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16. Juni 2008, 18:12 Uhr

Klasnic-Krönung bei Kroatensieg

Dritter Sieg im dritten Spiel: Die Kroaten ziehen mit einer weißen Weste ins EM-Viertelfinale ein. Gegen Polen schickte Coach Slaven Bilic eine "B-Elf" ins Rennen, bei der Bundesliga-Profi Ivan Klasnic einen denkwürdigen Auftritt feierte.

Kroatiens Torschütze Ivan Klasnic (l.) im Zweikampf mit Polens Dariusz Dudka© Ronny Hartmann/DDP

15 Monate nach seiner Nierentransplantation hat Ivan Klasnic seine Rückkehr auf den Fußball-Platz gekrönt: Der Angreifer vom SV Werder Bremen führte ein starkes kroatisches "B-Team" bei seinem denkwürdigen EM-Einsatz zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen Polen. Klasnic erzielte am Montag vor 30.461 Zuschauern im ausverkauften Wörthersee-Stadion von Klagenfurt in der 52. Minute den entscheidenden Treffer, der auch die letzte rechnerische Chance der Polen aufs Weiterkommen bei ihrer ersten Endrunden-Teilnahme zerstörte. Kroatien tritt nach drei Siegen als Gewinner der Gruppe B mit breiter Brust am Freitag im Viertelfinale gegen die Türkei an.

Sage und schreibe neun neue Spieler bot Kroaten-Coach Slaven Bilic im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen Deutschland auf. Der Rest - darunter auch Torwart Stipe Pletikosa sowie die routinierten Brüder Robert und Niko Kovac - wurde erstmal geschont. Anzumerken war den Kroaten dies aber nicht: Vor allem das Bundesliga-Trio mit Klasnic, Mladen Petric (Borussia Dortmund) und dem unermüdlich rackernden Ivan Rakitic (FC Schalke 04) trieb das Spiel an und war an den Chancen der Kroaten-Elf in der ersten Halbzeit maßgeblich beteiligt.

Auf Vorlage von Klasnic vergab Danijel Pranjic, der als einziger in allen drei Vorrundenpartien von Beginn an dabei war, zu leichtfertig (14.). Sechs Minuten später vergab dann Hrvoje Vejic per Kopf nach einem maßgerechten Rakitic-Freistoß, der für den ebenfalls geschonten Spielmacher Luka Modric von der linken Seite aus das Spiel lenkte. Klasnic war es dann wiederum, der zweimal am starken polnischen Schlussmann Artur Boruc scheiterte (32./45.+2). Bei einem Nachschuss zielte Rakitic zu ungenau.

Außer Boruc enttäuschten die Polen aber ansonsten auf ganzer Linie. Ähnlich passiv wie Coach Leo Beenhakker auf seiner Bank agierten auch die Spieler auf dem Feld. Von Bemühen, sich mit einem Sieg gegen Kroatien die Chance auf das Viertelfinale, das Polen seit 26 Jahren bei einem großen Turnier nicht mehr erreicht hatte, war nichts zu sehen.

Ansätze zeigte zumindest Wolfsburgs Jacek Krzynowek, es blieb jedoch bei Versuchen. Der für den ehemaligen Bundesliga-Legionär Ebi Smolarek aufgebotene Marek Saganowski stand an der Spitze - und damit allein auf weiter Flur. In der 55. Minute brachte Beenhakker dann den Ex-Borussen, der mit dem Mute der Verzweiflung und sein Glück versuchte, zweimal jedoch knapp verzog.

An der Überlegenheit der Kroaten änderte sich insgesamt aber auch nach der Pause kaum etwas - allerdings an der Chancenverwertung. Und erneut war es der starke Pranjic, der Dampf über die linke Seite machte und einen klugen Rückpass auf Klasnic spielte: Mit seinem starken linken Fuß nahm der Noch-Bremer maß und traf. Für Polen offenbar der Weckruf: Denn erst nach dem Rückstand ging von den Beenhakker-Schützlingen etwas Gefahr aus, allerdings vergab der gebürtige Brasilianer Roger Guerreiro die beste Chance (63.). Und so konnte sich Matchwinner Klasnic sorgenfrei vorzeitig verabschieden, als er eine Viertelstunde vor Schluss unter großem Beifall der Fans ebenso wie Petric ausgewechselt wurde.

DPA
 
 
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