Manchmal sind es die kleinen Dinge, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können. So versuchen die Organisatoren, auch Sonderwünsche der Athleten zu erfüllen.

Sonderwünsche der Athleten: Gummibärchen als süßes Dopingmittel© Norbert Försterling/DPA
Gummibärchen, Nachttischlampe, Wasserkocher - dies sind einige Sonderwünsche der deutschen Olympioniken in Athen. Da diese Kleinigkeiten zum Wohlbefinden beitragen, können sie im Kampf um Millimeter und Hundertstelsekunden große Bedeutung haben. Dazu gehört auch eine entspannte Nachtruhe im Athletendorf, die durch so genannte Bettverlängerungen auch für die langen Kerls und Frauen garantiert ist. "Wir haben rund hundert Sportler, die fast oder mehr als zwei Meter lang sind", berichtete Achim Bueble, der in der deutschen Teamleitung für Organisation verantwortlich ist.
Um eine Matte zum Entspannen vor dem Wettkampf hat Ralf Schumann, Olympiasieger von 1992 und 1996 mit der Schnellfeuerpistole, gebeten. Für den Generalsekretär des Deutschen Schützen-Bundes (DSB), Jörg Brokamp, kein Problem: "Wenn der Athlet sich wohlfühlt, kann er das Beste aus sich ’rausholen." Vergeblich bemühte er sich für die "Leseratte" Susanne Kiermayer, Olympia-Zweite im Doppel-Trap von 1996, um eine gewünschte Nachttischlampe im Zimmer. "Die Lampe war zwar da, doch eine passende Glühbirne konnten wir in Athen dafür nicht auftreiben. So musste sie aus der Heimat eine mitbringen." Einen Wasserkocher hatte die ehemalige Fecht-Weltmeisterin Claudia Bokel mit im Gepäck: "Ich trinke gerne Tee."
Als Naschkatzen entpuppen sich die Fußball-Frauen. "Auf Wunsch der Spielerinnen haben wir etwas zu naschen dabei", sagte Mannschaftsbetreuer Niels Barnhofer. Durch Bundestrainerin Tina Theune-Meyer gebe es für die Weingummis und Lakritze eines Sponsors (Katjes) «keine Limitierung» bei der Ausgabe. Dagegen hat Wasserball- Bundestrainer Hagen Stamm den Bier-Konsum seiner bulligen Mannen strikt rationiert. "Für Wasserballer ist es schon ein Problem, mit nur einem Bier am Abend einzuschlafen", weiß der Ex-Nationalspieler aus eigener Erfahrung - bleibt aber hart.
Die Athleten tun aber auch viel selbst für ihr Wohlbefinden. "Von der Zahnpasta bis zur Kleidung legen sich viele Sportler am Wettkampftag alles zurecht", weiß Aktivensprecherin Stefanie Teeuwen. Auch das Essen und Trinken vor dem Start läuft bei einer Reihe von Cracks immer gleich ab. "Es ist oft wie eine Zeremonie, ein Ritual", so Teeuwen. Nicht unüblich sei auch, dass Athletinnen, wenn es darauf ankommt, "stets den gleichen Slip und den gleichen BH" anziehen. Wenn es auch mal woanders klemmen sollte, hilft die frühere Eisschnellläuferin gern: "Wenn es im Rahmen bleibt, machen wir vieles möglich."