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Ratgeber Ernährung
3. Juli 2009, 14:45 Uhr

Erst Analogkäse, dann Mogelschinken

Nach dem Analogkäse sorgen nun auch Schinkenimitate für Ärger. In Hessen haben Proben in Gastronomie und Handel sowie bei Herstellern gezeigt, dass in fast jedem dritten Fall minderwertige Schinkenimitate verwendet wurden.

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Echter Schinken enthält mehr Fleisch-Eiweiß und weniger Fremdwasser als billiges Schinkenimitat© Colourbox

Ein paar kleine Fleischstücke, dazu eine ordentliche Portion schnittfestes Stärke-Gel: Fertig ist das Schinkenimitat. In der Gastronomie kommt der "Mogel-Schinken" dann als Kochschinken auf den Tisch. Das sei Verbrauchertäuschung, sagte der der hessische Agrarstaatssekretär Mark Weinmeister dem Hessischen Rundfunk.

Demnach wurden in Hessen seit 2006 insgesamt 528 Proben bei Gastronomen, Herstellern und Händlern genommen. Besonders häufig seien die Beanstandungen in Gaststätten gewesen, wo in zwei Dritteln aller Fälle etwa für Schinken-Pizza oder Schinken-Nudeln nur das billige Schinkenimitat verwendet worden sei.

Ein Beispiel für die Täuschung sei die Bezeichnung "Spalla Cotta – Vorderschinken nach italienischer Art aus Vorderschinkenteilen". "Auch hier gilt: Vorsicht Mogel-Schinken!", so Weinmeister.

Weinmeister kündigte ein hartes Durchgreifen der Lebensmittelkontrolle an. "Wer Mogel-Schinken ohne ausreichende Kennzeichnung in Verkehr bringt, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Bei nachgewiesenem Vorsatz liegt sogar eine Straftat vor." Jedem, der das Imitat wiederholt ohne korrekte Kennzeichnung verwende, drohe die Veröffentlichung seines Namens im Internet. Laut einem Sprecher des Ministeriums setzt man auf die "abschreckende Wirkung" dieser Maßnahme.

Die Imitate sind billiger

Im April war im Zuge der Proteste der Milchbauern bekannt geworden, dass bei vielen vermeintlichen Käse-Produkten nur Käse-Imitate - sogenannter Analogkäse - verwendet werden, die sowohl vom Aussehen als auch vom Geschmack oder von der Konsistenz her nicht von echtem Käse zu unterscheiden sind. Die Verwendung solcher Imitate ist in Deutschland nicht verboten, allerdings dürfen sie nicht unter der Bezeichnung "Käse" verkauft werden und müssen besonders deklariert werden. Die Herstellung von Imitaten ist meist einfacher, schneller und billiger als die der echten Produkte.

AP/AFP
 
 
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