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13. Juni 2008, 20:34 Uhr

Hollands Zauberfußball

Die Niederlande haben es geschafft: Durch eine 4:1-Galavorstellung gegen Frankreich hat die "Elftal" vorzeitig das Viertelfinale erreicht. Der Vizeweltmeister hat es dagegen nicht mehr in der eigenen Hand, das EM-Aus zu verhindern. Im Spiel gegen Italien muss jetzt ein Sieg her.

Ausgebremst: Nigel de Jong (vorne) und die Niederlande verpassten den EM-Hoffnungen von Vizeweltmeister Frankreich einen herben Dämpfer© Charles Platiau/Reuters

Die EM-Party in Orange geht weiter: Nach dem Überraschungscoup gegen Weltmeister Italien entzauberten die Niederländer in Bern mit 4:1 (1:0) auch den WM-Zweiten Frankreich. Mit einer makellosen Bilanz von sechs Punkten und 7:1- Toren steht die "Elftal" in der Giganten-Gruppe C vorzeitig als Sieger fest und qualifizierte sich damit als dritte Mannschaft nach Kroatien und Portugal für das Viertelfinale.

Für die "Equipe Tricolore" (1 Punkt) kommt es nun am Dienstag im Kampf um Platz zwei zum Herzschlagfinale gegen Italien (1). Doch die besten Chancen haben die Rumänen (2), die noch gegen die Niederlande antreten und mit einem Sieg ebenfalls nicht mehr einzuholen wären.

Niederlande untermauern Titelambitionen

Vier Tage nach der 3:0-Demontage der Italiener fiel der Erfolg des Teams von Trainer Marco van Basten gegen die Franzosen genauso glanzvoll aus, die Mannschaft untermauerte dadurch eindrucksvoll ihre Titelambitionen. In einer starken Anfangsphase der von Herbert Fandel souverän geleiteten Partie gingen die Niederländer durch den Liverpooler Dirk Kuyt (9.) nach einem Eckball von Rafael van der Vaart in Führung. Für die Franzosen war es der erste Gegentreffer nach fünf Spielen.

Antreiber Ribéry

Angeführt von einem überragenden Spielmacher Franck Ribery kämpfte sich die "Equipe Tricolore" zurück, machte aber vor 30.777 Zuschauern im Stade de Suisse aus ihren Chancen zu wenig. Die eingewechselten Robin van Persie (59.), Arjen Robben (72.) und Wesley Sneijder (90.+2) sorgten für den am Ende verdienten Sieg. Thierry Henry schaffte (71.) nur den Anschlusstreffer für den Europameister von 1984 und 2000.

Während Bondscoach van Basten nach dem Spiel gegen Italien keinen Grund zu Änderungen hatte, musste Frankreichs Trainer Raymond Domenech auf das 0:0-Trauerspiel gegen Rumänien reagieren. Er baute sein Team auf drei Positionen um, brachte unter anderem als neuen Hoffnungsträger Stürmer-Star Henry, neben stellte er Sidney Govou in den Angriff. Zudem wechselte Domenech auf das 4-3-1-System und setzte Ribery in die Mittelfeld-Zentrale.

Sein Treffer zum 1:2 konnte die Pleite nicht verhindern: Thierry Henry© Valery Hache/AFP

Sneijder setzt Schlusspunkt

Doch die Maßnahmen verpufften zunächst. Die Niederländer kombinierten von Anfang an nach Belieben, ließen Ball und Franzosen laufen. Gleich mit der ersten Möglichkeit gingen sie durch Kuyt (9.) in Führung. Erst Mitte der ersten Halbzeit besannen sich die Franzosen, spielten endlich schnell und präzise nach vorn. Gouvou (23.) prüfte als erster Niederlandes Torwart-Oldie Edwin van der Sar. In der 34. und 35. Minute musste der 37-Jährige vom Champions-League- Sieger Manchester United gleich drei Mal gegen Florent Malouda, Govou und Ribery eingreifen.

Auch nach dem Wechsel diktierten die Franzosen die Partie. Doch wie schon in den vergangenen Spielen machten sie zu wenig aus ihren Feldvorteilen. Henry (54.) vergab die bis dahin beste Möglichkeit mit einem Heber über das Tor. Van Basten reagierte auf den Druck und verstärkte die "Oranje"-Offensive, indem er van Persie und Robben brachte. Und er hatte Erfolg: Nach Pass von Robben sorgte Persie (59.) für die Vorentscheidung. Henrys Tor (71.) weckte nur kurz die Hoffnungen der Franzosen. Im Gegenzug riss Robben den WM-Zweiten aus allen Träumen. Sneijder setzte den Schlusspunkt.

Heinz Büse und Ulli Brünger/DPA
 
 
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