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Ratgeber Ernährung

2. August 2011, 10:49 Uhr

Tester finden Keime im Leitungswasser

Der gute Ruf des deutschen Wassers leidet unter den teilweise miesen Leitungen und dreckigen Hähnen: Bei einem bundesweiten Test fanden Forscher in öffentlichen Gebäuden häufig stark verkeimtes Wasser.

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Schmutzige Wasserhähne können zu Keimschleudern werden.© Jochen Eckel/DPA

Wer sich in öffentlichen Toliletten die Hände wäscht, muss damit rechnen, mit gefährlichen Keimen in Berührung zu kommen: Der Tüv Rheinland und die ARD-Sendung "Plusminus" haben bei einer bundesweiten Untersuchung die Qualität des Leitungswassers in öffentlichen Gebäuden getestet und sind dabei auf teilweise mangelhafte Ergebnisse gestoßen.

Demnach war die Hälfte der insgesamt 50 Leitungswasserproben stark verkeimt. In manchen Fällen sei der Keim-Grenzwert um ein Achtfaches überschritten worden, teilte der Tüv Rheinland am Dienstag in Köln mit.

Marode Leitungen, langsam fließendes Wasser

Gründe für die starke Verkeimung könnten kaputte Leitungen oder eine Rückverkeimung durch stehendes oder nur langsam fließendes Wasser sein. Auch mangelnde Hygiene, wie schlecht gereinigte Wasserhähne, könne zu bakterieller Belastung führen. Die Proben wurden zum Beispiel auf Bahnhofs- oder Krankenhaustoiletten genommen.

Die Tester fanden unter anderem coliforme Bakterien, die Durchfall und Erbrechen verursachen können. Auch Legionellen wurden viermal nachgewiesen. Sie können zu lebensgefährlichen Lungenerkrankungen führen. Auf Krankenhauskeime, sogenannte Pseudomonaden, die zu entzündlichen Reaktionen im Körper führen, stießen die Tester zweimal.

Erst kurz laufen lassen

"Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Belastungen eine Gesundheitsgefährdung darstellen", sagte Walter Dormagen, Experte für Mikrobiologie beim Tüv Rheinland. Besonders bei Legionellen bestehe akuter Handlungsbedarf. Die betroffenen Gebäudebetreiber seien informiert worden.

Zur Verbesserung der Hygiene raten Experten, das Wasser erst kurz laufen zu lassen, bevor man es entnimmt. Auch sollte regelmäßig Wasser aus allen Hähnen fließen, um einen Stillstand in den Leitungen zu verhindern. Die Vorlauftemperatur von Warmwasser sollte auf mindestens 50 Grad eingestellt werden, um das Bakterienwachstum zu hemmen.

fw/DPA
 
 
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