Für gutes Sonnenblumenöl müssen Verbraucher nicht tief in die Tasche greifen. Stiftung Warentest hat 28 Produkte getestet, gerade bei den teuren, kalt gepressten gab es aber oft einiges zu bemängeln.
Ob für die Bratpfanne oder den Salat: Sonnenblumenöl darf in keiner Küche fehlen: Etwa jedes vierte verkaufte Speiseöl hierzulande ist dieses Allzwecköl. Doch wie ist es um die Qualität der Produkte bestellt? Stiftung Warentest hat 28 Sonnenblumenöle geprüft - die wenigsten davon eignen sich für die Pfanne.
Nur sechs von 28 untersuchten Ölen besitzen den Testern zufolge gute Brateigenschaften - spritzen also wenig und zerfallen bei Hitze nicht in unerwünschte Abbauprodukte. Wer Öl erhitzt, sollte daher besser zu Raps- und Olivenöl greifen, rät Warentest. Diese beiden Öle sind auch für die gesunde Ernährung gut, da sie wertvolle Fettsäuren enthalten. Dafür enthält Sonnenblumenöl deutlich mehr Vitamin E.
Insgesamt schnitten in dem Test 13 Sonnenblumenöle gut ab, Verbraucher haben also eine breite Auswahl an empfehlenswerten Ölen. Die raffinierte Variante, die mechanisch ohne Temperaturbegrenzung aus der Saat gepresst oder mit chemischen Lösemitteln extrahiert wird, schmeckt neutral. Sie ist vergleichsweise günstig zu haben. Spitzenreiter in dieser Gruppe ist das bei Aldi Süd erhältliche Bellasan (1,49 Euro pro Liter) und das Markenöl Thomy, das für 2,65 Euro pro Liter zu haben ist.
Kaltgepresste Öle haben ein nussiges Aroma und sind in der Regel deutlich teurer als raffinierte. Doch beim Verkosten überzeugten diese Produkte häufig nicht: So bemängelten die Tester bei fünf Ölen einen leicht modrigen, holzigen oder verbrannten Geruch oder Geschmack. Schuld daran könne die minderwertige Qualität der verwendeten Sonnenblumenkerne sein, schreibt Warentest. Am besten schnitt in dieser Gruppe das Bio-Sonnenblumenöl von Alnatura ab.
Mit 8,50 Euro pro Liter ist das Vitaquell Bio-Sonnenblumenöl recht teuer. Doch die Qualität lässt laut Warentest zu wünschen übrig. Es rieche und schmecke stark ranzig, oxidiert und alt, bemängeln die Tester. Zudem sei es nicht klar, sondern schlierig. Unter den kaltgepressten Ölen belegte es daher den letzten Platz.
Schlusslicht unter den raffinierten Sonnenblumenölen ist das Bio-Sonnenblumenöl von Basic. Auch dieses Produkt ist mit 5,40 Euro pro Liter teuer, schmeckt allerdings ebenfalls leicht ranzig und oxidiert. Zudem wiesen die Tester in dem Produkt die meisten ungesunden Transfettsäuren nach. Diese erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Entwarnung geben die Tester beim Thema Schadstoffe: Weichmacher, Lösemittel, Schwermetalle und Arsen fanden sie in den untersuchten Ölen nicht. Auch beim Thema Pestizide oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gab es nichts zu beanstanden. In einigen Ölen wies Warentest allerdings Mineralölrückstände nach, die als Verbrennungsprodukte fossiler Brennstoffe in die Umwelt gelangen. Ab welcher Menge diese gesundheitsschädlich sind, sei allerdings unklar, schreibt Warentest.
Die kompletten Testergebnisse bekommen Sie gegen Gebühr auf www.test.de.