Die mediterrane Küche gilt als vielseitig und gesund. Wissenschaftler haben nun untersucht, ob die Kochkunst aus der Mittelmeergegend auch für die Psyche gut ist. Ihr Ergebnis: Wer sich mediterran ernährt, entwickelt seltener eine Depression.

Fisch, Hülsenfrüchte und Gemüse stehen bei der mediterranen Küche unter anderem auf dem Speiseplan© Colourbox
Viel Gemüse, Obst, Nüsse, Vollkornprodukte und hochwertiges Olivenöl - das sind die Zutaten der mediterranen Küche. Wer sich nach deren Vorgaben ernährt, ist weniger gefährdet, an einer Depression zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Almudena Sánchez-Villegas von der Universität von Las Palmas de Gran Canaria. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher in der Oktoberausgabe der "Archives of General Psychiatry".
Um zu untersuchen, ob die mediterrane Ernährungsweise einen Einfluss auf die psychische Gesundheit hat, untersuchten die Forscher 10.094 gesunde Spanier. Alle Studienteilnehmer gaben zu Beginn auf einem Fragebogen Auskunft über ihre Ernährungsgewohnheiten. Anhand von neun Kriterien machten die Wissenschaftler fest, inwieweit sich die Probanden an die mediterrane Ernährungsweise hielten, zu der unter anderem ein hoher Konsum von einfach ungesättigten Fettsäuren, wenig Alkohol, wenig Fleisch, dafür viele Hülsenfrüchte und Fisch zählen.
Gut vier Jahre nach der ersten Befragung verzeichneten die Forscher unter den Studienteilnehmern 480 neue Fälle von Depressionen. 156 Männer und 324 Frauen waren betroffen. Dabei hatten diejenigen, die sich an die Vorgaben der mediterranen Küche hielten, ein 30 Prozent geringeres Risiko an einer Depression zu erkranken als diejenigen, die ihren Speiseplan nicht danach ausgerichtet hatten. Dies änderte sich auch nicht, wenn die Forscher andere Aspekte eines gesunden Lebensstils berücksichtigten - wie zum Beispiel die Tatsache, ob die Probanden verheiratet waren und Kinder hatten oder nicht.
Warum genau die mediterrane Ernährung dabei helfen kann, das Auftreten von Depressionen zu verringern, ist den Wissenschaftlern um Sánchez-Villegas zufolge allerdings nicht bekannt. Der Ernährungsstil könne unter anderem das Funktionieren der Blutgefäße verbessern, Entzündungen hemmen, das Risiko für Herzkrankheiten senken und Zellschäden entgegenwirken. Dies seien alles Faktoren, die beim Auftreten von Depressionen eine Rolle spielen können.
"Die Rolle der Ernährungsgewohnheiten insgesamt ist allerdings möglicherweise wichtiger als der Effekt einzelner Bestandteile", schreiben die Wissenschaftler. Vermutlich biete die Kombination einiger Substanzen einen Schutz gegen Depressionen, darunter eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und anderen ungesättigten Fettsäuren, Antioxidantien, Folsäuren und Vitamin B - alles Bestandteile, die in der mediterranen Ernährung reichlich vorhanden sind.