, schon im gesamten EM-Verlauf Problemzone des Spiels, erwies sich gegen die flinken Angreifer der Iberer erst recht als Achillesferse. Im Spiel nach vorne wirkten die Aktionen lange Zeit statisch und ohne Durchschlagskraft. Erst ab der 60. Minute begann die DFB-Elf, sich energischer gegen die drohende Niederlage zu stemmen.

Das Rätselraten um Michael Ballacks Wade hatte die Nation 24 Stunden lang in Atem gehalten. Erst 75 Minuten vor Spielbeginn stand fest, dass der Kapitän, der wegen muskulärer Probleme zwei Tage mit dem Training hatte aussetzen müssen, auflaufen würde. Mit seiner Leistung ließ der 31-Jährige keine Zweifel an seiner körperlichen Verfassung aufkommen, doch erst in der Schlussphase gelang es ihm mit seiner kämpferischen Art, das Team noch einmal mitzureißen. Am Ende stand Ballack, der das WM-Finale 2002 wegen einer Gelb-Sperre verpasst hatte, wieder mit leeren Händen da.

Möglicherweise letztes Länderspiel von Lehmann

Christoph Metzelder und Per Mertesacker in der Innenverteidigung waren nur selten in der Lage, mit dem flinken Torres Schritt zu halten. Auf der rechten Außenbahn kam Arne Friedrich überhaupt nicht zurecht. Auch Torsten Frings, knapp zwei Wochen nach seinem Rippenanbruch aus dem Österreich-Spiel erstmals wieder in der Startelf, konnte nicht alle Löcher stopfen. So bekam Lehmann in seinem möglicherweise letzten Länderspiel mehr zu tun als ihm lieb war. Der 38-Jährige, ältester Spieler in einem EM-Finale, verhinderte in der 67. Minute gegen den Kopfball von Ramos das 0:2.

Nachdem Tribünengast Klinsmann seinem Nachfolger Löw mit hochgerecktem Daumen noch einmal Glück gewünscht hatte, begann der 20. Vergleich gegen die Iberer mit deutscher Dominanz und einer unverhofften Torchance. In der 3. Minute spritzte Klose in einen Querpass von Sergio Ramos, wurde aber von Carlos Puyol im Strafraum abgedrängt. Doch schon bald ging die Souveränität verloren. Nach einer knappen Viertelstunde stand Lehmann erstmals im Brennpunkt und verhinderte mit schneller Reaktion ein Eigentor von Metzelder. Der Wahl-Spanier hatte einen Schuss von Andres Iniesta Richtung eigenes Gehäuse abgefälscht.

Lahm mit Fußverletzung ausgewechselt

Der Weltranglisten-Vierte wurde nun immer sicherer in seinem gefürchteten Kurzpassspiel. Als Mertesacker trotz seiner Größenvorteile Torres nicht am Kopfball hindern konnte, verhinderte nur der Pfosten den drohenden Rückstand für die Löw-Elf (23.). Den Nachschuss setzte Joan Capdevila knapp daneben. Die präzisen Pässe in der Spitze brachten Metzelder und Co. immer häufiger in Verlegenheit. Vor allem wenn der schnelle Torres angespielt wurde, wirkten die Abwehrspieler unbeweglich. Als sich Philipp Lahm auf Lehmann verließ, schaltete der von Xavi herrlich freigespielte Torres am schnellsten und hob den Ball über den deutschen Keeper hinweg. Nach einer sehenswerten Ballstafette verpasste David Silva zwei Minuten später sogar die mögliche Vorentscheidung.

Mit Marcell Jansen für den am Fuß verletzten Lahm, aber weiterhin ohne echten Tordrang startete die DFB-Auswahl in die zweiten 45 Minuten. Erst als Löw mit Kevin Kuranyi für Thomas Hitzlsperger einen zweiten Stürmer in die Partie brachte, wurden die Offensivaktionen zielstrebiger und zwingender. Mit einem 18 Meter-Schuss setzte Ballack (60.) ein Achtungszeichen, doch zum ersehnten Ausgleich reichte es gegen die auf Konter lauernden Iberer auch nicht mehr, als mit Mario Gomez in der Schlussphase noch ein frischer Angreifer kam.

Jens Mende und Klaus Bergmann/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 67)
 
namidh (01.07.2008, 13:06 Uhr)
Amüsant , der Al
Ich registriere mich jetzt auch unter acht Namen und verbreite die absolute Wahrheit über Albundy. Eigentlich brauche ich gar nichts sagen, denn es reicht ein "Lügner".
Geht einfach, ich kann dabei alles abschalten und es gibt mir das Gefühl, dass die Welt ein Stück ehrlicher ist.
albundy69 (30.06.2008, 23:09 Uhr)
Wappenspruch von Lehmann in Stuttgart !
Isch kaa allesch. Ausser Fussballspielen und ehrlich sein !!!
VfB, wie tief bist du gesunken, nach der verkorksten Saison des vergangenen Jahres hätte es so schon mit euch sein können. Jetzt aber fängt mit Scheisse an was von Anfang an stinkt. Schade drum, wenn ihr um Platz 12-15 krebst, solltet ihr reagieren. Die Unterstützung seitens des Arbeitsamtes für eine Firma die einen älteren Arbeitslosen von der Strasse holt, läuft 6 Monate weiter. Bis dahin hat Lehmann einen neuen Kontrakt in Hinterturkmenistan !
albundy69 (30.06.2008, 20:07 Uhr)
Lehmann hör auf !!
Schluss mit der Lügerei. Lehmann raus ! Neuanfang mit ehrlichen Menschen !!!!
Benkku (30.06.2008, 17:51 Uhr)
Holzauge, sei wachsam!
"Deutschland ist nicht nur unser Wohnort, es wird gerade wieder unsere Heimat."
.
Sie ist schööön, daran gibt es hoffentlich nicht den allergeringsten Zweifel, schon der deutschen Sprache wegen, aber doch nicht urplötzlich über eine Fußball-EM? Während "die EM-Musik laut spielte", ließen sich stick um mal ein paar Doitsche mehr in Kampfanzüge statt Nationaltrikots stecken (Die Bundeswehr stellt erstmals einen Kampfverband in Afghanistan - sie übernimmt die Aufgabe der schnellen Eingreiftruppe im Norden des Landes von den Norwegern. Deutsche Welle, 30. 06. 2008).
Clibanarius (30.06.2008, 12:21 Uhr)
@Danne
Der User "albundy69" ist...Oliver Kahn , geb. 1969!:o)
Er hetzt bereits seit Wochen ganz speziell gegen Lehmann.
Danne (30.06.2008, 12:02 Uhr)
@ikaron
"Oder ihr kommt nicht von hier, und habt ein Problem damit, dass wir uns langsam wieder als Nation fühlen."
- Wer fühlt sich als Nation und warum?
"Deutschland ist nicht nur unser Wohnort, es wird gerade wieder unsere Heimat."
- Und da darf man schlechte Leistung im Sport nicht kritisieren?
"Also haltet euch doch bitte mit euren anti-deutschen Sprüchen zurück."
- Diese Sprüche gehen nicht gegen Deutschland, sondern gegen die von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gezeigten Leistungen, die diese Beteiligten nicht für die Ehre, sondern für Geld bringen! Wo ist da der Stolz und die Heimatverbundenheit?
Danne (30.06.2008, 11:54 Uhr)
@albundy69
dann rück doch mal raus damit, warum Lehmann ein Lügner ist!
Benkku (30.06.2008, 09:52 Uhr)
Zum Spiel.
Außer Jens Lehmann war alles merkel, vorhersehbar. Vorwurf an den Trainer: Sein Joker Kurany hat mal wieder total in die Kacke getreten. Es war spätestens seit der 75. Minute zu befürchten, daß die Rumpler zwei Tore schössen.
mramorak (30.06.2008, 09:20 Uhr)
Gleich gemacht, keiner darf besser sein
Nicht nur die Fußballer sind gleich gemacht, wenn die Olympa-Teilnehemer zurück kommen, wird das noch besser sichtbar. Keiner darf besser sein - und wenn alles und alle auf dem Boden gleich sin.
Bebuquin (30.06.2008, 09:17 Uhr)
@Danne
Andere als Fußballlaien beschimpfen und dann solche Kommentare von sich geben... *kopfschüttel*
Die WM-Qualifikation wird sicherlich schwer, aber jetzt schon zu behaupten, dass Deutschland sicher nicht dabei sein wird zeugt von genauso wenig Sachverstand, wie zu behaupten, dass Deutschland 2010 Weltmeister wird.
Deshalb: Schön den Ball flach halten. *lol*
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