Wer oft Würstchen, Steaks oder Schinken isst, erhöht möglicherweise sein Risiko, an Krebs oder einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben, wie eine Studie mit mehr als einer halben Million US-Amerikanern ergab. Bei Geflügel und Fisch sah es anders aus.

Beeinflusst der Fleischkonsum die Sterblichkeit? Laut einer neuen Studie schon© Colourbox
Die Studie der Nationalen Gesundheitsforschungsinstitute (NIH) der USA verglich die Ernährung von 545.000 Amerikanern zwischen 50 und 71 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren. Am Ende der Untersuchung waren rund 71.000 Studien-Teilnehmer gestorben. Dabei hatten diejenigen, die am meisten rotes Fleisch aßen, das höchste Sterberisiko - auch wenn andere Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel herausgerechnet wurden. Das Sterberisiko stieg ebenfalls mit einem erhöhten Konsum von Würstchen und Aufschnitt. Die Teilnehmer, die dagegen mehr "weißes" Fleisch verzehrten, hatten ein etwas geringeres Sterberisiko.
Die Forscher verstehen unter "rotem" Fleisch alles vom Rind und Schwein, also das Steak ebenso wie die Salami auf der Pizza oder die Bolognese-Sauce für die Pasta. Als "weißes" Fleisch verbuchen sie nicht nur Geflügel, sondern auch Fisch. Zudem untersuchten sie den Verzehr von Fleischprodukten - also Aufschnitt und Würstchen.
Sie teilten die Probanden, die zehn Jahre lang regelmäßig Fragebögen zu ihrem Essverhalten ausfüllten, in fünf Gruppen ein - je nach dem Konsum von rotem Fleisch. Die Männer mit dem höchsten Konsum aßen knapp 150 Gramm rotes Fleisch, bei den Frauen waren es gut 100 Gramm. Die Studienteilnehmer im unteren Fünftel aßen pro Tag nur knapp 20 Gramm rotes Fleisch.
Insgesamt hätten 11 Prozent der Todesfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen vermieden werden können, wenn alle Teilnehmer so wenig rotes Fleisch gegessen hätten wie die unteren 20 Prozent der Probanden mit dem geringsten Konsum, schreiben die Autoren in den "Archives of Internal Medicine".
Es gibt mehrere Mechanismen, über die der Fleischkonsum die Sterblichkeit beeinflussen könnte, berichten die Forscher. So finden sich im Fleisch zum Teil krebserregende Stoffe, die bei der Verarbeitung, beim Braten oder Grillen entstehen können. Fleisch ist eine der Hauptquellen für gesättigte Fette, deren Aufnahme anderen Studien zufolge das Risiko von Darm- und Brustkrebs erhöht. Zudem geht mit hohem Fleischkonsum oft ein erhöhter Blutdruck einher - woran dies liegt, weiß man allerdings noch nicht.
Der Welt-Krebsforschungsfonds empfiehlt, nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu essen.