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5. Juni 2008, 14:25 Uhr

Schweinsteiger droht die Bank

Überraschung im Tessin: Für Bundestrainer Joachim Löw ist der eigentliche Fixstarter Bastian Schweinsteiger nicht mehr gesetzt. Er habe seine Form noch nicht erreicht. Erste Alternativen werden gehandelt, besonders ein Bremer könnte dabei zum Knackpunkt werden.

Bastian Schweinsteiger (l.) steht bei Bundestrainer Joachim Löw in der Kritik© OLIVER LANG / AFP PHOTO

Bastian Schweinsteiger galt lange als Fixstarter gegen Polen, doch plötzlich droht dem Sommermärchen-Helden von 2006 im EM-Auftaktspiel der deutschen Elf ein Platz auf der Ersatzbank. ´

Der 23-jährige Münchner, über den allenfalls als Startkandidat auf der linken oder rechten Mittelfeldseite diskutiert worden war, ist beim Bundestrainer kurz vor dem Turnierstart nicht mehr gesetzt. Schweinsteiger habe "noch nicht seine allerbeste Form erreicht", äußerte Joachim Löw in Tenero erstaunlich unverblümt zur aktuellen Verfassung des 51-maligen Nationalspielers.

Lediglich "gute Ansätze"

Es klang nicht wie ein Ablenkungsmanöver, als der Bundestrainer nach den Lobliedern, die er kurz zuvor auf andere bewährte WM-Kräfte wie Michael Ballack, Torsten Frings oder Miroslav Klose angestimmt hatte, die Mängel bei dem von ihm grundsätzlich hoch geschätzten Schweinsteiger auflistete.

"Gute Ansätze" bescheinigte er dem Münchner, der auch "sehr engagiert" im Training sei und sogar nach Zusatzschichten verlange. Doch die Stunde von Schweinsteiger, der seit der WM 2006 im Mittelfeld neben den Routiniers Ballack, Frings und Bernd Schneider die vierte gesetzte Kraft war, soll in Österreich und der Schweiz wohl erst im weiteren Verlauf der Endrunde schlagen. "Wir wissen, wie wichtig Bastian für uns noch wird im Turnier", bemerkte Löw: "Er wird seine Form noch erreichen."

Podolski für Schweinsteiger?

Nur Torhüter Jens Lehmann und Abwehrspieler Philipp Lahm haben in der zweijährigen Amtszeit von Löw mehr Länderspiel-Minuten absolviert als Schweinsteiger, dessen Entwicklung trotzdem seit der WM 2006 beim FC Bayern und im Nationalteam stagniert. Und auch in den Testspielen gegen Weißrussland (2:2) sowie Serbien (2:1) brachte der Münchner kaum etwas Produktives zustande - weder links noch rechts.

Schweinsteiger raus - und wer rein? Links scheint die Variante, Lukas Podolski auf Schweinsteigers etatmäßiger Position zu bringen, in Löws Überlegungen immer heißer zu werden. "Lukas ist grundsätzlich ein Stürmer, aber er hat gezeigt, dass er auch links Akzente setzen kann", betonte Löw. Rechts spricht vieles für Clemens Fritz, allerdings zählte Außenverteidiger Lahm am Donnerstag auch seinen künftigen Münchner Vereinskollegen Tim Borowski und David Odonkor als weitere Alternativen auf.

Odonkor kein Thema

Den Namen Schweinsteiger nannte Lahm nicht, ein grundsätzliches Lob auf den Bayern-Kollegen stimmte er trotzdem an: "Bastian ist ein genialer Fußballer. Wir leben von seinen Ideen. Und bei Turnieren hat er immer seine Leistung gebracht."

Odonkor scheidet als Kandidat für die Startformation aus. Den rasenden Rechtsaußen bezeichnete auch Löw nur als "eine hervorragende Möglichkeit während des Spiels". Der Bremer Fritz erscheint mit seinen offensiven und vor allem auch defensiven Qualitäten die naheliegende Lösung als Ersatz für den verletzten Schneider zu sein, auch wenn er bei der Generalprobe gegen Serbien blass geblieben war.

"Intelligenter Fußballer"

Die Überraschung wäre Borowski, der in der Vorbereitung durch einen grippalen Infekt zurückgeworfen worden war.

"Er wird gebraucht im Turnier. Ob das schon gegen Polen ist, muss man sehen", hatte Löw noch zu Wochenbeginn über Borowski geäußert. Die Zurückhaltung des Bundestrainers resultierte aus dem Fitness-Rückstand des 31-maligen Nationalspielers, das Zutrauen in die Fähigkeiten des 28-Jährigen ist bei Löw aber absolut vorhanden: "Tim Borowski ist ein sehr intelligenter Fußballer."

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DPD/jef
 
 
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