. .
News am 27.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
22. Juni 2008, 23:44 Uhr

Spanien kickt den Weltmeister raus

Schlappes Spiel, aber am Ende Dramatik pur: Spanien hat Weltmeister Italien im Elfmeterschießen aus dem EM-Turnier geschossen und steht als letzter Halbfinalist fest. Während die Italiener Daniele de Rossi und Antoni di Natale die Nerven verloren, avancierte Spaniens Torwart Iker Casillas zum gefeierten Helden.

Nachdem Cesc Fabregas seinen entscheidenden Elfmeter zum 4:2 verwandelt hatte, kannte der Jubel bei den Spaniern keine Grenzen© Georgi Licovski/DPA

Spanien hat erst im Elfmeterschießen den Italien-Fluch besiegt und sein Viertelfinal-Trauma überwunden. Erstmals seit 88 Jahren blieb die "Seleccion" in einem Pflichtspiel siegreich über den Weltmeister und zog damit als letzte Mannschaft ins Halbfinale der Fußball-EM ein. Nach tor- und teilweise auch trostlosen 120 Minuten gewannen die Spanier auch vor den Augen von König Juan Carlos und Königin Sofia am Sonntag im mit 51.428 Zuschauern ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen die "Squadra Azzurra". Held des Abends war Torwart Iker Casillas, der zwei Elfmeter parierte.

In dem über weite Strecken niveauarmen Spiel blieb auch der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel nicht fehlerfrei: Der Kyllburger verabschiedete sich mit einer eher mäßigen Leistung von den Titelkämpfen. In der Vorschlussrunde kommt es nun zur Neuauflage des Gruppenspiels der Spanier gegen Russland (4:1) am kommenden Donnerstag erneut in Wien. Während die Spanier damit erstmals seit dem Finale von 1984 wieder in die Runde der besten Vier einzogen, ist für den viel zu passiven Weltmeister aus Italien die EM zu Ende.

Italien wartete ab

Der Respekt der beiden europäischen Vereins-Fußballmächte war von der ersten Sekunde an spürbar. Die Spanier - mit derselben Startformation, die das frühzeitige Weiterkommen in die Runde der besten Acht perfekt gemacht hatte - versuchten es mit ihrem typischen Kurzpassspiel. Allerdings meist in die Breite, oft nach Hinten, selten in die Spitze. Italien, das auf den an allen Ecken und Ende fehlenden Kreativ-Kopf Andrea Pirlo ebenso wegen einer Gelbsperre verzichten musste wie auf Kampf-Kraft Gennaro Gattuso, zog sich in die eigene Hälfte zurück und wartete ab. Selbst in Ballbesitz wirkten die ganz in Weiß geleideten Spieler der "Squadra Azzurra" mehr als zurückhaltend. Devise: bloß kein Risiko.

Fast folgerichtig blieben Torchancen so gut wie Mangelware. Luca "Torlos" Toni kam bei biederen Angriffsbemühungen der Italiener von Trainer Roberto Donadoni, der einen aufopfernden Kampf versprochen hatte, erst gar nicht ins Spiel. Ein Kopfball in der 36. Minute, bei dem der Bayern-Torjäger statt ins Tor nur Spaniens Carlos Marchena traf, war alles. Zuvor hatte Spaniens Iker Casillas in seinem 80. Länderspiel ebenfalls nach einem Kopfball von Simone Perrotta das einzige Mal eingreifen müssen.

Schwacher Schiedsrichter Fandel

Doch auch die Spanier von Coach Luis Aragonés, mit der Empfehlung von acht Treffern ins Viertelfinale eingezogen, bekamen ihre Tormaschinerie nicht ins Laufen. Der mit vier Treffern bis dato beste EM-Schütze David Villa versuchte es mit einem Freistoß (25.), Italiens Gianluigi Buffon hielt den Ball aber sicher fest. Der mehrmalige Welttorhüter war auch beim ersten Distanz-Schuss des engagierten David Silva zur Stelle (32.), bei dessen zweitem Versuch (38.), der nur um Zentimeter am Pfosten vorbeiging, wäre Buffon machtlos gewesen. Kurz vor der Pause konnten sich die ganz im Stile des italienischen Catenaccio agierenden "Azzurri" bei Fandel bedanken. Die Pfeife des Musikschulleiters blieb stumm, als Fabio Grosso Zentimeter vor dem Strafraum den quirligen Silva klar foulte.

Wer gehofft hatte, die Partie würde nach dem Wechsel besser, der sah sich getäuscht. Aus der Lethargie versuchten die beiden Trainer ihre Teams nach knapp einer Stunde durch Auswechslungen zu wecken. Aragonés brachte Cesc Fabregas und Santi Cazorla, Kollege Donadoni Mauro Camoranesi. Und dem Mann von Juventus Turin wäre Sekunden nach seiner Einwechslung beinahe der Führungstreffer gelungen - Casillas konnte in der ersten gefährlichen Situation der zweiten Hälfte aber klären. Sein Pendant stand dann neun Minuten vor dem regulären Ende im Mittelpunkt: Einen Schuss von Marcos Senna ließ Buffon unterm Körper durchrutschen. Der Pfosten rettete die Italiener in die Verlängerung, in der erneut Silva eine Top-Chance vergab (93.). Anschließend scheiterte Antonio di Natale an Casillas.

DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
btitalien (23.06.2008, 11:28 Uhr)
Die Russen kommen nochmal
In meinem früheren Kommentar fehlt ein Satz, deshalb hier noch mal:
Ich habe gestern das Gefühl gehabt, dass beide Teams dachten: bloss nicht gewinnen, denn dann müssen wir, um Gottes willen, gegen die russen spielen. Jedenfalls, als italiener, denke ich, dass Spanien zumindest etwas versucht hat, dagegen hat Italien überhaupt nichts gezeigt und somit finde ich gerecht, dass Spanien weitergekommen ist. Nun wünsche ich mir ein gutes spiel zwischen Russland und Spanien. der bessere soll gewinnen.
btitalien (23.06.2008, 11:22 Uhr)
Die Russen kommen
Ich habe gestern das Gefühl gehabt, dass beide Teams dachten Jedenfalls, als italiener, denke ich, dass Spanien zumindest etwas versucht hat, dagegen hat Italien überhaupt nichts gezeigt und somit finde ich gerecht, dass Spanien weitergekommen ist. Nun wünsche ich mir ein gutes spiel zwischen Russland und Spanien. der bessere soll gewinnen.
kommentatorin (23.06.2008, 10:53 Uhr)
Wer...
im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. So viel ich mich erinnern kann, hat Deutschland (bis auf das Spiel gegen Portugal - die Ausnahme, die die Regel bestätigt...) in dieser EM auch Rumpelfußball vom Feinsten gespielt.
Was viele hier vergessen (wollen): Die italienische Mannschaft musste gestern ohne Cannavaro, Pirlo und Gattuso auskommen. Wie würde die deutsche Mannschaft ohne Metzelder, Ballack und z.B. Lahm spielen?
Und trotzdem haben es die Spanier nicht geschafft ein Tor zu schießen...
whismerh2 (23.06.2008, 10:36 Uhr)
toni
konnte einem nur leid tun.
Aber mit diesem grottenschlechten Kick seitens seiner Mannschaftskammeraden hätten sie es auch nicht verdient weiter zukommen.
Enfach nur den Ball nach vorne bolzen
ist nun wirklich nicht mehr zeitgemäß
Haben die Inselaffen früher auch immer gespielt deswegen sind die mit Recht erst gar nicht dabei.
Malt (23.06.2008, 10:33 Uhr)
Gott sei Dank...
...sind diese Anti-Fußballer endlich raus! Das Gestochere konnte man sich ja nicht anschauen. Ein abgefälschter Freistoß und ein Elfmeter - toller Weltmeister! Am meisten verdient haben die Italiener das Ausscheiden vor allem wegen einer absoluten Unart, die ich auch schon bei den Portugiesen festellen musste: Da verliert so ein Toni (oder auch Ronaldo) den Ball in einem regulären Zweikampf, der Gegner leitet den Konter ein, oder diese Pappnasen legen sich einfach gemütlich auf den Rasen, um den Gegener quasi dazu zu zwingen, den Ball ins aus zu spielen und so seinen Konter zu unterbrechen, damit sich die eigene Manschaft erst mal wieder fromieren kann... DAS gehört sich verboten und im Nachhinein mit Sperren bestraft - unsportlicher geht's nicht mehr... man hat den Spaniern dann auch angemerkt, dass sie echt sauer waren, das sie jeden Konter ins Aus spielen mussten... deswegen hab' ich auch voll zu Spanien gehalten und Ihnen die Daumen gedrückt!!! Ciao Italia, probierts doch mal in Hollywood!
Is2a3bella (23.06.2008, 10:30 Uhr)
!VIVA ESPANA!
Spanien hat gegen Italien gewonnen und das ist gut so.
muemmelfrau (23.06.2008, 10:11 Uhr)
ich find´s soooo geil
ITALIA....ITALIAAAAA!!!!!!!!!!
endlich sind die bestraft worden für ihren "standfussball in der eigenen hälfte" - - ab und an mal einen langen ball auf toni (der einem leid tun konnte) und ansonsten mit 10 mann am eigenen strafraum stehen. Schlechteren fussball hab ich selten gesehen.
mir wars gestern ein innerer "reichsparteitag" und ich hab gesungen und getanzt.
die leistung von herrn fandel und eine italienische manschaft, da ist mir ja schon fast wieder ein koffer mit geld in den sinn gekommen ^^
herr fandel: setzen, sechs.
zum glück leiten sie keine partie mehr bei dieser EM.
spanien hat sich bemüht und ist doch cool genug geblieben um den mauerkönigen nicht ins offene messer zu rennen, respekt.
ach was freu ich mich.... :-))
JoeSkeleton (23.06.2008, 09:57 Uhr)
hab schon...
befürchtet die Italiener kommen mit ihrem peinlichen Gekicke doch wieder weiter.Vor 2 Jahren hat ihnen ein gutes Spiel zum WM Titel gereicht,bei dieser EM war nicht ein einziges annehmbares Spiel vom "Weltmeister" zu sehen.Zumindest lief nach vorne garnichts (Catenaccio lässt grüssen),was ich aber nicht alleine Luca Toni ankreide(obwohl er ja sehr viele Chancen in diesem Turnier hatte und keine nutzen konnte),sondern einfach daran das die Italiener überhaupt kein Mittelfeld hatten.Langer Pass nach vorne auf Toni,und der darf dann sehen wie er zurecht kommt.War ja nicht einmal "kick and rush",weil,es kam ja keiner nach.Und die Spanier haben sich schön einlullen lassen,denen gings wie den Portugiesen zuvor,Räume zu,dann regiert die Phantasielosigkeit.Am End haben die Iberer wenigstens versucht ein konstruktives Spiel aufzuziehen,während die Italiener wohl eher auf Buffon im Elferschiessen gesetzt haben.Und - schön für den Fussball- jetzt ihre Heimreise antreten dürfen.
namidh (23.06.2008, 09:18 Uhr)
Ball sprichwörtlich flach halten
Gerechtigkeit ist, wenn bei einem fairen Spiel eine Mannschaft gewinnt. Dass es in der italienischen Mannschaft einige äußerst wehleidige Spieler gibt, das hat die Vergangenheit gezeigt - jedoch: Wer mauert und damit gewinnt hat genauso den Sieg verdient wie die andere Mannschaft die Niederlage. Umgekehrt: Gelingt es einer Mannschaft die Mauer auf irgend eine Weise - und sei es per 11 Meter - zu umgehen, hat sie den Sieg verdient.
Das gehört zur Taktik einfach dazu. Wenn die Fifa soetwas nicht wollte, hätte es schon lange entsprechende Regeln gegeben. Ob das Mauern schöner Fußball ist sei mal dahingestellt. Aber es bleibt allerhöchstens Geschmackssache einer Mannschaft einen gerechten Sieg zuzuweisen, die bei zig Torchancen keine erzielte. Da kann man noch so sehr auf die Verteidigung rumpeln und sich vom Zuschauer zum offiziellen Fußballdiktator hochkommentieren. Fußball ist eine Sieg- und keine Geschmacksfrage. Oder gab es schon mal eine Aberkennung des Pokals wegen schlechtem Fußball?
Übrigens: Meiner Meinung nach hat Spanien den Sieg verdient. Durch eigene Leistung, nicht durch eine vermeintlichen Gerechtigkeitsäther oder einem omnipräsenten Fußballgott.
ikaron (23.06.2008, 09:06 Uhr)
interview
Ich weiss nicht ,ehr wer es war, aber nach dem Spiel sagte ein spanischer Spieler im Interview dass es "doch noch Gerechtigkeit im Fussball gäbe". Meine Worte... Wer so spielt wie Italien muss sich nicht wundern wenn es irgendwann auch mal Spiele gint, für die keiner eine Karte kaufen möchte. man stelle sich vor man hätte über 100 Euro für ein viertelfinale dieser Qualität bezahlt. Und das Dumme ist ja, dass diese Grottenkicker (die ja gegen Frankreich gezeigt haben dass sie eigentlich super Spiele spielen können) mit exakt diesem Gemauere die WM gewonnen habe. Da war das einzig gute Spiel das gegen Deutschland.
Endlich Zeit für Fussball jetzt wo die weg sind.
MEHR ZUM ARTIKEL
Niederlande - Russland Hiddink schockt Holland

Oranje trägt Trauer: Die Niederlande haben das dritte Viertelfinalspiel der EM gegen Russland mit 1:3 nach Verlängerung verloren. Es war ein Triumph des holländischen Trainers der Russen, Guus Hiddink, der seine Mannschaft hervorragend auf den Favoriten eingestellt hatte. mehr...

EM-Halbfinale Achtung, die Türken kommen

Neun Spieler der Türken sind verletzt oder gesperrt - trotzdem strotzt die Truppe vom Bosporus vor dem Halbfinale gegen Deutschland vor Selbstbewusstsein. Die Medien des Landes überschlagen sich mit überschwenglichen Schlagzeilen. Nur ein Bayern-Star sieht keinen Grund, nervös zu werden. mehr...