Ratgeber Ernährung

19. September 2012, 17:49 Uhr

Frühstücksflocken enthalten zu viel Zucker

Die meisten Frühstücksflocken für Kinder seien als "Müsli getarnte Süßigkeiten", urteilt die Verbraucherorganisation Foodwatch. Jedes überprüfte Produkt besitzt rund 30 Prozent Zucker.

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Viele Frühstückflocken für Kinder sind Dickmacher©

Frühstücksflocken für Kinder enthalten fast ausnahmslos zu viel Zucker. In jeder zweiten Packung steckten mindestens 30 Prozent Zucker, teilte die Verbraucherorganisation Foodwatch mit. Vier von fünf Produkten haben demnach noch einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent. Einen Zuckeranteil von unter zehn Prozent wiesen laut einer Untersuchung von Foodwatch nicht einmal sechs Prozent der Produkte auf. Insgesamt nahm Foodwatch 143 Produkte unter die Lupe, die mit Aufmachung und Werbung gezielt Kinder ansprechen.

"Frühstücksflocken für Kinder sind in der Regel schlicht Süßigkeiten mit Müslianstrich", erklärte ein Foodwatch-Sprecher. Aus einem "eigentlich ausgewogenen Produkt" habe die Industrie "ein billiges Gemisch aus Mehlpampe und Zucker gemacht". Für die Industrie seien "die Flocken mit der billigen Zutat Zucker ein einträgliches Geschäft". Für die Gesundheit von Kindern seien sie jedoch fatal. Laut Foodwatch gelten in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder als zu dick, sechs Prozent sogar als fettleibig.

In dem Test schnitten nicht nur die Produkte von Markenherstellern, sondern auch die Angebote von großen Supermarktketten schlecht ab, die über ihre Eigenmarken Frühstücksflocken verkaufen. Auch im Biobereich haben fast 60 Prozent der Produkte einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent, kritisiert Foodwatch. Biohersteller zeigten aber auch, dass es möglich sei, "ausgewogene Frühstücksflocken für Kinder mit weniger als zehn Prozent Zucker anzubieten".

Die Verbraucherorganisation forderte gesetzliche Mindestanforderungen für Kinder-Frühstücksflocken: Nur Produkte mit einem maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent dürften an Kinder vermarktet werden, sagt Foodwatch.

maj/AFP
 
 
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