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Ratgeber Ernährung

2. Februar 2010, 12:37 Uhr

Supermarkt-Salate sind fast immer belastet

Nur 3 von 36 Proben empfehlenswert: Die Umweltorganisation Greenpeace hat Kopfsalate und Rucola getestet und fast in jeder Probe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Gegen ein Unternehmen erstatten die Umweltschützer sogar Anzeige.

Kopfsalat, Rucola, Test, Greenpeace

Nur ein Kopfsalat und drei Rucola-Proben aus konventionellem Anbau waren unbelastet.© Martin Gerten/DPA

Ein aktueller Test der Umweltorganisation Greenpeace könnte Salat-Freunden den Appetit verderben: Bei einer Untersuchung von 36 Proben von Kopfsalat und Rucola aus Supermärkten und von Discountern haben die Umweltschützer in 29 Fällen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. 21 Kopfsalate und 11 Rucola-Proben aus konventionellem Angebot seien nicht empfehlenswert, teilte Greenpeace am Dienstag in Hamburg mit.

Viele davon hätten gleich mehrere Pflanzenschutzmittel enthalten, so dass der von Greenpeace genutzte Summenhöchstwert überschritten worden sei. In drei Fällen seien auch die gesetzlichen Grenzwerte übertroffen worden, die sich jeweils nur auf ein Pestizid beziehen.

Ware aus Italien und Belgien stark belastet

Greenpeace kritisierte, dass Produzenten immer häufiger gleich mehrere Pestizide parallel einsetzen, um die Überschreitung der Höchstmenge bei einem einzigen Stoff zu vermeiden. "Auf einigen Salatblättern werden bis zu 15 verschiedene Pestizide gefunden", sagte ein Sprecher.

Die mit Spritzmitteln belastete Ware stamme überwiegend aus Italien, ein Kopfsalat auch aus Deutschland. Besonders stark belastet seien auch Proben aus Belgien. Deutsche und spanische Proben schneiden laut Greenpeace besser ab. Bioware sei dagegen kaum belastet.

Anzeige gegen Tengelmann

Die Umweltschützer erstatteten Anzeige gegen das Unternehmen Tengelmann, da in einem dort angebotenen Kopfsalat bei einem Pestizid die von der Weltgesundheitsorganisation definierte "Akute Referenzdosis" überschritten worden sei. Der Verzehr könne zur gesundheitlichen Gefährdung besonders von Kindern führen. Tengelmann wollte sich zunächst nicht äußern, sondern den Fall erst prüfen.

Für die Untersuchung hatten Greenpeace-Mitarbeiter im Januar in Hamburg, Köln, Bonn, Dresden, München und im Frankfurter Raum Kopfsalate und Rucola gekauft. Ein spezialisiertes Labor habe die Proben auf mehr als 350 Pestizidrückstände geprüft.

DPA
 
 
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