. .
News am 27.05.2012
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
7. Juni 2008, 20:09 Uhr

Doppelter Schock für die Schweiz

Sie waren das bessere Team, zeigten nach dem Ausfall von Kapitän Alexander Frei große Moral - doch am Ende jubelte der Gegner. Mehr als unglücklich verlor EM-Gastgeber Schweiz die Eröffnungspartie gegen Tschechien mit 0:1. Das entscheidende Tor schoss der eingewechselte Vaclav Sverkos. Von Mathias Schneider, Basel

Matchwinner: Der eingewechselte Vaclav Sverkos schoss Tschechien mit seinem Tor zum Sieg im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz© AFP

Die Tränen rannen ihm bereits über die Wangen, da hatte er noch gar nicht den satten Rasen des Basler St. Jakob-Park verlassen. Alexander Frei hielt sich den Ellbogen vor die Augen, um den Schmerz zu verbergen. Ein Schmerz, der wohl weniger im malträtierten Knie seinen Ursprung fand, sondern eher in der Gewissheit, dass diese Europameisterschaft für den Kapitän der Gastgeber beendet sein könnte, bevor sie recht begann. Der böse Verdacht: Innenbandabriss.

Ein einfacher Zweikampf in der 40. Minute war ihm zum Verhängnis geworden. Das Knie hielt der Belastung nicht stand. Frei humpelte vom Feld. Kurz darauf gab er das Signal zum Wechsel. Auf dem Weg in die Kabine wurde er von Weinkrämpfen geschüttelt.

Sturm und Drang nach dem Seitenwechsel

Die Schweiz war zur Ouvertüre dieser EM gegen Tschechien vor 45.000 Zuschauern ihres Kapitäns beraubt. Nichts konnte sie härter treffen als der Verlust ihres einzigen Stürmers von Format. Dass sie beim 0:1 dennoch in der zweiten Hälfte Sturm und Drang verströmte, spricht für die Moral der Elf. Und doch braucht es eine Menge Phantasie, um sich beide Parteien später im Turnier vorzustellen, zu wenig Finesse und individuelle Klasse verströmen sie in ihren Offensivaktionen. Freis Ausfall wird den Optimismus nicht eben nähren.

Dabei hatte die Schweiz sich doch bereits vor der Partie trotz ihres Heimvorteils nicht eben mit breiter Brust des Großereignisses genähert, und es drängte sich der Eindruck auf, dass sie es dem großen Nachbarn Deutschland in der Vorbereitung gleichtun wollte, auf dass sie einen ähnlich euphorischen Sommer verleben möge wie die Deutschen vor zwei Jahren bei ihrer WM. 0:4 gerieten Köbi Kuhns Männer gegen die Deutschen im März unter die Räder. Die erlebten vor dem Heimturnier in Italien beim 1:4 ein ähnliches Waterloo.

Schweiz weiter ohne Sieg bei einer EM-Endrunde

Damals sank das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Klinsmann-Elf in den tiefroten Bereich. Der Zweifel wurde auch zum einzigen steten Begleiter der Schweiz in den letzten Wochen. Die Parallelen sollten sich nach dem Anpfiff erschöpfen. Deutschland bleib wie so oft Deutschland und gewann, wenn auch nicht eben überzeugend. Die Schweiz wartet dagegen weiter auf einen Sieg bei einer EM-Endrunde. Dabei hätte der Kontrahent zum Auftakt nicht dankbarer sein können. Längst ist die große Klasse aus dieser mit mittelprächtigen Bundesligalegionären mühsam aufgepäppelten tschechischen Auswahl gewichen.

Trauriger Abgang: Der Schweizer Kapitän Alexander Frei musste den Platz früh wegen einer Knieverletzung verlassen© AFP

Routine als einziger Trumpf

Koller (35), Polak und Galasek (35) plumpsten vor vier Wochen mit dem 1. FC Nürnberg in die zweite Liga. Jarolim vom Hamburger SV sorgte nur seiner Schwalben wegen für Aufregung. Der Siegtorschütze Sverkos (70.) war einst von Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach gewogen und für zu leicht befunden worden. Der Halbfinalist vor vier Jahren hatte eine Elf im Spätherbst der eigenen Schaffenskraft aufgeboten. Routine als einzigen echten Trumpf.

So war es nicht verwunderlich, dass die ganz in Rot gewandeten Eidgenossen sich ihrer Jugend als größtes Kapital besannen und vom Anpfiff weg aufs Tempo drücken. Allein die Angriffsbemühungen sollten nicht lange anhalten. Immer seltener Drang der Ball durch die beiden vier Mann starken Abwehrriegel der Tschechen. Zu langsam zirkulierte das Leder durchs Schweizer Mittelfeld, der neben Frei im Sturm aufgebotene Streller, ob seiner fehlenden Durchschlagskraft vor einem Jahr beim VfB Stuttgart aussortiert, demonstrierte einmal mehr eindrucksvoll, warum er selbst bei Länderspielen im eigenen Land vor Pfiffen aus dem Fanblock nicht gewappnet ist. Lattentreffer von Vonlanthen Es sprach für die Gastgeber, dass sie bis zum Schluss nicht verzagten, noch einmal das Leder durch Vonlanthen an die Latte donnerten und auch noch Pech hatte, dass ihnen ein Elfmeter verwehrt wurde. Der für Frei eingewechselte Yakin belebte die Offensive mit seiner geschmeidigen Technik erheblich. So hätten Kuhns Männer mindestens einen Punkt, wenn nicht den Sieg verdient gehabt. Stattdessen steht sie bereits nach einer Partie mit einem Bein im Aus. Die Routine hatte gesiegt. Zumindest noch dieses eine Mal.

Von Mathias Schneider, Basel
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
cydet (08.06.2008, 14:25 Uhr)
Stimmt absolut
Allighi ist die Beste !
petermeyer (08.06.2008, 10:14 Uhr)
keine ahnung
warum sie das nicht gesehen haben , daß die schweizer besser waren und zwar deutlich....vermutlich keine ahnung von fußball? oder hatten sie bildausfall im tv? ;)
die schweizer hatten pech, nen schlechten schiedsrichter(elfmeter verweigert -aktion kurz vorm lattentreffer) und unvermögen ihre chancen reinzumachen.
die tschechen waren nur schlecht und haben ein dusel-tor geschossen -damit kommen sie aber nicht weit.
Benkku (08.06.2008, 08:27 Uhr)
Stimmt nicht.
Mir ist es nicht aufgefallen, daß die Schweizer besser waren. Wenn das ein zwei wichtige Leute offiziell behaupten, plappert es der Rest nach. Für mich waren die Schweizer über weite Strecken ein wilder Hühnerhaufen.
MEHR ZUM ARTIKEL
EM 2008 Die bitteren Tränen des Alexander Frei

Für die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz hat die EM-Endrunde mit einem Schock begonnen. Kapitän Alexander Frei humpelte im Eröffnungsspiel kurz vor der Halbzeit unter Tränen vom Platz. Für ihn ist die EM schon zu Ende. mehr...

Interview Köbi Kuhn "Beim Einkaufen spüre ich Begeisterung"

Es ist sein letztes großes Turnier. Nach der EM hört Köbi Kuhn als Schweizer Nationaltrainer auf und übergibt sein Amt an Ottmar Hitzfeld. Vorher will der der 64-Jährige aber mit seinem Team im eigenen Land noch für Furore sorgen. Wie, das verrät Kuhn im Interview mit stern.de-Autor Oliver Trust. mehr...

EM-Qualifikation Peinliche Schlappe für das DFB-Team

Im Prestigeduell in der EM-Qualifikation gegen Tschechien hat die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft eine herbe Niederlage kassiert und die Tabellenführung verspielt: Mit 0:3 unterlag das saft- und kraftlos agierende DFB-Team in der Münchner Allianz Arena. mehr...

EM-Gastgeberland Die Schweiz für Anfänger

Langsam, neutral und reich - so stellen wir uns die Schweizer vor. Aber ist das schon alles? Wer zur EM in die Eidgenossenschaft fährt, sollte über die Schweizer Eigenschaften, Institutionen und Fallstricke Bescheid wissen. stern.de gibt Anworten auf die wichtigsten Fragen. mehr...