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Ratgeber Ernährung

27. November 2008, 16:48 Uhr

Die meisten Dicken leben in Sachsen-Anhalt

In welchem Bundesland die meisten Übergewichtigen leben, haben Mediziner der TU München untersucht. Dabei stellen sie fest: Insgesamt leben die meisten Fettleibigen in der Nordosthälfte Deutschlands

Ab einem Taillenumfang von über 88 Zentimetern galten Frauen in der Studie als zu dick© Colourbox

Mehr als vier von zehn Studienteilnehmern (42,1 Prozent) aus Sachsen-Anhalt sind deutlich zu dick, berichten die Mediziner um Hans Hauner von der Technischen Universität München im "Deutschen Ärzteblatt". Der Stadtstaat Hamburg hat mit 30,5 Prozent den geringsten Anteil Dicker, im Bundesschnitt sind es 36,5 Prozent. Als Maß diente den Forschern ein Taillenumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und mehr als 88 Zentimetern bei Frauen. Untersucht wurden fast 36.000 Patienten in 1500 zufällig ausgewählten Hausarztpraxen aus ganz Deutschland.

Auch beim Anteil der Fettleibigen führt Sachsen-Anhalt in der Studie die Liste an: 28,3 Prozent der Untersuchten haben einen Body- Mass-Index von mehr als 30. Am Ende der Liste findet sich in diesem Fall Bremen mit 19,8 Prozent. Bundesweit sind im Durchschnitt 22,8 Prozent fettleibig (adipös). Der Body-Mass-Index berechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße.

Die meisten Fettleibigen in der Nordosthälfte Deutschlands

Insgesamt leben die meisten Fettleibigen in der Nordosthälfte Deutschlands: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen stellen das obere Drittel auf der Länderliste der Fettleibigkeit. Eine Ausnahme bilden Schleswig- Holstein sowie die Stadtstaaten Hamburg und Bremen, die sich gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg im unteren Drittel der Liste finden. Sowohl Fettleibigkeit als auch ein erhöhter Taillenumfang traten bei älteren Patienten häufiger auf. Bei den Berechnungen der Häufigkeiten wurden daher die unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsprofile der Bundesländer miteinbezogen und die Daten damit auf einen gemeinsamen Standard gebracht.

Die Forscher hatten Daten ausgewertet, die im Herbst 2005 im Laufe des Projektes "Gemcas" (German metabolic and cardiovascular risk project) erhoben worden waren. Alle Studienteilnehmer waren über 18 Jahre alt mit einem mittleren Alter von 51,7 Jahren. 38,9 Prozent waren Männer. Die Untersuchung wurde vom Pharmakonzern Sanofi-Aventis mitfinanziert. Die Autoren legen zudem offen, dass sie auch in anderem Zusammenhang Forschungsgelder oder Honorare von dieser und anderen Pharmafirmen bekommen haben. Eine parallel vom Max-Rubner-Institut durchgeführte Untersuchung fand ebenfalls ein erhöhtes Auftreten von Fettleibigkeit im Nordosten Deutschlands.

DPA
 
 
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