Der Negativ-Trend der deutschen Olympia-Mannschaft setzte sich zu Beginn des vierten Wettkampftages in Athen fort. Nur selten überstanden unsere Athleten die Vorrunden.

Jörg Rosskopf bleibt bei seinen fünften Olympischen Spielen ohne Medaille© Louisa Gouliamaki/DPA
Eine rühmliche Ausnahme bildeten am Dienstag die 4 x 200 m-Freistilstaffel der Männer, die mit der drittbesten Vorlaufzeit ins Finale schwamm, und die Vielseitigkeitsreiter, die nach dem Geländeritt auf Silberkurs liegen. In der Einzelwertung ist Bettina Hoy vor dem abschließenden Springen ebenfalls Zweite.
Trotz des eher holprigen Olympia-Starts hält der Deutsche Sportbund (DSB) an dem anvisierten dritten Platz in der Medaillenwertung fest. «Unsere Erwartungen sind bisher nicht in allen Bereichen erfüllt worden», räumte Jörg Ziegler, der stellvertretende Geschäftsführer des Dachverbandes, ein. Für eine Analyse sei es jedoch noch zu früh.
Derweil nehmen die Enttäuschungen im Schwimm-Team kein Ende. Über 100 m Freistil schied Meister Stephan Kunzelmann als 36. unter 68 Startern im Vorlauf aus. Auch Jens Kruppa scheiterte als 18. über 200 m Brust vorzeitig. Annika Mehlhorn qualifizierte sich mit Platz 14 über 200 m Schmetterling immerhin für das Halbfinale. Man habe in der Vorbereitung vielleicht zu wenig die Bedingungen des Freiluft- Schwimmens berücksichtigt, gestand Cheftrainer Ralf Beckmann in einer ersten Ursachenforschung ein.
Auch bei den deutschen Schützen lief einmal mehr kaum etwas zusammen. Frank Seeger und Abdulla Ustaoglu schieden im Wettbewerb mit der Freien Pistole als 18. und 24. bereits im Vorkampf aus. Den Olympiasieg sicherte sich der Russe Michail Nestrujew, der bereits seine zweite Medaille in Athen eroberte. Immerhin erreichte Waldemar Schanz als Vierter das Finale der Wurfscheiben-Disziplin Doppeltrap.
Judoka Florian Wanner wurde seiner Rolle als Mitfavorit in der Kategorie bis 81 kg zunächst nicht gerecht. Nach einer Niederlage in der zweiten Runde muss er sein Glück in der Trostrunde suchen und kann im besten Fall noch um Bronze kämpfen. Der selbe Weg blieb Anna von Harnier in der Klasse bis 63 kg nach ihrer Auftakt-Niederlage versperrt. Säbelfechterin Susanne König schied bereits in der ersten Runde aus. Auch für die Bogenschützinnen Anja Hitzler und Cornelia Pfohl war die Olympia-Konkurrenz schnell beendet.
Für Jörg Roßkopf endeten die fünften Olympischen Spiele ohne Medaillengewinn. Der Tischtennis-Rekordnationalspieler verabschiedete sich mit einer Niederlage gegen den Chinesen Wang Hao aus dem Turnier. Das Beachvolleyball-Duo Christoph Dieckmann/Andreas Scheuerpflug kassierte gegen die Franzosen Stephane Canet/Mathieu Hamel die erste Niederlage und muss ums Weiterkommen bangen. Auf Erfolgskurs blieben die Wasserballer, die dem 5:4 gegen Griechenland einen 13:3-Kantersieg gegen Ägypten folgen ließen und damit die Weichen für den Einzug ins Viertelfinale stellten.
Nach eintägiger Unterbrechung wegen des starken Windes nahmen die Ruderer ihr Wettkampfprogramm in Schinias mit den Hoffnungsläufen wieder auf.