Die Stiftung Warentest hat 22 Vanilleeis-Sorten untersucht. Das Ergebnis: Neun werden mit "mangelhaft" bewertet, nur eine Sorte mit "gut". Denn viele Hersteller mogeln neben echter Vanille synthetische Aromen ins Eis. Und das ist verboten.

Vanilleeis darf nur Aroma aus der Schote enthalten - und kein synthetisches Vanillin© Colourbox
Ausgerechnet das in Deutschland so beliebte Vanilleeis ist oft von schlechter Qualität. Die Stiftung Warentest vergab in einem Test von 22 Produkten gleich neunmal die Note "mangelhaft". Neun weitere Sorten erhielten ein "ausreichend", dreimal gab es ein "befriedigend" und nur ein einziges Mal ein "gut". Das Hauptmanko: die fehlende Vanille.
Als "Vanilleeis" darf ein Eis nur bezeichnet werden, wenn es ausschließlich Aroma aus der Vanilleschote enthält. Steckt im Eis synthetisches Vanillin, muss der Hersteller das Produkt als "Eis mit Vanillegeschmack" deklarieren. Zwei der getesteten Produkte ("Rewe/ja! mit Vanillegeschmack" und "Botterbloom Vanilla") waren so gekennzeichnet. Sie schnitten im Test mit "befriedigend" ab.
Zehn Sorten enthielten laut Stiftung Warentest nur geringe Mengen Vanille, bei der Bio-Eissorte "Vanilla Mood" war die Dosis so gering, dass das Eis nur "mangelhaft" abschnitt.
Bei acht Sorten war die Vanille sogar verfälscht: Bei der Laboranalyse wiesen die Tester bei den Eissorten von Aldi Nord, Edeka, Landliebe, Lidl, Plus und Tip synthetisches Vanillin nach. "Norma Bourbon Vanille" enthielt die billigere Tahiti-Vanille. Und im Soja-Eis "Tofutti" fand sich neben Vanille-Extrakt, das direkt aus der Schote stammt, eine größere Portion biosynthetisches Aroma. "Das ist schlichtweg verboten und Verbrauchertäuschung", sagt Janine Schwarzkopf von der Stiftung Warentest, die die Untersuchung leitete. Diese Eissorten wurden alle als "mangelhaft" bewertet, selbst wenn sie geschmacklich überzeugten. Die Stiftung vermutet, dass die Hersteller wegen des relativ hohen Preises für Vanille so sparsam mit dem echten Aroma umgehen.
Ein positiver Aspekt: Eine erhöhte Bakterienanzahl, die auf Hygienemängel deutet, wiesen die Tester nur bei einer Eissorte nach: der Bio-Marke "Naturice".
Testsieger wurde "Häagen Dazs Vanilla", das mit elf Euro pro Liter aber auch das teuerste Eis im Test war.