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Ratgeber Ernährung
13. Oktober 2008, 11:28 Uhr

Alkohol lässt das Gehirn schrumpfen

Jeden Tag ein Glas Wein zu trinken, gilt als gesund. Eine neue Untersuchung zeigt aber: Selbst moderater Konsum scheint dem Gehirn zu schaden. Besonders riskant ist der Alkoholgenuss demnach für Frauen.

Moderater Alkoholkonsum schützt das Gehirn nicht© colourbox

Je mehr jemand trinkt, desto kleiner ist sein Gehirnvolumen. Und ein moderater Alkoholkonsum hat offenbar keinerlei positive Auswirkungen auf das Hirn, sondern schadet im Gegenteil eher, berichten US-amerikanische Forscher im Fachblatt "Archives of Neurology". Selbst den normalen altersbedingten Schrumpfungsprozess hält auch Alkohol in Maßen nicht auf.

"Was Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit betrifft, liefert diese Studie eine klare Botschaft über die möglichen Gefahren von Alkoholgenuss", sagen Carol Ann Paul vom Wellesley College und ihre Kollegen. "Langzeitstudien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu untermauern und ebenso zu bestimmen, ob es praktische Konsequenzen gibt, die mit einem erhöhten Alkoholkonsum zusammenhängen."

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von Teilnehmern einer Langzeit-Gesundheitsstudie. Die insgesamt 1839 Erwachsenen hatten eine Reihe von Angaben zur Gesundheit gemacht - darunter neben Alter, Geschlecht, Größe oder Body-Mass-Index auch zur Anzahl alkoholischer Drinks pro Woche. Darüber hinaus war bei ihnen zwischen 1999 und 2001 eine Magnetresonanz-Tomographie des Hirns durchgeführt worden.

Männer waren häufiger stärkere Trinke

Die meisten Befragten hatten angegeben, nur wenig Alkohol zu konsumieren; Männer waren häufiger als Frauen moderate oder sogar stärkere Trinker. Ein bis sieben Drinks pro Woche - egal ob Bier, Wein oder Hochprozentiges - galten als geringer Alkoholkonsum. Acht bis vierzehn Drinks als moderat, mehr als vierzehn pro Woche wurden als hoher Konsum eingestuft.

In den Daten fanden die Wissenschaftler einen eindeutigen statistischen, linearen Zusammenhang: Mit steigendem Alkoholkonsum sank das Hirnvolumen der Probanden. Auch wenn Männer eher dazu neigten, mehr Alkohol zu trinken - bei Frauen war diese Verknüpfung besonders auffällig. Als mögliche Gründe dafür können sich die Forscher biologische Faktoren vorstellen wie zum Beispiel die geringere Größe von Frauen und eine erhöhte Anfälligkeit für die Auswirkungen von Alkohol.

Im Gegensatz zu Studien über Gefäßkrankheiten fanden die Wissenschaftler keine Hinweise darauf, dass ein moderater Alkoholgenuss einen schützenden Effekt gegen die gewöhnlichen Alterserscheinungen des Gehirns hatte, das mit den Jahren an Gesamtvolumen verliert - etwa 1,9 Prozent pro Jahrzehnt.

Cornelia Dick-Pfaff/WSA
 
 
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