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12. Juni 2008, 22:45 Uhr

Führungslos und fehlgeleitet

Nach dem Sieg gegen schwache Polen wurde das DFB-Team auf den europäischen Fußballthron gehoben. Es folgte die brutale Bruchlandung gegen Kroatien mit einem Totalausfall namens Michael Ballack. Was kann diese Mannschaft wirklich? Das große Zittern hat begonnen. Von Klaus Bellstedt, Klagenfurt

Die Vorentscheidung: Eine abgefälschte Flanke prallt an den Pfosten, Ivica Olic (r.) muss nur noch zum 0:2 einschieben© Kai Pfaffenbach/Reuters

Irgendwie hatte man das Unglück, das an diesem kühlen Abend in Klagenfurt auf die deutsche Mannschaft hereinbrechen sollte, schon vorher ahnen können. Vielleicht lag es ja an der feindlichen Stimmung im Stadion, die den Löw-Jüngern entgegenschlug. Die kroatischen Fans verwandelten das Wörthersee-Stadion bereits eine Stunde vor Spielbeginn in einen rot-weiß-blau karierten Sangestempel. Ganz wenig hatten die deutschen Schlachtenbummler dem nur entgegenzusetzen.

Einen Tick zu stürmisch?

Den Spielern von Trainer Joachim Löw, der dieses Mal gleich von Beginn mit aufgekrempelten Hemdsärmeln unten in der Coaching-Zone unterwegs war, machte das zunächst aber nur wenig aus. Die Marschroute, den Gegner - wie auch im ersten Gruppenspiel gegen die Polen - sofort unter Druck zu setzen, sie wurde von Beginn an umgesetzt.

Es schien fast so, als würde für Löws Verhältnisse die Mannschaft einen Tick zu stürmisch zu Werke gehen: Der Coach der DFB-Auswahl versuchte in den Anfangsminuten mit beschwichtigenden Handbewegungen immer wieder beruhigend einzuwirken.

Aus beruhigenden Handbewegungen wurden allerdings alsbald zwei geballte Fäuste. Löw sah, wie sich sein Team im Mittelfeld, trotz des überragenden Modric-Kettenhundes Torsten Frings, mehr und mehr den Schneid abkaufen ließ. Der Treffer zum 0:1 durch Srna (23.) war da nur die logische Konsequenz.

Ordnende Hand wurde vermisst

Und wie schon phasenweise gegen Polen wurde in dieser schwierigen Phase für die deutsche Nationalmannschaft nach etwa 30 Minuten die ordnende Hand ihres Kapitäns Michael Ballack schmerzlich vermisst. Ballack lieferte seltsame 90 Minuten ab. Man könnte auch sagen, er war ein Totalausfall. Kaum ein Pass in die Spitze kam an, dazu immer wieder diese überflüssigen Fouls, die man vom Chelsea-Spieler kennt, wenn er schlecht drauf ist.

Wenn dann auch noch mit Lukas Podolski der zweite und letzte Kreative aus dem Mittelfeld untertaucht, hat es jeder Angriff dieser Welt schwer, Glanzlichter zu setzen. Löws vielgelobte Taktik aus dem Polen-Spiel, mit Podolski links hinter den Spitzen, ging dieses Mal jedenfalls gründlich daneben.

Aber das war längst nicht alles. Auch die Defensive ließ sich ein ums andere Mal von den überfallartigen Angriffen der Kroaten übertölpeln. Immer wieder war es der quirlige HSVer Olic, der Metzelder, Mertesacker und Co. vor unlösbare Aufgaben stellte. Normalform erreichte im deutschen Abwehrverbund einzig Jens Lehmann, der beispielweise in der 30. Minute den Schuss des freistehenden Kranjcar glänzend parierte.

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KOMMENTARE (10 von 88)
 
disti (15.06.2008, 11:24 Uhr)
Herrn Uwe
Wissen Sie eigentlich etwas mit dem Namen Tucholsky anzufangen ?
UweEllinghausen (14.06.2008, 11:00 Uhr)
disti
Wen interessiert es eigentlich was Tucholsky ueber die Deutschen denkt oder gedacht hat? Spielt der eigentlich in einer der Teilnehmer Teams der Euro2008? Welches Recht haette er denn ueberhaupt seine Meinung dem Rest der Welt unterzujubeln? Wir geniessen zwar das Privileg der allgemeinen Meinungsfreiheit aber das heisst noch lange nicht das sich jedes Lebewesen seiner Meinung anschliessen muss.
disti (14.06.2008, 09:00 Uhr)
Deutschland über alles !!!
@exiled
Nein nicht Bildzeitung. Ich halte mich an Tucholsky. Lesen Sie doch mal was der über die Deutschen sagt.
UweEllinghausen (14.06.2008, 03:54 Uhr)
Free_Talk
Koennten Sie Ihren Kommentar bitte noch einmal ins Deutsche uebersetzen. Sorry, habe es leider versaeumt Kauderwelsch zu studieren.
znew (14.06.2008, 00:05 Uhr)
Administratoren sind halt auch nur abhängig Beschäftigte - Nr.4
Auch nach dreimaligem Entfernen bleibt die eine Wahrheit: Fußball ist ein Tuntensport. Oder wie würden Sie die öffentlich zur Schau gestellten Begattungsrituale nach einem Tor nennen?
evitaevita (13.06.2008, 17:17 Uhr)
Pokal mit Handtuch reserviert
Wie auf www.comedycontainer.de zu hören ist, haben die Deutschen Tante Käthe ins Warenlager des Europa-Verbandes geschickt und ein Handtuch über den EM-Pokal werfen lassen. Siegesgewiss, dank der Reservierung, liegen sie noch im August am Lago Maggiore und warten auf die Siegerehrung...
exiled (13.06.2008, 16:11 Uhr)
@znew
hahah...you are funny, dude!
ich stimme Dir zu, wünsche aber trotzdem jedem, der 'VERANTWORTUNGSVOLL' mit dem für nahezu bürgerkriegsähnliche Zustände sorgendem Thema 'Fußball' umgehen kann, viel Spaß beim Zuschauen, wie Österreich am Montag fliegt und Deutschland dann beim Spiel danach.
Benkku (13.06.2008, 13:47 Uhr)
Aufstellungsmangel.
Ich gebe dem Management der deutschen National-Elf Schuld, daß Klose und Kurany immer noch dabei sind (Bemerkenswert war, daß eher Metzelder fast zwei Tore erzielt hätte.), denn Oliver Neville ist bedeutend bissiger. Tim Borowski kann viel mehr zur Spielgestaltung beitragen als dem die Spielpraxis fehlenden "Wasserträger" Odonko.
Maddux (13.06.2008, 13:34 Uhr)
Grundlagentraining wäre mal
angebracht. Nichts gegen die modernen Methoden und Fitness aber was nützt das alles, wenn nicht einer mal nen vernünftigen, gefährlichen Eckball schießen kann oder Freistöße als Flanke mit Zug zum Tor. Das ist doch am einfachsten zu trainieren, ein Netz Bälle und los geht’s. Das kann doch für einen hochbezahlten Profi nicht so schwer sein solange zu üben, bis er den „Bierdeckel“ trifft. Das fast jedem Deutschen der Ball bei der Annahme 2 Meter vom Fuß springt ist man ja gewohnt (kann man auch trainieren) aber achtet mal drauf, 90 Prozent der Einwürfe für Deutschland landen beim Gegner, weil man bis heute nicht gelernt wie man es besser macht. Ein Einwurf auf einen gedeckten Spieler auf den Kopf, landet immer beim Gegner. Zieht weiter eure Gummibänder lang und länger deswegen ist eure Spielweise auch manchmal zäh wie Gummi.
tursu (13.06.2008, 12:26 Uhr)
Kroatien ist nicht Polen
Liebe Leute, Kroatien ist doch nicht Polen. Jeder schreibt wie die deutschen schwach waren. Nun der gegner war ja auch nicht Polen. Gegen Kroatien müsstet ihr anders spielen. jetzt kein stress machen, gegen österreich wird es reichen. POLEN = ÖSTERREICH
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