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20. Mai 2008, 12:18 Uhr

Mutige Polen mit Samba-Power

Im ersten Spiel der EM geht es gegen die Polen, ein extrem wichtiges Spiel für die deutsche Mannschaft. Beim Gegner herrscht zu Beginn des Trainingslagers große Zuversicht. Alle Mann sind fit, die Motivation ist besonders hoch. Speziell ein spontan eingebürgerter Stürmer soll es für die Polen richten.

Leo Beenhakker ist eine Trainer-Legende und macht die Polen in Donaueschingen fit für die EM© Michael Dalder / REUTERS

Mit Respekt, aber ohne Furcht fiebert Polen seiner EM-Premiere gegen Deutschland entgegen. "Wir sind zuversichtlich. Es wird hart für uns, aber auch für Deutschland", prognostizierte Trainer-Legende Leo Beenhakker für den ersten Auftritt seines Teams bei einer Fußball-Europameisterschaft am 8. Juni in Klagenfurt.

Maciej Zurawski freut sich auf die WM-Revanche von 2006. "Ich bin froh, dass unser erstes Spiel gegen Deutschland ist", sagte der Mannschaftskapitän im Trainingslager in Donaueschingen. "Ich hoffe aber auch, dass sie nicht so stark sind wie allgemein erwartet."

Beenhakker zufrieden

Knapp zwei Wochen lang bereitet sich Polen in der südbadischen Provinz intensiv auf die EURO 2008 vor. Beenhakker wählte ganz bewusst diesen ruhigen, alten Fürstensitz am Donauquell, um seinem Kader den letzten Schliff für das Turnier zu verpassen. "Ich habe mir das siebenmal überlegt", sagte der 66 Jahre alte Niederländer mit der schlohweißen Mähne.

"Die Bedingungen sind hier sehr gut und wir haben Stadion-Atmosphäre." Vergleichbar mit seinem Kollegen Joachim Löw berief er 27 Spieler für diese Vorbereitungsphase, um danach den 23- köpfigen Kader festzulegen.

Noch zwei Testspiele

Die beiden Bundesliga-Legionäre Jakub Blaszczykowski (Borussia Dortmund) und Jacek Krzynowek (VfL Wolfsburg) stoßen noch zum Team. Auch der jetzt für Racing Santander stürmende ehemalige Dortmunder Ebi Smolarek, Mariusz Lewandowski (Schachtjor Donezk) sowie die beiden Torhüter Artur Boruc (Celtic Glasgow) und Tornasz Kuszczak (Manchester United) reisen erst später an, nachdem sie am Wochenende noch für ihre Vereine im Einsatz waren.

Vor allem von den beiden Länderspielen gegen Mazedonien (26. Mai) und Albanien (27. Mai) in Reutlingen verspricht sich Beenhakker entscheidende Aufschlüsse über Fitness und Form seiner Schützlinge. "Ich habe beide Partien bewusst direkt hintereinander gelegt, damit möglichst viele volle 90 Minuten spielen können." Nach diesem Doppel- Test wird er die Spreu vom Weizen trennen.

Leider nicht gegen Andorra

Einen Favoriten für die Gruppe B, die von Österreich und Kroatien komplettiert wird, benannte Beenhakker nicht: "Es gibt keine Kleinen mehr. Wir haben alle große Ambitionen." Grinsend fügte der einstige Weltenbummler hinzu: "Natürlich hätte ich lieber gegen Andorra gespielt, aber die haben sich ja nicht qualifiziert." Zurawski bezeichnete es angesichts der jeweiligen WM-Auftaktpleiten 2002 und 2006 "gegen die vermeintlich schwächeren Gegner Südkorea und Ecuador" als Vorteil, gleich zu Beginn einen "dicken Brocken" vorgesetzt zu bekommen.

Personell hat Polens Coach keine großen Probleme. Allein Linksverteidiger Grzegorz Bronowicki (Roter Stern Belgrad) bangt wegen einer Knieverletzung um seine endgültige Nominierung. Und der Wirbel um die Blitz-Einbürgerung des Brasilianers Roger Guerreiro scheint sich langsam zu legen. Beenhakker wollte den seit 2006/07 für Legia Warschau spielenden Mittelfeldmann unbedingt haben, weshalb dieser prompt vor der Bekanntgabe des ursprünglichen, 31 Profis umfassenden Kaders, einen polnischen Pass bekam. "Ich versuche, mich möglichst schnell ins Team zu integrieren", sagte Guerreiro. "Gegen Deutschland wird es schwierig, aber wir wollen in die nächste Runde."

 
 
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