Ganz Italien feiert: Mit einem Sieg gegen Frankreich haben die Azzurri das EM-Viertelfinale erreicht. Für die Franzosen war das Spiel ein Desaster - sie verloren früh Franck Ribery mit Verdacht auf Unterschenkelbruch. Eine Rote Karte und ein Elfmetertor besiegelten das enttäuschende Vorrunden-Aus.

Andrea Pirlo verwandelt den an Luca Toni verursachten Elfmeter zur 1:0-Führung© Valery hache/AFP
Die "Squadra azzurra" ließ sich von ihren Tifosi feiern, die am Boden zerstörte "Équipe tricolore" verabschiedete sich ohne einen Sieg von ihren Fans: Im Duell der Totgesagten hat Weltmeister Italien Wiederauferstehung gefeiert und dank niederländischer Mithilfe ein EM-Desaster verhindert. 709 Tage nach dem WM-Triumph gewann die über eine Stunde in Überzahl spielende Mannschaft von Trainer Roberto Donadoni die Neuauflage des WM- Endspiels mit 2:0 (1:0) gegen Frankreich. "Wir haben im Grunde nun doch mit etwas Glück die Früchte ernten können. So müssen wir weitermachen. Ich hatte nie Zweifel, ich wusste, dass das so kommen würde", meinte der Coach.
Vor 30.585 Zuschauern im ausverkauften Züricher Letzigrund-Stadion erzielten Andrea Pirlo (25./Foulelfmeter) nach einem Foul an Bayerns Luca Toni und Daniele de Rossi (62.) die Tore. Die "Équipe tricolore" konnte den frühen Ausfall von Bayerns Franck Ribéry, der mit Verdacht auf einen Unterschenkelbruch nach nur zehn Minuten raus musste, nicht kompensieren. Eric Abidal sah nach seiner Attacke gegen Toni zudem die Rote Karte. "Was soll ich sagen, das war nicht unser Abend", meinte der völlig niedergeschlagene Franzosen-Kapitän Thierry Henry. "Franck fällt verletzt aus, dann die Rote Karte - da haben wir die Kiste vollgekriegt. Es ist nichts in unsere Richtung gelaufen. Eigentlich war es eine Katastrophe."
Doch auch das Weiterkommen der Italiener und der erste Sieg in der regulären Spielzeit über Frankreich seit dem 2. Juni 1978 hatte einen einen Wermutstropfen: Nach ihren zweiten Gelben Karten sind Torschütze Pirlo und Mittelfeldrackerer Gennaro Gattuso am Sonntag im Südeuropa-Schlager gegen Spanien zum Zuschauen verdammt.
Richtig schlimm hatte es aber die Franzosen gleich zu Beginn getroffen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wälzte sich Ribéry auf dem Boden, nachdem er sich bei einem Zweikampf mit Gianluca Zambrotta verletzt hatte. Fast drei Minuten wurde der Ideengeber der "Équipe tricolore" behandelt - dann das Aus, mit Verdacht auf Unterschenkelbruch wurde Ribéry ins Krankenhaus gebracht. Für Ribéry schickte Franzosen-Coach Raymond Domenech, der auf Bayern-Abwehrmann Willy Sagnol ebenso wie auf Lilian Thuram in der Startformation verzichtet hatte, Samir Nasri auf den Platz.