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20. August 2004, 19:02 Uhr

Ein hartes Stück Arbeit

Mit einem Doppelschlag von Steffi Jones und Conny Pohlers haben die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen ein frühzeitiges Scheitern ihrer "Mission Gold" bei den Olympischen Spielen verhindert.

"Mission Gold": Beinahe gescheitert© Frank May/DPA

Bis zur 75. Minute drohte am Freitag in Patras gegen den krassen Außenseiter Nigeria das sensationelle Ausscheiden, doch nach einem wahren Kraftakt durfte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Ende doch noch einen 2:1 (0:1)-Sieg bejubeln. Im Halbfinale kommt es am kommenden Montag zur Neuauflage des WM-Halbfinals gegen die USA, die in Thessaloniki ebenfalls mit 2:1 gegen Japan gewann. Die deutsche Frauen haben mindestens das Spiel um Platz drei sicher.

Das Aus vor Augen

Als Mercy Akide in der 49. Minute das 1:0 für Nigeria erzielte, drohte plötzlich das Aus. Doch die deutschen Frauen gaben sich nicht auf und wurden belohnt: Die Frankfurterin Steffi Jones erzielte in der 76. Minute nach einem Eckball von Renate Lingor per Kopf den Ausgleich. Nur fünf Minuten später machte die eingewechselte Potsdamerin Conny Pohlers mit dem 2:1 die Wende perfekt. Allerdings hatte sie Glück, dass ihr Luftduell mit Nigerias Torfrau Precious Dede nach einer Flanke Von Sonja Fuss nicht als Foul gewertet wurde. Mit dem Fuß stocherte sie den Ball anschließend über die Linie.

Vor gut vier Wochen hatten Deutschlands Frauen die Afrikanerinnen im letzten Olympia-Test in Offenbach noch mit 3:1 besiegt. Doch dieses Mal waren lange Zeit die Beine schwer, an das 8:0 gegen China und das 2:0 gegen Mexiko aus der Vorrunde konnte der Weltmeister lange Zeit nicht anknüpfen. Auf drei Positionen hatte Trainerin Tina Theune-Meyer zudem ihre Elf verändert und damit vielleicht zu viel gewollt. Drei Tage nach dem Erfolg gegen Mexiko rückten Sandra Minnert aus Bad Neuenahr nach überstandener Hüftverletzung für die Hamburgerin Sarah Günther, Viola Odebrecht für ihre Potsdamer Vereinskollegin Navina Omilade und die Frankfurterin Pia Wunderlich nach ihrer Zahnwurzelbehandlung für Isabell Bachor vom SC Bad Neuenahr in die Startelf.

In der Spitze gefährlicher

Die deutsche Mannschaft erkämpfte sich durch Wunderlich (7.) und die erstmals bei Olympia eingesetzte Minnert nach guter Anfangsphase zwar die erste Chance, doch Nigeria war dann mit schnelle Pässen in die Spitze gefährlicher. Okolo (15.) scheiterte nur knapp. Die DFB- Frauen kamen nur bei Standardsituationen zu Torchancen. Eine Schrecksekunde für die deutschen Frauen gab es in der 28. Minute, als Birgit Prinz im Mittelfeld auf den Ball trat, umknickte und mit Schmerz verzerrtem Gesicht liegen blieb. Doch sie konnte weitermachen und scheiterte wenig später mit einem Fernschuss (32.) an der starken Torhüterin Dede.

Die Afrikanerinnen waren weitaus spritziger und gingen auch robuster zur Sache. Die gut 150 Fans aus Nigeria feuerten ihre Mannschaft an, Deutschlands Frauen wurden zunehmend unsicherer. Kurz vor der Pause vergab Wunderlich (44.) die größte deutsche Chance. Direkt nach der Pause kam der Schock für die DFB-Frauen, als Perpetua Nikwocha den Ball steil auf Okolo spielte, die deutsche Verteidigung zu langsam war und die Duisburger Torhüterin Silke Rottenberg chancenlos. Verzweifelt berannte der Weltmeister danach das Tor der Nigerianierinnen. Die eingewechselte Pohlers vergab in der 66. Minute die größte Chance zum Ausgleich, als sie völlig freistehend vergab. Doch am Ende war sie die Matchwinnerin.

Volker Gundrum/DPA